Patchday: Microsoft schließt 400 Schwachstellen, 42 davon kritisch
Am 11. August 2026 hat Microsoft turnusgemäß umfangreiche Sicherheitsupdates für seine Betriebssysteme und Softwareprodukte veröffentlicht. Der als Patchday bekannte Termin adressiert kritische Schwachstellen in Windows 10, Windows 11 sowie in Office, Edge und weiteren Entwicklertools. Neben der Schließung von Sicherheitslücken, von denen einige bereits aktiv für Angriffe ausgenutzt wurden, integriert das Unternehmen neue Funktionen in aktuelle Windows-Versionen. Kritische Schwachstellen und aktiv ausgenutzte Zero-Days Die Gesamtzahl der behobenen Fehler variiert je nach Quelle leicht, liegt jedoch in einem Bereich von rund 400 Schwachstellen. Während Berichte von 398 korrigierten Fehlern sprechen, führen andere Analysen bis zu 421 Sicherheitslücken (CVEs) auf. Davon wurden mindestens 42 als kritisch eingestuft. Besonders im Fokus steht die Kennung CVE-2026-68820, die eine Schwachstelle im Windows-Treiber für WinSock (afd.sys) beschreibt. Diese Lücke ermöglicht eine Ausweitung von Berechtigungen auf SYSTEM-Ebene und wurde laut Sicherheitsanalysten bereits aktiv von der sogenannten Lazarus Group in der „Operation Dream Job“ ausgenutzt, um Ziele im europäischen und indischen Verteidigungssektor anzugreifen. Anzeige Wer angesichts kritischer Sicherheitslücken und System-Updates Unterstützung benötigt, findet in diesem kostenlosen Ratgeber verständliche Soforthilfe. Erfahren Sie, wie Sie typische Fehler und Update-Probleme ganz einfach ohne teuren IT-Techniker lösen. Windows 11 Probleme jetzt selbst beheben Weitere öffentlich bekannte Schwachstellen, die nun geschlossen wurden, umfassen CVE-2026-62832 im Windows User Profile Service sowie CVE-2026-62737, einen Kernel-Zero-Day. Zudem adressiert Microsoft mehrere kritische Lücken für Remotecodeausführung (RCE) mit einem CVSS-Score von 9.8, darunter Fehler in den Windows Deployment Services (CVE-2026-62893), im QUIC-Protokoll (CVE-2026-62815) und im DNS-Server (CVE-2026-62878). Auch der DHCP-Server war von einer RCE-Schwachstelle betroffen (CVE-2026-62823, CVSS 8.8). Funktionsupdates für Windows 11 Für Nutzer von Windows 11 bringen die Updates unter der Nummer KB5121003 (für die Versionen 24H2 und 25H2) neben Sicherheitsfixes auch funktionale Neuerungen. Die Build-Nummern steigen dabei auf 26100.9168 beziehungsweise 26200.9168. Zu den Neuerungen gehört eine verbesserte Stimmisolierung beim Voice Access, die nun drei verschiedene Modi bietet. Zudem wird die koreanische Sprachsteuerung unterstützt und Widgets können nun die Akzentfarbe des Systems übernehmen. Im Bereich der Hardware-Interaktion führt das Update neue Touchpad-Gesten ein. Eine signifikante Änderung betrifft Windows Hello: Die Funktion Enhanced Sign-in Security (ESS) unterstützt nun auch externe Fingerabdrucksensoren. Kleinere Anpassungen umfassen die Anzeige der Dateigröße im Explorer sowie eine optimierte Suchfunktion. Microsoft wies darauf hin, dass bei der Installation ein Fehler bei der SCEP-Zertifikatregistrierung auftreten kann, der jedoch in den meisten Fällen ignoriert werden könne. Anzeige Damit Sie bei Systemausfällen oder Hardware-Wechseln jederzeit handlungsfähig bleiben, empfiehlt sich ein vorsorglich erstelltes Rettungs-Medium. Dieser Gratis-Report zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie einen USB-Stick für Installationen und Notfall-Reparaturen vorbereiten. Kostenlose Anleitung für Windows-Boot-Stick sichern Unterstützung für Windows 10 und weitere Produkte Auch für ältere Systeme stellt Microsoft weiterhin Patches bereit. Windows 10 Version 22H2 erhält das Update KB5120249 im Rahmen des Extended Security Update (ESU) Programms. Für die Vorschauversion von Windows 11 (26H1) wurde das Paket KB5121000 veröffentlicht. Neben den Betriebssystemen wurden auch Sicherheitsaktualisierungen für den Browser Edge, die Office-Suite, das .NET Framework sowie Visual Studio bereitgestellt. Die Verteilung der Updates erfolgt automatisch über die integrierte Windows-Update-Funktion. Systemadministratoren können die Pakete zudem über die Windows Server Update Services (WSUS) oder den Microsoft Update-Katalog für den manuellen Download beziehen. Fachleute raten aufgrund der aktiv ausgenutzten Zero-Day-Lücken zu einer zeitnahen Installation der bereitgestellten Sicherheitspatches.