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Peter Wild steigt mit 85 wieder ins Geschäft ein

Wirtschaft

Eppelheim. (lsw/mk) Im Alter von 85 Jahren steigt der Eigentümer des Getränkeherstellers Capri Sun, Hans-Peter Wild, wieder verstärkt ins operative Geschäft des Unternehmens ein. Der Schritt folgt auf die Entlassung von Firmenchef Roland Weening, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Weening sei vergangene Woche von seinen Aufgaben in der Capri Sun Group Holding AG entbunden worden – zu den Hintergründen machte das Unternehmen keine Angaben. Das Hauptwerk von Capri Sun ist in Eppelheim bei Heidelberg, wo das Unternehmen rund 840 Menschen beschäftigt. Hauptsitz ist allerdings in Zug in der Schweiz.

"Das Unternehmen wird weiterhin erfolgreich von den bestehenden Führungskräften und Mitarbeitenden sowie dem Eigentümer Dr. Hans-Peter Wild geführt", hieß es in einer Mitteilung des Getränkeherstellers. Wild, der das Unternehmen in den vergangenen 50 Jahren aufgebaut hatte, werde dabei weiterhin als Verwaltungsratspräsident tätig sein.

Er werde dabei unter anderem von Rolf Fallegger und weiteren Mitgliedern des Verwaltungsrats unterstützt. Fallegger habe seine langjährige Karriere bei Procter & Gamble begonnen und anschließend einen wesentlichen Teil seiner beruflichen Laufbahn bei Lindt & Sprüngli verbracht, wo er Mitglied der Konzernleitung war.

Roland Weening sei nicht länger für die Capri Sun Group Holding AG tätig, heißt es in einer Pressemitteilung. Er sei mit Wirkung zum Freitag, 18. September 2026, von seiner Position als CEO sowie von sämtlichen weiteren Aufgaben entbunden worden. Diese Formulierungen deuten daraufhin, dass die Trennung im Streit erfolgte.

Weening war seit mehr als zehn Jahren CEO. Unter seiner Führung wurde unter anderem der Markenname weltweit von Capri-Sonne zu Capri Sun vereinheitlicht. Eine wichtige Entscheidung war zudem der Bau eines neuen Produktionswerk im polnischen Stargard. Es soll Ende 2027 fertiggestellt sein und rund 70 Millionen Euro kosten.

Zuletzt sorgte Capri-Sun für Schlagzeilen, weil es sich seit 2024 um eine Rückkehr zum Plastikstrohhalm bemüht. Das Unternehmen startete dazu sogar eine Online-Petition bei der Plattform Change.org und wollte eine Million Unterschriften sammeln. Tatsächlich kamen aber nur auf weniger als 170 000. In diesem Zusammenhang hatte Wild offen Kritik geübt. "Die Petition war schlecht gemacht und falsch", sagte er Mitte Juni in einem Interview mit der RNZ. Inwieweit das beim jetzt verkündeten Ausscheiden Weenings eine Rolle gespielt haben könnte, bleibt offen.

Das Unternehmen will nach eigenen Angaben den Strohhalm aus dem gleichen Material herstellen wie den Trinkbeutel: dem Kunststoff Polypropylen. Capri Sun verkauft jährlich über sechs Milliarden Packungen in mehr als 100 Ländern.

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