Peter Giesel wird am Grand Canyon das Handy abgenommen - dann folgt deftige Foto-Rechnung
„Ich freue mich drauf“, entgegnet Peter Giesel, als er sich früh am Morgen von einem Bus einsammeln lässt, der ihn und sein Team zum Grand Canyon bringen soll. Für die Kabel-Eins-Sendung „Achtung Abzocke - Urlaubsbetrügern auf der Spur“ ist Giesel nach Amerika gereist. Sein heutiges Ziel: die rund 450 Kilometer lange Schlucht im Norden des US-Bundesstaates Arizona. Für 130 Euro pro Person geht es mit einer geführten Bustour los. Auf dem Weg zum Grand Canyon steht zunächst ein Zwischenstopp am Hoover-Damm auf dem Programm. Nach einem kurzen Halt an der 221 Meter hohen Bogenstaumauer geht es weiter zum eigentlichen Highlight der Reise. Doch kaum angekommen, gibt es für den Moderator bereits die erste Ernüchterung: Eine Absperrung vor den Klippen verhindert das perfekte Urlaubsfoto. Aber Peter Giesel wäre natürlich nicht Peter Giesel, wenn er nicht noch eine Möglichkeit fände, näher ans Geschehen zu kommen. Für weitere 54 Euro kauft er sich den Eintritt zum Skywalk, einer Aussichtsplattform in Form einer hufeisenförmigen Glasbrücke. Teuer, findet Giesel. Aber für „dieses eine tolle Foto über dem Tal“ sei es ihm das Geld wert. Auch das „Achtung Abzocke“-Team kommt nicht mit Kameras herein Die Vorfreude hält allerdings nicht lange. Als Giesel gemeinsam mit seinem Kameramann durch die Ticketkontrolle geht, folgt eine Ansage, mit der er offenbar nicht gerechnet hat. Die Mitarbeiterin erklärt relativ gelangweilt: „Telefone, Taschen, Flaschen sind auf der Brücke verboten. Bitte schließt eure Sachen in den Spind ein“, bevor sie lustlos die Tickets scannt. Giesel ist sichtlich überrumpelt. „Wie soll ich dann Fotos machen?“, fragt er die Frau. Sein großer Moment für das perfekte Urlaubsfoto ist plötzlich in Gefahr. Die Antwort kommt prompt: „Wir haben Fotografen da draußen.“ Giesel kann darüber nur lachen. Denn er ahnt bereits, was das vermutlich bedeutet. Aber erst mal abwarten. Für das Kamerateam wird die Sache unterdessen tatsächlich zum Problem. Schließlich muss auch der Kameramann sein Arbeitswerkzeug abgeben. Zum Glück befindet sich nicht das komplette Team auf dem Skywalk, sodass zumindest ein Teil der Crew Giesel von außen filmen kann. Denn dieser genießt zunächst den spektakulären Ausblick. Doch eine Sache lässt ihm keine Ruhe: „Irgendwie ist da ein Wahnsinns-Wermutstropfen dabei - ich kann es nicht fotografieren.“ „Das hier ist ein Gebäude der Abzocke!“ Dann trifft Giesel auf zwei deutsche Touristen. Auch sie wollen das obligatorische Erinnerungsfoto und lassen sich deshalb gemeinsam mit Giesel von dem bereits angekündigten Fotografen ablichten. „Ich hoffe, dass ich gerade 15 Dollar verstanden habe, als es um den Preis ging“, so Giesel. „Falsch verstanden“, warnt der deutsche Tourist. Offenbar hat Giesel die Dimensionen des Fotogeschäfts noch nicht ganz erfasst. „Das machen die hier eigentlich nur für das Geld“, klärt der Mann Giesel auf. Und tatsächlich: Nach dem Ausflug auf die Plattform kommt die Rechnung. 25 Dollar kostet ein einzelnes Foto. Wer alle Bilder haben möchte, muss 50 Dollar bezahlen. Giesel entscheidet sich zähneknirschend für die teurere Variante. „Ich muss 50 Dollar für die Fotos zahlen und kann sie nicht mal mitnehmen“, ärgert sich Giesel bei der Verkäuferin. Denn die Fotos gibt es nur digital. Und auch das kann Giesel nicht wirklich versöhnen: „Ich bin echt enttäuscht jetzt, ich wollte die Fotos sehen.“ Am Ende steht damit eine Rechnung von 231 Euro: 130 Euro für die Bustour inklusive Halt am Hoover-Damm, 54 Euro für den Eintritt zum Skywalk und weitere 47 Euro für die Fotos - plus eine gehörige Portion schlechte Laune bei Peter Giesel. „Das hier ist ein Gebäude der Abzocke!“