Partielle Mondfinsternis August 2026 über Norddeutschland: Brille nicht nötig
Mondfinsternis am Freitag: Wie gut ist sie im Norden zu sehen?
Stand: 27.08.2026 16:33 Uhr
Erst vor wenigen Wochen war in Norddeutschland eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Freitagmorgen wird der Mond teilweise verdunkelt. Eine Schutzbrille braucht man zum Betrachten nicht - aber einen freien Blick.
Anders als die Sonnenfinsternis kann die Mondfinsternis mit bloßem Auge beobachtet werden. Eine spezielle Schutzbrille braucht man dafür nicht. Auch ist sie viel einfacher zu sehen als eine Sonnenfinsternis, die man meist nur von Aussichtspunkten beobachten kann, sagt Julia Lanz-Kröchert vom Planetarium Wolfsburg. "Wenn der Mond im Erdschatten steht, kann die Mondfinsternis von der gesamten Nachtseite der Erde gesehen werden", so die Expertin. Bei einer Sonnenfinsternis dagegen sei "der Schatten winzig klein - man muss zufällig genau darunter liegen, um sie zu sehen".
Sonnen- und Mondfinsternis hängen zusammen
Dennoch hängen beide Phänomene zusammen. "Das geht immer Hand in Hand", sagt Lanz-Kröchert. In den zwei Wochen vor oder nach einer Sonnenfinsternis kommt es jeweils auch zu einer Mondfinsternis: Dieses Mal ist es am frühen Freitagmorgen so weit, wenn auch nur partiell. Die zeitliche Nähe hängt mit der ähnlichen Konstellation von Sonne, Erde und Mond zusammen. Während bei einer Sonnenfinsternis der Schatten des Mondes auf die Erde fällt, verschattet bei der Mondfinsternis die Erde den Mond - sie steht dann zwischen Mond und Sonne.
Nicht bei jedem Vollmond - was ist eine Mondfinsternis?
Eine Mondfinsternis kann es nur bei Vollmond geben. Nicht bei jedem Vollmond kommt es auch zu einer Mondfinsternis. Weil die Mondbahn leicht zur Erdbahn geneigt ist, wandert der Mond nicht jedes Mal durch den Erdschatten, sondern wird beim Vorbeiziehen trotzdem noch von der Sonne angestrahlt.
Astronom: Mondoberfläche wird in rotes Licht getaucht
93,5 Prozent des Mondes werden bei der partiellen Mondfinsternis am Freitag zum Höhepunkt um 6.13 Uhr bedeckt sein, sagte Rainer Kresken dem NDR Niedersachsen. Er arbeitet bei der ESA (European Space Agency) in Darmstadt (Hessen) und im Vorstand der Starkenburg-Sternwarte in Heppenheim (Bergstraße). Mit Beginn der Mondfinsternis gegen 4.35 Uhr sehe der Mond so aus "als wäre da ein kleines Stückchen rausgebissen" worden, so Kresken. Beim Höhepunkt stehe der Mond dann schon ziemlich nahe am Westhorizont. "Dann ist tatsächlich der größte Teil der Mondoberfläche in rotes Licht getaucht." Das sehe schon sehr faszinierend und auch sehr ungewöhnlich aus, sagte der Astronom. Dabei werde auch von einem "Blutmond" gesprochen. 10 bis 15 Minuten später gehe der Mond dann auch schon unter, sagte Kresken, nach dem der Komet P/2025 W3 (Kresken) benannt wurde.
Wetterprognose für Mondfinsternis: "Optimal ist das nicht"
Das Wetter spielt im Norden für die Beobachtung der Mondfinsternis nicht wirklich mit. Um das Spektakel sehen zu können, ist vor allem ein freier Blick zum westlichen beziehungsweise westsüdwestlichen Horizont wichtig. Durch das Tief "Raphaela" ziehen ab dem Abend Schleierwolken von Westen herauf, die in der Nacht über dem gesamten Norden liegen werden, sagte Niko Renkosik vom ARD-Wetterkompetenzzentrum dem NDR Niedersachsen am Donnerstagnachmittag. Durch die Wolken schimmere der Mond zwar milchig durch, "aber optimal ist das nicht". Zudem würden die Wolken Schauer und Gewitter bringen. "Es wird einige geben, die morgen früh unfreiwillig von Gewittern geweckt werden", sagte Renkosik.
Wo die Mondfinsternis in Niedersachsen trotzdem zu sehen ist
Trotz der schlechten Wetterprognose gebe es trotzdem Orte in Niedersachsen, an denen die Mondfinsternis zu sehen sei, so Renkosik. Vom Osnabrücker Land bis zur Weser stehen die Chancen demnach nicht schlecht, denn da seien die Gewitter am Morgen schon durchgezogen. Auch Richtung Harz sehe es etwas besser aus.
Schleierwolken in Vorpommern
In Schleswig-Holstein und Hamburg habe man hingegen schlechte Chancen. Zur Hauptphase der Mondfinsternis würden dort die Gewitter hereinziehen. Auch in Mecklenburg-Vorpommern seien viele Wolken unterwegs. Richtung Vorpommern sehe es aber gut aus, so Renkosik. Dort seien nur Schleierwolken unterwegs.
Niedersachsen: Uhrzeiten für die Mondfinsternis 2026
Das Maximum soll die partielle Mondfinsternis in Hannover gegen 6.12 Uhr erreichen. Der Mond steht dann nur noch etwa zwei Grad über dem Horizont und geht rund 20 Minuten später unter. Bäume, Gebäude oder Hügel können die Sicht deshalb schnell versperren. Das sind die erwarteten Uhrzeiten:
ab 3.23 Uhr: Eintritt in den Halbschatten
gegen 4.33/4.34 Uhr: Kernschatten erreicht den Mond
gegen 6.12/6.13 Uhr: Maximum der partiellen Mondfinsternis
danach: Mond geht während der laufenden Finsternis unter
Hamburg: Wann ist die Mondfinsternis 2026 zu sehen?
Das Planetarium Hamburg erwartet, dass der Mond am Freitag zu 94 Prozent vom Schatten der Erde verdeckt sein wird. Diese Uhrzeiten nennt es für die Hansestadt:
gegen 3.23 Uhr: Finsternis beginnt mit einem Halbschatten.
ab 4.33 Uhr: Der Schatten der Erde beginnt, sich über den Mond zu legen und färbt ihn rötlich.
gegen 6.12 Uhr: Die maximale partielle Mondfinsternis wird erreicht. Sie endet um 6.29 Uhr, wenn der Mond untergeht.
Schleswig-Holstein: Uhrzeiten für die Mondfinsternis 2026