Pashanim spricht mit niemandem außer James Bond: Rapper schmeißt Radioshow
Dieser Ausdruck wurde am 28.07.2026 erstellt und ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch lizenziert. Andere Nutzungen verletzen das Urheberrecht Rapper schmeißt Radioshow Pashanim spricht mit niemandem außer James Bond Er ist einer der erfolgreichsten Deutschrapper dieser Zeit, und doch ist über Pashanim kaum etwas bekannt. Zum Release seines neuen Albums »Lounge Musik« moderiert er plötzlich eine Radioshow. Wetter und Verkehr inklusive. 28.07.2026, 14.16 Uhr Pashanim ist ein großer Kinofan. Zumindest das ist über den Rapper aus Berlin-Kreuzberg bekannt. Er arbeitet gerade sogar an seinem Regiedebüt. Klar, seine Diskografie erzählt von diesem Jungen, der auf dem Mehringdamm aufwuchs, zwischen Drogen, Gewalt und Polizei. Aber sonst? Der 25 Jahre alte Musiker meidet die mediale Öffentlichkeit, gibt keine Interviews. Umso erstaunlicher ist sein jüngster Auftritt beim Berliner Radiosender KissFM . Anlässlich seines neuen Albums »Lounge Musik« übernahm er die Moderation einer »kleinen, eigenen Sendung«, wie er darin sagt. Pashanim, der die algorithmischen Verzweigungen der digitalen Musikindustrie zu verstehen scheint wie kaum ein Zweiter, ist ein Radiofan. Empfohlener externer Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Instagram, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen. Externen Inhalt anzeigen Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Wer wissen möchte, wie groß der Berliner Rapper ist, muss nur einen Blick in die Kinder- und Jugendzimmer dieser Republik werfen. Im vergangenen Jahr landete »Pasha«, wie er genannt wird, beim deutschen Spotify-Wrapped direkt hinter Taylor Swift. Im Jahresrückblick des Streaminggiganten stand Taylor auf der Eins, Pashanim auf der Zwei, Linkin Park auf der Drei. Das liegt alles zwar auch an den Streaminggewohnheiten, am Immeronlinesein der Kids. Und an einer Generation von Deutschrappern, deren Songs immer kürzer werden, weil die entscheidenden Zahlen inzwischen sind, wie häufig ein Song abgespielt wird. Aber die deutsche Musikkultur lässt sich nur noch schwerlich (oder gar ignorant) ohne Pashanim und seine Entourage erzählen. Mit Bond am Radiomikrofon Einen Teil dieser Entourage nahm Pashanim dann auch am Donnerstag mit zu KissFM: Die Berliner Produzenten Abuglitsch und RB030 waren dabei. Alle drei grüßen dann erst mal ihre Familie, Pashanim auch noch »den Postladen Bergmann-Ecke-Nostitz« und sowieso »ganz Berlin«. Ebenfalls dabei war, hier wird es überraschender: Dietmar Wunder. Der Synchronsprecher von Daniel Craig dürfte jedem aus den James-Bond-Filmen bekannt sein. Pashanim ist großer 007-Fan. Wunder spricht ihn mit seinem bürgerlichen Namen Can an, Pashanim nennt Wunder nur James. Davor und danach gibt es Wetterdurchsagen und Verkehrsansagen. Pashanim spricht von Verspätungen statt Verzögerungen, in Berlin fährt man halt S-Bahn. »Blitzerwarnung auf der Bornholmer Straße und ein mobiler Blitzer auf der Masurenallee in Charlottenburg. Gute Fahrt und passt auf euch auf!« In der Radiosendung lässt Pashanim natürlich Berliner Rap spielen, seine größten Hits wie »Sommergewitter«. Aber auch »Porcelain« von Moby oder »Sky and Sand« von Paul und Fritz Kalkbrenner. Paul hat Pashanim auf seinem Album einen Song gewidmet: »Berlin Calling«, so heißt auch ein Film, in dem Kalkbrenner mitspielt. In seinem Song rappt Pashanim: »Zwanzigtausend vor der Stage als wär ich Kalkbrenner. Und im Radio hörst du Pasha jetzt auf alle Sender.« Im Gespräch mit Wunder aka Bond kommt Pashanim fast schon aus sich heraus. Wunder fragt ihn, was Lounge, also sein Albumtitel, für ihn bedeutet. Pashanim erklärt den Vibe seiner neuen Musik in Stichworten: »Nokia 8800, alte Potsdamer-Platz-Arkaden, die Farbe Orange, HiFi-Soundsysteme, Ambilight, Blu-Ray-DVDs, Spielbank Potsdamer Platz, Walther PPK, Porzellanaschenbecher, Cappuccinos, Espressos, Air Max 2013, September der Monat, der Tag Freitag, Boss Green, Boss Orange, Acqua di Gio, Dolce Gabbana Light Blue, Big-Red-Kaugummi und Casino Royale, der Film.« Wann Pashanims eigener Film kommt? Dazu könne er nichts sagen. Schon aber, dass der Film nicht von ihm handeln werde, es werde einfach »ein kranker Film«. Pashanim beendet seine Show mit einer Danksagung, mit »Freiheit für Palästina, Freiheit für Kurdistan«. Und mit: »Ich küsse eure Augen, Grüße an ganz Berlin.« Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version haben auch wir an einer Stelle Wunder und Craig verwechselt. Wir haben die Passage korrigiert. hba