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Peter Altmaier verblüfft bei Lanz mit Aussage über Merz

Nation

Kommt es wegen der AfD zu einer Spaltung innerhalb der Union? Bei "Markus Lanz" zeigte sich CDU-Politiker Peter Altmaier besorgt mit Blick auf die jüngste Wahl des AfD-Landtagspräsidenten Tobias Rausch in Sachsen-Anhalt. Als Lanz konkret die Errungenschaften von Bundeskanzler Friedrich Merz ansprach, reagierte Altmaier überraschend ehrlich.

Eine TV-Nachlese

von Natascha Wittmann

Diese TV-Nachlese gibt die persönliche Sicht von Natascha Wittmann auf die Sendung wieder. Sie basiert auf eigenen Eindrücken und ordnet das Geschehen journalistisch ein. Informiere dich, wie unsere Redaktion mit Meinungen in Texten umgeht.

Auch die Frage nach dem Bestehen der Brandmauer wurde einmal mehr laut. Nach den verheerenden Ergebnissen der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin warnte SPD-Politiker Karl Lauterbach gegenüber dem "Spiegel" vor einem Zerfall der CDU. Er befürchtete, es drohe eine Spaltung, sollte die Partei ihre Abgrenzung gegenüber der AfD aufgeben. Markus Lanz griff dies am Donnerstagabend auf und blickte in seiner Sendung auf die brenzlige Lage, in der Bundeskanzler Friedrich Merz aktuell steckt.

Die Gäste bei "Markus Lanz"

Peter Altmaier: CDU-Politiker und Ex-Kanzleramtschef

Ulrike Herrmann: "taz"-Wirtschaftsredakteurin

Daniel Stelter: Ökonom

Alexander Gertz: Sanitäter

Der besondere Moment

Am Donnerstag blickte Markus Lanz nach Sachsen-Anhalt, wo mit Tobias Rausch der erste AfD-Landtagspräsident gewählt wurde. "Wie haben Sie am Dienstag nach Magdeburg geschaut?", wollte der ZDF-Moderator von Peter Altmaier wissen. Der CDU-Politiker antwortete ehrlich, dass die Wahl von Rausch "eine Demütigung für die CDU" gewesen sei: "Ich war sehr empört."

Altmaier ergänzte, dass er jedoch vor allem "entsetzt" und "erschüttert" darüber sei, dass sich "die Parteien der demokratischen Mitte jetzt auch in Sachsen-Anhalt gegenseitig zerlegen". Der Ex-Kanzleramtschef fügte hinzu: "Wir gehen hier der AfD auf den Leim. Ich finde, wir machen durch eigene Fehler die Situation schlimmer, als sie eigentlich sein müsste." Altmaier gab zu, dass er es bevorzugt hätte, "wenn die demokratischen Parteien der Mitte an dieser Abstimmung gar nicht teilgenommen hätten".

Er wetterte weiter: "Beschluss war, wir enthalten uns! (...) Und das bedeutet, dass wir natürlich mangelnde Geschlossenheit haben." Peter Altmaier wurde daraufhin grundsätzlich. Er warnte: "Wir sind am Beginn eines Prozesses, wo wir es der AfD sehr, sehr leicht machen." Lanz hakte nach: "Wo die Brandmauer jetzt deutlich durchlässiger wird?" Altmaier wiegelte ab: "Ich glaube, dass der Begriff Brandmauer von Anfang an falsch war. Ich habe den noch nie in meinem Leben benutzt, weil ich ihn immer für problematisch gehalten habe."

Abseits der Diskussion um die Brandmauer mahnte Altmaier, "dass eine Staatskrise droht". Gleichzeitig gebe es "eine Krise des überlieferten Parteiensystems". Der CDU-Politiker zeigte sich vor allem besorgt darüber, dass "die Verluste (...) der demokratischen Parteien der Mitte (...) fast ausschließlich der Linken und der AfD" zugutekommen. Die politische Stabilität im Land mache ihm Sorgen, gab Altmaier zu bedenken: "Es blinken alle roten Lampen."

Der Schlagabtausch

Markus Lanz beleuchtete in seiner Sendung auch den Status der amtierenden Bundesregierung und fragte: "Ist Friedrich Merz ein Profi?" Altmaier überlegte und gab zu: "Er muss seine Rolle finden." Lanz fragte fassungslos: "Nach 17 Monaten muss da jemand seine Rolle finden?"

Altmaier ließ sich davon nicht beirren und stellte klar: "Die Frage ist doch: Haben wir eine Bundesregierung, die alles richtig macht und nur falsch verstanden wird? Oder gibt es tatsächlich Dinge, die die Enttäuschung der Bürgerinnen und Bürger rechtfertigt? Und ich sage: Ja, wir haben zu viel gestritten, wir haben zu wenig beschlossen." Über die Zusammenarbeit der Koalition zwischen Union und SPD sagte der CDU-Mann schonungslos, es hätten "sich Pleiten, Pech und Pannen aneinandergereiht".

Lanz wollte deshalb wissen: "Wird diese Koalition bis zum Ende funktionieren?" Journalistin Ulrike Herrmann antwortete deutlich: "Ich bin mir sicher, dass wir nicht vorgezogene Neuwahlen haben werden, weil (...) das Selbstmord für alle Beteiligten wäre." Ökonom Daniel Stelter stimmte zu, merkte jedoch nüchtern an: "Es ist ziemlich egal, wer Kanzler ist und CDU-Chef ist. Es wird ziemlich schwer sein, den Niedergang der CDU umzudrehen und das hat etwas zu tun mit den wirtschaftlichen Grundfaktoren."

Der Special Guest

Alexander Gertz, Sohn ukrainisch-russischer Spätaussiedler, arbeitet bereits seit Ende 2023 als Sanitäter beim ukrainischen Militär. Bei "Markus Lanz" beschrieb er die Brutalität des Krieges und sagte: "So ein Krieg bricht Menschen." Gertz gab offen zu, dass er nicht mehr der Mensch sei, der er vor Beginn des Krieges war. Gleichzeitig merkte er jedoch an: "Würde der Krieg dich nicht brechen, dann würde ich dir nicht über den Weg trauen als Mensch."

Im Gespräch mit dem ZDF-Moderator berichtete er nicht nur nüchtern von den teils traumatischen Szenen, mit denen er vor Ort konfrontiert werde. Er erklärte auch, dass er selbst ständig in Gefahr sei: "Gehirnerschütterungen sind gang und gäbe." Der Sanitäter fügte nachdenklich an: "Das hat sehr viel mit mir gemacht."

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Als Lanz den Blick in die Zukunft wagte, erklärte Alexander Gertz: "Ich bin der festen Überzeugung, dass dieser Krieg mittlerweile nicht mehr militärisch gewonnen werden kann." Zeitgleich forderte er, dass es weiterhin "westliche Unterstützung" brauche, um der Ukraine die beste Verhandlungsposition zu ermöglichen. © 1&1 Mail & Media/teleschau

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