Pegasus-Spähsoftware Marokko: "Ich sollte jemanden observieren, der mit einer Frau schläft"
In großen Spionagefällen sind es meist nur die Geheimdienstler, die ihre Zielpersonen zermürben. Die ihnen Zweifel einpflanzen: Hört mich jemand ab? Folgt mir jemand? Wem kann ich trauen? Omar Radi, ein marokkanischer Journalist, trieb andersherum auch seine Verfolger in die Verzweiflung. Ein stückweit zumindest. Schwer zu fassen sei der Reporter gewesen, berichtet einer seiner Überwacher, ein ehemaliger marokkanischer Geheimdienstler. Ständig sei Radi in irgendwelche Züge gesprungen. Vor Treffen habe er sein Handy ausgeschaltet, oder er ließ es gleich zu Hause. Wenn er telefonierte, legte er oft auf, bevor es interessant wurde. Und: Nächtelang zog er durch Clubs. »Das war Folter für die Kollegen«, sagt der Geheimdienstler. Schließlich hätten sie eine »Monsterwaffe« gegen ihn richten müssen, wie der Mann sagt, weil sonst nichts half: Pegasus.