Paris Hilton wurde als Teenagerin in einem Internat mutmaßlich misshandelt. Nun verliert die Schule die Zulassung
Sie schilderte körperliche, psychische und sexuelle Gewalt: Realitystar Paris Hilton, 45, kämpfte seit Jahren für die Schließung eines therapeutischen Internats im US-Bundesstaat Utah, in dem sie nach eigenen Angaben als Teenager misshandelt worden war. Nun verliert der Standort Springville, der Provo Canyon School tatsächlich seine Lizenz, wie zahlreiche Medien, darunter die Sender CBS und BBC sowie das Promimagazin »People« berichteten. Das hat allerdings nichts mit Paris Hiltons Fall zu tun, trotzdem zeigte die Unternehmerin sich erleichtert: Es sei »die Nachricht, für die ich gekämpft und gebetet habe«, sagte sie laut einer Stellungnahme, aus der »People« zitiert. Das Internat wirbt laut seiner Homepage mit einem »Behandlungsprogramm für Mädchen mit komplexen mentalen und verhaltensbezogenen Herausforderungen«. Vom Gesundheits- und Sozialministerium hieß es nun, die Einrichtung habe »es versäumt, den Betreuten angemessene Gesundheits- und Sicherheitsleistungen bereitzustellen«. Die Lizenz für das stationäre Programm werde entzogen und alle Aktivitäten auf dem Campus müssten bis zum 6. August eingestellt werden. Die Schule teilte mit, sie erwäge, gegen diese Entscheidung vorzugehen. Dafür hat sie 15 Tage Zeit. Vorwürfe in Doku erhoben Hilton bezeichnete den Entzug der Zulassung als Erinnerung daran, dass »keine Institution zu mächtig ist, um zur Rechenschaft gezogen zu werden«, und fügte hinzu: »Wenn Überlebende sich weigern zu schweigen, ist Veränderung möglich.« Die Vorwürfe des Missbrauchs hatte Paris Hilton erstmals in ihrer YouTube-Dokumentation »This Is Paris« im Jahr 2020 erhoben. Darin beschuldigte sie Mitarbeiter der Provo Canyon School, sie missbraucht zu haben. Kurz darauf führte sie einen Protest an, der die Schließung der Schule forderte. In weiteren Beiträgen in Zeitungen, aber auch den sozialen Medien thematisierte sie ihre Erfahrungen mit mehreren Privatschulen. Im Juni 2024 forderte sie vor dem US-Kongress, Minderjährige in privaten Internaten besser zu schützen: Hinter Programmen für schwer erziehbare Kinder stecke ein milliardenschweres Geschäftsmodell, so Hilton. Diese »23-Milliarden-Dollar-Industrie« betrachte Kinder »nur als Dollarzeichen« und arbeite »ohne sinnvolle Aufsicht«.