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Partielle Mondfinsternis August 2026 über Norddeutschland kaum zu sehen

Wissenschaft

Mondfinsternis: Wolkendecke macht sie im Norden schwer zu sehen

Stand: 28.08.2026 06:41 Uhr

Erst vor wenigen Wochen war in Norddeutschland eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Am Freitagmorgen folgte die teilweise Verdunklung des Mondes. Eine Schutzbrille brauchte man zum Betrachten nicht - aber einen freien Blick.

Anders als die Sonnenfinsternis kann eine Mondfinsternis mit bloßem Auge beobachtet werden - theoretisch. Über dem Norden hing eine dicke Wolkendecke und dürfte vielerorts den Blick auf den Mond verhindert haben.

Schutzbrille nicht nötig

Eine spezielle Schutzbrille braucht man für eine Mondfinsternis nicht, anders als bei der Sonnenfinsternis. Diese kann man meist nur von Aussichtspunkten beobachten, sagt Julia Lanz-Kröchert vom Planetarium Wolfsburg. "Wenn der Mond im Erdschatten steht, kann die Mondfinsternis von der gesamten Nachtseite der Erde gesehen werden", sagte die Expertin zuvor. Bei einer Sonnenfinsternis dagegen sei "der Schatten winzig klein - man muss zufällig genau darunter liegen, um sie zu sehen".

Sonnen- und Mondfinsternis hängen zusammen

Dennoch hängen beide Phänomene zusammen. "Das geht immer Hand in Hand", sagte Lanz-Kröchert. In den zwei Wochen vor oder nach einer Sonnenfinsternis kommt es jeweils auch zu einer Mondfinsternis: dieses Mal partiell. Die zeitliche Nähe hängt mit der ähnlichen Konstellation von Sonne, Erde und Mond zusammen. Während bei einer Sonnenfinsternis der Schatten des Mondes auf die Erde fällt, verschattet bei der Mondfinsternis die Erde den Mond - sie steht dann zwischen Mond und Sonne.

Nicht bei jedem Vollmond - was ist eine Mondfinsternis?

Eine Mondfinsternis kann es nur bei Vollmond geben. Nicht bei jedem Vollmond kommt es auch zu einer Mondfinsternis. Weil die Mondbahn leicht zur Erdbahn geneigt ist, wandert der Mond nicht jedes Mal durch den Erdschatten, sondern wird beim Vorbeiziehen trotzdem noch von der Sonne angestrahlt.

Astronom: Mondoberfläche wird in rotes Licht getaucht

93,5 Prozent des Mondes sind bei der partiellen Mondfinsternis am Freitag zum Höhepunkt um 6.13 Uhr bedeckt, sagte Rainer Kresken dem NDR Niedersachsen. Er arbeitet bei der ESA (European Space Agency) in Darmstadt (Hessen) und im Vorstand der Starkenburg-Sternwarte in Heppenheim (Bergstraße). Mit Beginn der Mondfinsternis gegen 4.35 Uhr sehe der Mond so aus "als wäre da ein kleines Stückchen rausgebissen" worden, so Kresken.

Beim Höhepunkt stehe der Mond dann schon ziemlich nahe am Westhorizont. "Dann ist tatsächlich der größte Teil der Mondoberfläche in rotes Licht getaucht." Das sehe schon sehr faszinierend und auch sehr ungewöhnlich aus, sagte der Astronom. Dabei werde auch von einem "Blutmond" gesprochen. 10 bis 15 Minuten später gehe der Mond dann auch schon unter, sagte Kresken, nach dem der Komet P/2025 W3 (Kresken) benannt wurde.

Wetterprognose für Mondfinsternis: "Optimal ist das nicht"

Das Wetter spielte im Norden für die Beobachtung der Mondfinsternis nicht wirklich mit. Um das Spektakel sehen zu können, war vor allem ein freier Blick zum westlichen beziehungsweise westsüdwestlichen Horizont wichtig. Durch das Tief "Raphaela" zogen Schleierwolken von Westen herauf, die in der Nacht über dem gesamten Norden liegen sollten, sagte Niko Renkosik vom ARD-Wetterkompetenzzentrum dem NDR Niedersachsen am Donnerstagnachmittag.

Durch die Wolken könnte der Mond zwar milchig durchschimmern, sagte Renkosik zuvor, "aber optimal ist das nicht". Zudem würden die Wolken Schauer und Gewitter bringen.

Niedersachsen: Uhrzeiten für die Mondfinsternis 2026

Das Maximum wurde für die partielle Mondfinsternis in Hannover gegen 6.12 Uhr erreicht. Der Mond stand dann nur noch etwa zwei Grad über dem Horizont und ging rund 20 Minuten später unter. Bäume, Gebäude oder Hügel können die Sicht deshalb schnell versperren. Das waren die Uhrzeiten:

ab 3.23 Uhr: Eintritt in den Halbschatten

gegen 4.33/4.34 Uhr: Kernschatten erreichte den Mond

gegen 6.12/6.13 Uhr: Maximum der partiellen Mondfinsternis

danach: Mond ging während der laufenden Finsternis unter

Hamburg: Wann ist die Mondfinsternis 2026 zu sehen?

Das Planetarium Hamburg erwartete, dass der Mond am Freitag zu 94 Prozent vom Schatten der Erde verdeckt sei. Diese Uhrzeiten nannte es für die Hansestadt:

gegen 3.23 Uhr: Beginn der Finsternis mit einem Halbschatten.

ab 4.33 Uhr: Der Schatten der Erde hat begonnen, sich über den Mond zu legen.

gegen 6.12 Uhr: Die maximale partielle Mondfinsternis wurde erreicht. Ende um 6.29 Uhr, als der Mond unterging.

Schleswig-Holstein: Uhrzeiten für die Mondfinsternis 2026

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