Perfekte Mitte zwischen Fitbit Air & Pixel Watch?
Es kommt ein Nachfolger zum Fitbit Charge 6: Mit dem Fitbit Edge schließt Google die Lücke zwischen dem minimalistischen, displaylosen Fitbit Air und der umfangreichen und auch teureren Pixel Watch 5. Das neue Fitness-Band bringt daher ein kleines Display mit, soll eine Akkulaufzeit von bis zu einer Woche erreichen und dabei euren Geldbeutel nicht sprengen. Doch, für wen ist der dezente Tracker gedacht?
Was zeichnet das Google Fitbit Edge aus?
Das Fitbit Edge positioniert sich als smarter Alltags- und Fitnessbegleiter, der zwar weiterhin dezenter als eine Uhr daherkommt, aber dennoch eine Interaktion über das Display erlaubt – beispielsweise während eines Trainings. Im 11,58 Millimeter schlanken und mit 17,7 Gramm federleichten Gehäuse aus recyceltem Aluminium sitzt ein 1,34 Zoll großes AMOLED-Farbdisplay mit Always-On-Unterstützung, das gegenüber dem Charge 6 (zum Test) rund 46 Prozent mehr Bildschirmfläche bietet.
Die Benutzeroberfläche erinnert optisch an WearOS mit anpassbaren Widgets und einer morgendlichen Übersicht, wird jedoch über ein leichtfüßiges RTOS mitsamt Seitentaste gesteuert. Dadurch kann Google vermutlich auch die Akkulaufzeit von bis zu sieben Tage Laufzeit realisieren (zwei Tage bei durchgehend aktiviertem Always-on-Display). Über den magnetischen Pin-Charger, welcher identisch zum Ladekabel des Fitbit Air (zum Test) ist, genügen laut Google bereits fünf Minuten Ladezeit, um wieder Energie für einen vollen Tag zu tanken.
Umfangreiches Fitness-Tracking
Neben optischer PPG-Pulsmessung mit Machine-Learning-Auswertung, EKG-Funktion, SpO2-Erfassung und Höhenmesser ist auch ein Fernfeld-Hauttemperatursensor an Bord. Zudem bietet das Edge autarkes Single-Band-GPS, sodass Strecken auch ohne mitgeführtes Smartphone präzise aufgezeichnet werden – ein gutes Upgrade gegenüber dem Fitbit Air.
Über die Google Health App könnt ihr eure Schritte, Schlafzeiten und den heutigen Energiewert dann einsehen. Darüber hinaus bekommt ihr neuerdings über den „Health Guardian“ auch monatliche Einblicke zu Blutdruck-Trends, Tendenzen zur Insulinresistenz und mehr. Wer sich das optionale (!) Health Premium Abo (ab 9€ pro Monat) gönnt, kann sich mit dem KI-Coach auch individuelle Trainingspläne erstellen lassen oder mehr Insights zu den Gesundheitswerten bekommen.
Das Gehäuse ist darüber hinaus nach IP68IP68 ist eine IP-Zertifizierung und gibt an, dass das Produkt gegen Staub und Wasser geschützt ist. Dabei kann das Produkt für längere Zeit in Wasser getaucht werden. Smartphone Hersteller limitieren trotz Zertifizierung meist auch mit IP68 die Eintauch-Dauer. Mehr zu IP-Zertifizierungen sowie 5 ATM gegen Wasser geschützt, dennoch wurde das Band reparierbar konstruiert – der Akku lässt sich beispielsweise austauschen.
Was kann das Fitbit Edge mehr als das Fitbit Air?
Während das Fitbit Air ganz bewusst als rein displayloses Band für ablenkungsfreies Tracking konzipiert wurde, richtet sich das Edge an alle, die aktives visuelles Feedback direkt am Handgelenk schätzen. Durch das verbaute Display lassen sich Live-Metriken, aktuelle Pulsbereiche, das Lauftempo oder absolvierte Höhenmeter während des Trainings unmittelbar ablesen. Zudem können Workouts über die mechanische Taste direkt am Handgelenk gestartet oder pausiert werden.
Dank des integrierten GPS-Moduls und des Höhenmessers zeichnet das Edge auch Outdoor-Strecken völlig unabhängig vom Smartphone auf. Abgerundet wird das Edge durch das Anzeigen eingehender Smartphone-Benachrichtigungen, Wecker, Timer und eine Mediensteuerung für Musik auf dem gekoppelten Telefon.
Übrigens: Für das Fitbit Air folgt noch diesen Monat das Health Guardian-Update mit Trends zu Insulinresistenz und Blutdruck sowie Ende Oktober neue Mesh-Edelstahlarmbänder in Champagne Gold und Polished Silver.
Wo liegen die Unterschiede zur Pixel Watch 5?
Trotz seiner smarten Anleihen bleibt das Fitbit Edge ein fokussiertes Fitness-Band und ersetzt keine ausgewachsene Smartwatch. Google verzichtet beim Edge auf einen NFC-Chip, weshalb kontaktloses Bezahlen via Google Wallet nicht möglich ist. Auch das Herunterladen von Playlists für die Offline-Musikwiedergabe ohne Smartphone klappt nicht.
Darüber hinaus gibt es keinen Zugang zum Google Play Store für Drittanbieter-Apps, keinen Lautsprecher für Telefonate oder Sprachassistenten und keine vollwertigen Texteingaben für Messenger-Nachrichten – Android-Nutzer müssen sich mit vorgefertigten Quick Replies begnügen.
Beim GPS kommt zudem klassisches Single-Band zum Einsatz, während die Pixel Watch 5 auf präziseres Dual-Band-GPS mit Satelliten-Post-Processing setzt – dadurch werden Laufstrecken vor allem in Städten präziser aufgezeichnet.
Im Gegensatz zur Pixel Watch 5, die ausschließlich mit Android harmoniert, ist das Fitbit Edge plattformübergreifend mit Android (ab Version 11) und Apple iOS (ab iOS 16.4) kompatibel. Wer mehrere Geräte besitzt, profitiert vom „Dual-Wear“: Edge, Air und Watch lassen sich parallel tragen, die Google Health App rechnet die Daten im Hintergrund automatisch zusammen.
Preise und Verfügbarkeit
Das Google Fitbit Edge erscheint Ende Oktober 2026 für 179,99 Euro UVP inklusive drei Monaten Google Health Premium. Zur Wahl stehen die Varianten Matte Black mit Obsidian-Band, Polished Silver mit Fog-Band, Satin Pyrite mit Olive-Band und Champagne Gold mit Canyon-Band. Für 219,99 US-Dollar gibt es (vermutlich nur in den USA) ein Stephen Curry Sondermodell mit atmungsaktivem Funktionsarmband, satinierten Pyrit-Anstößen und eigenem Basketball-Watchface.
Parallel dazu baut Google das Software-Ökosystem aus: Die Google Health App synchronisiert sich mit über 100 Drittanbieter-Apps und kooperiert neuerdings mit der Zyklus-App Flo. Eine verbesserte Aktivitätserkennung auf Basis von LLM-Reasoning erkennt zudem über 100 Sportarten vollautomatisch und arbeitet dank historischer Gewohnheitsdaten doppelt so präzise.