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Partielle Mondfinsternis am 28. August für Frühaufsteher

Wissenschaft

Am morgigen Freitag folgt nach der partiellen Sonnenfinsternis und den Perseiden-Sternschnuppen das nächste Himmelsschauspiel: eine partielle Mondfinsternis. Die Erde steht dann zwischen Sonne und Mond und verdunkelt die Mondscheibe zeitweise zu mehr als 90 Prozent. In Deutschland ist das Ereignis in den frühen Morgenstunden zu sehen, wenn der Westhorizont frei und der Himmel möglichst wolkenlos ist.

Wie eine partielle Mondfinsternis entsteht

Etwa alle vier Wochen steht der Mond als Vollmond der Sonne gegenüber. Das ist die Voraussetzung für eine Mondfinsternis. Weil die Mondbahn aber leicht gekippt verläuft, zieht der Mond meist ober- oder unterhalb des Erdschattens vorbei. Kreuzt der Vollmond bei seinem Flug hinter der Erde die Verlängerung der Achse Erde-Sonne, gerät er in den Schatten der Erde.

"Die Mondfinsternis ist das Gegenstück zur Sonnenfinsternis", sagt die Astrophysikerin Carolin Liefke vom Haus der Astronomie in Heidelberg. "In dem Falle wandert der Mond in den Schatten, den die Erde sozusagen gegenüber von der Sonne ins Weltall wirft. Da der Mond von selbst nicht leuchtet, kriegt er kein Sonnenlicht mehr ab und wir sehen ihn verdunkelt."

In Deutschland sind im Schnitt ein bis zwei Mondfinsternisse pro Jahr zu sehen. Häufig wird dabei nur ein Teil der Mondscheibe bedeckt - wir erleben eine partielle Finsternis. Bei der Mondfinsternis am frühen Freitagmorgen ist die Bedeckung besonders stark. "Partiell heißt in dem Falle, dass der Mond sogar zu 93 Prozent in den Kernschatten der Erde reinwandert", so Liefke. "Das heißt, da bleibt auch tatsächlich nur ein ganz kleiner heller Teil übrig."

Wie sieht man die partielle Mondfinsternis am besten?

Spannend wird es, wenn der Mond etwa um 4:33 Uhr in den Kernschatten eintritt. Ab circa 5:15 Uhr ist die Mondscheibe zur Hälfte bedeckt. Ihren Höhepunkt erreicht die partielle Finsternis um 6:13 Uhr.

Die zunehmende Helligkeit der Morgendämmerung und der bereits tiefe Stand des Mondes erschweren den Blick. "Das wird vermutlich bei dieser Finsternis ein bisschen schwierig sein, weil sie mitten in der Morgendämmerung stattfindet", sagt Liefke. Je weiter westlich der Standort liegt, desto länger bleibt der Mond sichtbar. Der Unterschied könne über eine halbe Stunde ausmachen, so die Astrophysikerin. Während auf Rügen schon um 5:30 Uhr Schluss ist, kann man in Freiburg noch bis 6:10 Uhr die Finsternis gut beobachten.

Notwendig ist außerdem ein Ort mit freier Sicht tief bis zum Westhorizont. Der Ort, an dem man bereits die Sonnenfinsternis beobachtet hat, eignet sich dafür beispielsweise gut. Im Gegensatz zur Sonnenfinsternis lässt sich eine Mondfinsternis mit bloßem Auge beobachten. Der Mond sei schließlich nicht hell genug, so Liefke, dass spezielle Schutzmaßnahmen nötig wären. Ein Fernglas könne aber helfen, den Mond in der Morgendämmerung noch zu finden.

Wird die partielle Mondfinsternis zum Blutmond?

Einen tiefroten Blutmond gibt es nur bei einer totalen Mondfinsternis, wie zuletzt im September 2025. Der verfinsterte Mond erscheint dann kupferrot, weil die Erdatmosphäre das Sonnenlicht streut und vor allem die roten Anteile in den Schattenkegel lenkt.

Bei einer Teilfinsternis erscheinen verdunkelte Bereiche eher grau bis leicht rötlich. Durch den hohen Bedeckungsgrad kann der Mond aber auch am Freitag rötlich wirken. "Normalerweise sieht man da diesen Kupferfarbton tatsächlich schon", sagt Liefke. "Es wird allerdings schwierig, weil es zu hell sein wird und der Mond zu nah am Horizont steht."

Die nächste Mondfinsternis in Deutschland folgt am 20. Februar 2027, dann nur als kaum sichtbare Halbschattenfinsternis. Ausgeprägtere partielle Finsternisse gibt es 2028. Eine totale Mondfinsternis ist deutschlandweit erst wieder an Silvester 2028 kurz nach Mondaufgang zu sehen.

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