DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,21 % 64.447,15 USD 07:18:55 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Payment for Order Flow: Neues Verbot

Wirtschaft

Ab dem 1. Juli 2026 gilt das Verbot für Payment for Order Flow (PFOF) auch für Kund*innen von Neobrokern in Deutschland. Diese dürfen nach EU-weitem Recht dann kein Geld mehr dafür bekomm, Kundenaufträge an bestimmte Handelsplätze oder Zwischenhändler weiterzuleiten. Für Nutzer*innen kann das bedeuten, dass sich Preismodelle ändern. Doch was sagen Trade Republic, Scalable und Co.selbst dazu? Das Verbraucherportal biallo.de hat die Anbieter befragt. Payment for Order Flow: Das steckt dahinter Im Detail bedeutet Payment for Order Flow, kurz PFOF, dass ein Broker wie beispielsweise Trade Republic Kauf- oder Verkaufsaufträge seiner Kundinnen und Kunden an bestimmte Handelsplätze oder Market Maker weitergibt und dafür eine Vergütung bekommt. Dadurch konnten viele sehr günstige oder scheinbar kostenlose Trades anbieten. Kritisch daran ist der Interessenkonflikt, der durch das neue Verbot ausgehebelt werden soll. Denn ein Neobroker könnte einen Auftrag dorthin weiterleiten, wo er selbst am meisten verdient und nicht zwingend dorthin, wo Kundinnen und Kunden den besten Ausführungspreis bekommen. Dabei handelt es sich allerdings um kein rein deutsches Verbot, sondern um eine EU-weite Kapitalmarktvorgabe. Die Bundesrepublik hat nur den zulässigen Übergangszeitraum bis zum 30. Juni 2026 ausgeschöpft, so dass „das PFOF-Verbot [danach] auch auf inländische Kunden Anwendung“ findet und ein bisheriges, darauf gestütztes Vergütungsmodell ab Juli 2026 nicht mehr in dieser Form fortgeführt werden darf. Wie einzelne Broker ihre Gebühren danach gestalten, ist die Frage, die sich für viele Anleger*innen daraus stellt. Denn einzelne Trades könnten ohne die Payment for Order Flow-Praxis teurer, Flatrates oder Abo-Modelle wichtiger werden, oder Broker stärker über andere Einnahmequellen arbeiten. Positiv ist dagegen, dass die Orderausführung transparenter und stärker am Kundeninteresse ausgerichtet werden soll. Das sagen Neobroker zum PFOF-Aus Das Verbraucherportal biallo.de hat nach eigener Aussage die bekanntesten Anbieter dazu befragt. Dazu gehören: Trade Republic Scalable Capital Smartbroker+ Traders Place Trading212 Just Trade Finanzen.net Zero Finanzen.net Zero äußert sich laut biallo.de in der Befragung nicht konkret dazu, ob und wie sich die Konditionen nach dem PFOF-Verbot verändern. Der Anbieter betont lediglich, seinen Kundinnen und Kunden auch künftig attraktive Angebote machen zu wollen. Eine klare Zusage zu dauerhaft kostenlosen ETF-Sparplänen oder unveränderten Ordergebühren wird damit nicht gegeben. Just Trade legt sich zur konkreten Ausgestaltung seines Geschäftsmodells nach dem 1. Juli 2026 ebenfalls noch nicht fest. Der Anbieter geht jedoch davon aus, dass sich die Konditionen für Endkundschaft nicht grundlegend verändern werden. Damit signalisiert man zwar Stabilität, vermeidet aber eine harte Garantie zu einzelnen Gebührenmodellen. Scalable Capital gibt dagegen an, dass Kundinnen und Kunden auch nach dem Aussetzen von Payment for Order Flow gebührenfreie Sparpläne neu einrichten und bestehende Sparpläne ohne Bruch weiterführen können. Zudem sollen Anlegerinnen und Anleger weiterhin zu den bekannten Konditionen handeln können. Man verweist laut biallo.de darauf, die EU-Vorgaben bereits seit 2024 umgesetzt zu haben und dem PFOF-Verbot in allen aktiven Märkten zu entsprechen. Als mögliche Erlösquelle setzt der Anbieter unter anderem auf den eigenen Handelsplatz European Investor Exchange, außerdem auf Produkte wie Vermögensverwaltung, Premium-Depot und den eigenen ETF. Smartbroker+ will den Wegfall wohl nach eigener Aussage nicht an die Kundschaft weitergeben – weder bei Einzelorders noch bei ETF-Sparplänen. Der Anbieter kündigt an, den vollständigen Produktumfang zu unveränderten Konditionen anbieten zu wollen. Vorstand Thomas Soltau geht davon aus, dass die Ära der Null-Euro-Order nicht endet. Smartbroker+ betont außerdem, das Geschäftsmodell nie vorrangig auf PFOF aufgebaut zu haben. Kostenoptimierungen sollen den Umsatzrückgang durch den Wegfall der Rückvergütungen weitgehend ausgleichen. Trade Republic äußert sich in der Befragung zufolge wohl vergleichsweise knapp. Mit Blick auf ETF-Sparpläne bekräftigt der Anbieter jedoch, an seinem Gründungsversprechen festzuhalten und die kostenlose Ausführung von Sparplänen weiterhin ermöglichen zu wollen. Darüber hinaus verweist biallo.de darauf, dass Trade Republic eine BaFin-Lizenz für einen eigenen Handelsplatz erhalten hat, wodurch künftig unter anderem Erlöse über Spreads möglich sein könnten. Traders Place rechnet ebenfalls nicht damit, dass kostenloser Wertpapierhandel durch das PFOF-Verbot verschwindet. Nach Aussage von CEO Ernst Huber sollen Orders für Kundinnen und Kunden unter dem Strich nicht teurer werden. An Handelsplätzen wie Gettex oder im außerbörslichen Handel der Baader Bank sollen Orders ab 500 Euro weiterhin gebührenfrei möglich sein. Der Anbieter beziffert den PFOF-Anteil am Umsatz auf weniger als zwanzig Prozent und sieht starkes Kundenwachstum als Möglichkeit, eventuelle Einnahmeausfälle auszugleichen. Trading212 begrüßt das Verbot sogar ausdrücklich, da Payment for Order Flow nach Aussage des Anbieters nie Teil des eigenen Geschäftsmodells war. Deshalb plane man auch keine Änderung der Gebührenstruktur und will die Null-Euro-Order weiterhin anbieten. Als Erlösquellen nennt der Anbieter unter anderem Gebühren für Währungsumrechnungen bei nicht in Euro gehandelten Aktien sowie den Handel mit CFDs (Contract for Difference beziehungsweise Differenzkontrakt). Zudem wurde das Angebot an sparplanfähigen ETFs und Aktien ausgeweitet. Topaktuell Wie verlässlich sind die Aussagen? Trotz der auch vielen positiven Aussagen sollten Anleger*innen ab 1. Juli 2026 genau auf die beworbene „0-Euro-Order“ sowie auf die Gesamtkosten pro Kauf und Verkauf schauen. Besonders wichtig sind mögliche Änderungen bei Spreads (der Differenz zwischen dem Kauf- und Verkaufspreis eines Finanzprodukts), vor allem außerhalb der üblichen Handelszeiten, sowie neue oder höhere Gebühren für Produkte jenseits klassischer Aktien und ETFs, etwa Fonds, Anleihen oder Kryptowährungen. Auch ETF-Sparpläne können kostenlos bleiben, während einzelne ETFs außerhalb von Partneraktionen kostenpflichtig sind. Zudem sollten Kund*innen Preisverzeichnisse, AGB-Änderungen und Mitteilungen ihres Brokers genau prüfen. Wenn die tatsächlichen Kosten nach dem Aus von Payment for Order Flow doch steigen, kann ein Depotvergleich oder Anbieterwechsel sinnvoll sein. Quellen: Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde, Bundesfinanzministerium, biallo.de Hinweis: Ukraine-Hilfe Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine. Hier kannst du den Betroffenen helfen. Hinweis: Affiliate-Links 🛒 Die mit dem Einkaufswagen 🛒 gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links. Die Produkte werden nach dem besten Wissen unserer Autoren recherchiert und teilweise auch aus persönlicher Erfahrung empfohlen. Wenn Du auf so einen Affiliate-Link klickst und darüber etwas kaufst, erhält unsere Redaktion eine kleine Provision von dem betreffenden Online-Shop. Für Dich als Nutzer verändert sich der Preis nicht, es entstehen hierdurch keine zusätzlichen Kosten. Die Einnahmen tragen dazu bei, Dir hochwertigen, unterhaltenden Journalismus kostenlos anbieten zu können.

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