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Petition an König Charles eingereicht: Billionen für Jamaika wegen Sklavenhandel?

Welt

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Kingston (Jamaika)/London (Großbritannien) – Es ist ein Leid, das sich in Geld kaum aufwiegen lässt. Die Regierung von Jamaika arbeitet aktuell an einer billionenschweren Wiedergutmachung von Großbritannien wegen Sklavenhandels in der Kolonialzeit. Dafür reichte Olivia Grange (80), Jamaikas Kulturministerin, am Montag (7. September) eine Petition bei König Charles III. (77) ein.

Ministerin Grange betonte, dies könne den Weg für eine „lange ausstehende Wiedergutmachung für die jahrhundertelangen grausamen Misshandlungen ebnen, die unsere afrikanischen Vorfahren erdulden mussten.“ Sie kündigte an, sich außerdem mit Vertretern des British Museums zu treffen, um über die Rückführung von Artefakten zu sprechen, die während der Kolonialzeit entwendet wurden. Grange: „Sie sind unbezahlbar, sie sind von großer Bedeutung für die Geschichte Jamaikas und wir arbeiten daran, sie nach Hause zu bringen.“

Entschädigung auf 8,18 Milliarden Euro beziffert

Im August 2023 berichtete das Ministerium für Kultur in Jamaika auf seiner Homepage, dass Olivia Grange ein Dokument erhalten habe, in dem die Entschädigungszahlungen für die transatlantische Sklaverei auf 9,5 Billionen US-Dollar (8,18 Milliarden Euro) beziffert wurden. Das Papier mit dem Titel „Bericht über Reparationen für die transatlantische Sklaverei in Amerika und der Karibik“ sei damals von der internationalen Wirtschaftsberatungsfirma „Brattle“ erstellt und an Grange überreicht worden.

Die aktuelle Petition, die Grange bei König Charles eingereicht hat, nennt noch keine konkrete Summe. Der Monarch spielt in dem Verfahren vor allem eine verfassungsrechtliche Rolle. Müsste Großbritannien tatsächlich Milliarden zahlen, würde das nach heutiger Rechtslage nicht König Charles privat treffen.

Olivia Grange möchte in einem ersten Schritt erreichen, dass Charles III. drei Rechtsfragen zur Klärung an das Judicial Committee of the Privy Council (oberstes britisches Berufungsgericht für Commonwealth-Staaten) weiterleitet: War die Verschleppung und Versklavung afrikanischer Menschen in Jamaika nach englischem Recht legal? Handelte es sich nach internationalem Recht um Verbrechen gegen die Menschlichkeit? Ist Großbritannien rechtlich verpflichtet, Jamaika Wiedergutmachung für die Versklavung und deren bis heute wirkende Folgen zu leisten?

Rückblick: Nach der Abschaffung der Sklaverei 1833 im größten Teil Großbritanniens zahlte die britische Regierung 20 Millionen Pfund Sterling als Entschädigung an Sklavenhalter. Diese Zahlungen stoßen Kulturministerin Olivia Grange verständlicherweise bitter auf: „Bis 2015 zahlte Großbritannien den Sklavenhaltern Geld, weil wir als Eigentum betrachtet wurden.“ Doch die gerechte Frage müsse nun lauten: Wenn der Staat damals bereit war, über Generationen hinweg Geld an die Täter (Sklavenhalter) zu zahlen, um das System zu beenden, müsse heute nach einer Lösung (Entschädigung) für die Nachfahren der Opfer gesucht werden.

Buckingham Palace versichert enge Zusammenarbeit

Wie geht es jetzt weiter? Ministerin Grange: „Sobald wir eine Rückmeldung zu den Rechtsfragen bekommen, werden die nächsten Schritte festgelegt.“ Ein Sprecher des Buckingham Palastes versicherte eine enge Zusammenarbeit mit dem Generalgouverneur von Jamaika, um sicherzustellen, dass die Petition ordnungsgemäß eingereicht wird.

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