Patienten getötet? Wende im Mordprozess: Arzt aus U-Haft entlassen
Stand: 28.07.2026 16:40 Uhr Im Mordprozess gegen einen Arzt der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) gibt es eine Wendung: Der Mediziner ist nicht mehr in U-Haft. Die Anklage wirft ihm vor, zwei schwer kranke Patienten mit Medikamenten getötet zu haben. Der 49-Jährige sei aus der Untersuchungshaft entlassen worden, teilten seine Anwälte mit. Das Landgericht Hannover bestätigte das: Nach Einschätzung der Kammer liege kein dringender Tatverdacht mehr vor, so ein Sprecher des Gerichts. Es sei möglich, dass die Medikamentengabe "medizinisch vertretbar" gewesen sein könnte. Der Arzt ist wegen Mordes und versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Angeklagter wies Mordvorwurf als "monströs" zurück Die Staatsanwaltschaft wirft dem 49-Jährigen vor, zwei Patienten im Alter von 20 und 71 Jahren durch die Verabreichung von Medikamenten getötet zu haben. Das sei gegen ihren ausdrücklichen Willen beziehungsweise gegen den von Angehörigen erklärten Weiterbehandlungswunsch passiert. Zudem soll er als Notarzt versucht haben, eine 82-jährige Patientin zu töten. Im Prozess hatte der 49-Jährige den Mordvorwurf als "monströs" zurückgewiesen. Der Mediziner betonte vor Gericht, es sei seine Pflicht, Patienten ein Sterben ohne Luftnot und Schmerzen zu ermöglichen. Ihn habe das Recht der Patienten auf einen würdigen Tod geleitet, so der Angeklagte. Endet der Prozess mit Freispruch? Aus ihrer Sicht habe sich ihr Mandant "innerhalb der Grenzen strafloser indirekter Sterbehilfe bewegt", teilten die Anwälte des Angeklagten mit. Sie kommentierten laut Mitteilung: "Wir sehen uns in unserer Zuversicht bestärkt, dass der Strafprozess mit dem erstrebten Freispruch endet." Der nächste Prozesstag ist am 14. August angesetzt.