Paris: Justiz ermittelt nach heimlichen Aufnahmen mit Smart Glasses
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Frauen ungefragt gefilmt Pariser Justiz ermittelt wegen heimlicher Aufnahmen mit Kamerabrillen
Auch in der französischen Hauptstadt werden Frauen immer häufiger gegen ihren Willen mit Smart Glasses gefilmt. Nach mehreren Strafanzeigen schaltet sich nun die Staatsanwaltschaft ein. Für die Täter kann das teuer werden.
23.09.2026, 05.05 Uhr
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Wegen heimlicher Filmaufnahmen von Frauen mit sogenannten Smart Glasses hat die französische Justiz Ermittlungen eingeleitet. Wie die Pariser Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte, gingen bereits mehrere »Strafanzeigen wegen Verletzung der Privatsphäre im Zusammenhang mit der Nutzung von Smart Glasses« ein. Angaben zum Hersteller der Brillen machte die Staatsanwaltschaft nicht.
Smart Glasses werden von verschiedenen Brillenherstellern in Kooperation mit Technologiekonzernen wie Meta oder Google angeboten. Sie sind unter anderem mit Kameras ausgestattet und können sich mit dem Internet verbinden. Neben Fotos und Videos sind oft auch Livestreams möglich. Allein eine High-Tech-Brille des Facebook-Mutterkonzerns Meta und des Herstellers Ray-Ban verkaufte sich 2025 weltweit sieben Millionen Mal. Ihr Einsatz stößt jedoch auf erhebliche Datenschutzbedenken.
Die Pariser Staatsanwaltschaft sprach von einem »zunehmenden Trend« in den Onlinenetzwerken, »bei dem Frauen auf der Straße mit Smart Glasses ohne ihre Zustimmung gefilmt und die Aufnahmen anschließend online veröffentlicht werden«. Nach französischem Recht sei das eine Straftat, die mit bis zu zwei Jahren Haft und einer Geldstrafe von bis zu 45.000 Euro bestraft werden könne. In einigen Fällen seien auch Ermittlungen wegen sexueller Nötigung eingeleitet worden, wenn die Aufnahmen »mit nicht einvernehmlichen sexuellen Kontakten einhergehen«.
Auch in Deutschland häufen sich die Fälle
Das Problem haben auch die Behörden in Deutschland erkannt. Zuletzt erklärte die Stadt Hamburg, dass Brillen mit integrierten Kameras deswegen aus Teilen des öffentlichen Lebens verbannt werden sollen (mehr hier).
So sollen laut einem Antrag der Linken für die Bürgerschaftssitzung Anfang September derartige Brillen sowie vergleichbare tragbare Geräte mit integrierten Bild-, Video- oder Tonaufnahmefunktionen in allen städtischen Bädern verboten werden. Das betreffe Bade- und Ruhebereiche, Liegewiesen, Umkleiden, Duschen, Sanitäranlagen und Saunen.
In einem Zusatzantrag wollen SPD und Grüne dies neben dem Verbot auch im öffentlichen Nahverkehr untersagen.
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jok/AFP