Peru: Keiko Fujimori mit knapper Mehrheit zur Siegerin der Präsidentenwahl erklärt
Das Wahlergebnis war äußerst knapp. Gerade einmal 49.641 Stimmen trennten die Kontrahenten in einem Land mit 27 Millionen Wahlberechtigten. Fujimori setzte sich mit 50,13 Prozent der Stimmen gegen ihren linksgerichteten Rivalen Roberto Sánchez mit 49,86 Prozent durch, wie die Wahlbehörde am Montag in Lima mitteilte. »Mit jedem Tag kommen wir dem Beginn eines Weges der Ordnung und Hoffnung für alle Peruaner näher«, schrieb Fujimori nach der Bekanntgabe des Ergebnisses im Onlinedienst X. Sie werde auf die offizielle Bekanntmachung der endgültigen Wahlergebnisse durch die nationale Wahlkommission JNE in den kommenden Tagen mit »großer Bescheidenheit, Umsicht und Verantwortungsbewusstsein« warten. Vater war erst Präsident und saß dann im Gefängnis Die 51-Jährige ist die Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori, der Peru von 1990 bis 2000 mit harter Hand regierte. Der Wahlkampf drehte sich um die zunehmende Kriminalität in Peru und um die chronische politische Instabilität, die dazu geführt hat, dass das südamerikanische Land in einem Jahrzehnt acht Präsidenten erlebt hat. Für den Fall ihres Wahlsiegs hatte Fujimori ein hartes Durchgreifen gegen Kriminalität und irreguläre Migration angekündigt. Ihr Rivale Sánchez, der zum ersten Mal kandidierte, kommentierte das Wahlergebnis zunächst nicht. Er hatte den Behörden Unregelmäßigkeiten bei der Auszählung der Auslandsstimmen vorgeworfen und bereits erklärt, dass er eine von Fujimori geführte Regierung nicht anerkennen werde. Fujimori wird ihre fünfjährige Amtszeit am 28. Juli antreten. Sie war mit 19 Jahren First Lady in Peru geworden, nachdem sich ihre Mutter öffentlich von ihrem Vater losgesagt hatte. Später machte sie in den USA eine Ausbildung zur Betriebswirtin.