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Paris Brunner: Klopps mögliche DFB-Hoffnung mit Hang zum Eklat

Sport

Erstmals nominiert?

Klopps neue Sturmhoffnung mit Hang zum Eklat

Von Nils Kögler

16.09.2026 - 17:05 UhrLesedauer: 3 Min.

Am Donnerstag könnte Paris Brunner erstmals für die A-Nationalmannschaft nominiert werden. Schlagzeilen macht er aber auch gerne neben dem Platz.

Wenn Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp am Donnerstag seinen ersten DFB-Kader nominiert, setzt er auf Masse: Medienberichten zufolge könnte Klopp für die vier anstehenden Nations-League-Spiele gegen die Niederlande, Serbien und zweimal Griechenland (Hin- und Rückspiel) zwischen 30 und 40 Spieler nominieren.

Nach dem frühen Aus im WM-Sechzehntelfinale und dem Rücktritt von Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann war ohnehin mit einem personellen Umbruch – auch bei den Spielern – gerechnet worden. Die große Anzahl an Nominierten dürfte die Chancen auf Überraschungen nur erhöhen. Eine davon könnte auch Paris Brunner sein. Das frühere BVB-Talent mischt zurzeit die französische Liga auf, doch nicht nur fußballerisch. Die deutsche Fußballhoffnung handelte sich schon mehr als einmal erheblichen Ärger ein.

Welt- und Europameister mit der deutschen U17

Bereits seit Jahren gilt Brunner als eines der vielversprechendsten Offensivtalente des deutschen Fußballs. Von SG Lütgendortmund, wo er mit dem Fußballspielen begann, führte ihn sein Weg über Eintracht Dortmund, Rot-Weiss Essen und den VfL Bochum schließlich in den Jugendbereich von Borussia Dortmund. Beim BVB machte der im Februar 2006 geborene Stürmer den nächsten Schritt.

Für die U19 des Vereins erzielte Brunner in allen möglichen Wettbewerben in 56 Spielen 31 Tore und bereitete weitere elf Treffer vor. Auch in den Jugendnationalmannschaften lief es für Brunner gut. Bei der U17-Europameisterschaft 2023 erzielte er vier Tore und steuerte eine Vorlage zum Titelgewinn des DFB-Teams bei. Damit wurde er Torschützenkönig und zudem als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet.

Bei der U17-Weltmeisterschaft nur wenige Monate später glänzte Brunner erneut. Zum zweiten Titelgewinn trug er fünf Tore und eine Vorlage bei, was ihm ein weiteres Mal die Auszeichnung als bester Spieler des Turniers einbrachte.

Um ein Haar hätte er an dem Turnier aber gar nicht teilgenommen. Kurz vor der WM war Brunner im Oktober 2023 bei seinem Verein Borussia Dortmund nämlich suspendiert worden. Was genau zu der Suspendierung führte, teilte der Verein damals nicht mit. Die Sperre erfolge "aus disziplinarischen Gründen", hieß es damals lediglich. Berichten zufolge war es wohl nicht der erste Vorfall. Bereits zuvor soll Brunner negativ aufgefallen sein – etwa durch Verspätungen.

Obwohl Brunner beim BVB mehrfach bei der ersten Mannschaft mittrainieren durfte und einmal sogar im Spieltagskader einer Bundesliga-Partie stand, kam er nie zum Einsatz. Im Sommer 2024 zog es ihn schließlich nach Monaco. Von dort wurde er unmittelbar an Cercle Brügge verliehen, wo er es in 28 Spielen auf solide sechs Tore brachte.

Starker Saisonstart in Monaco

Im Anschluss an seine Rückkehr nach Monaco im Sommer 2025 musste er sich zunächst mit sporadischen Einsätzen begnügen. Nach dem Abgang von Stürmer Folarin Balogun in der abgelaufenen Transferperiode durfte sich Brunner aber in dieser Saison beweisen – und er lieferte.

In bislang sechs Spielen erzielte er fünf Tore für Monaco und dürfte damit auch die Aufmerksamkeit von Bundestrainer Jürgen Klopp erregt haben, der ihn am Donnerstag erstmals für die A-Nationalmannschaft nominieren könnte.

Sperre droht

Eine Berufung Brunners wird sich Klopp letztlich aber genau überlegen. Denn: Dem Angreifer droht in der französischen Liga trotz starker sportlicher Leistungen Ärger. Nachdem er beim 1:1 Monacos am vergangenen Wochenende gegen Racing Strasbourg den Ausgleich erzielt hatte, jubelte Brunner mit einer provokanten Kopf-ab-Geste in Richtung der gegnerischen Fans. Auf dem Platz gab es keine Strafe, dennoch droht ihm eine Sperre von bis zu vier Spielen.

"Unserer vorläufigen Einschätzung nach könnte die Geste des Spielers einen Verstoß gegen den in der Ethik-Charta festgeschriebenen Grundsatz des vorbildlichen Verhaltens darstellen", wurde der Präsident des Nationalen Ethikrats, Frédéric Thiriez, von der französischen Sportzeitung "L'Équipe" zitiert. Ob es zu einer Sanktion kommt, wird aber eine Disziplinarkommission entscheiden.

Brunner erklärte die Geste mit Provokationen der Straßburger Anhänger. "Sie haben über meine Familie, meine Mutter und meinen Vater gesprochen. Ich konnte diejenigen sehen, die mich beleidigt haben", hatte der Fußballprofi nach der Partie gesagt. "Nach dem Tor waren sehr viele Emotionen im Spiel, vor allem nach einem solchen Treffer. Ich wollte nicht respektlos sein", erklärte der 20-Jährige.

Möglich, dass sich Klopp von der erneuten Kontroverse um den fraglos hochtalentierten Stürmer abschrecken lässt. Eine Nominierung scheint aber genauso denkbar.

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