Pfalz: Polizei durchsucht JVA Rheinbach und mehrere Wohnungen
Hintergrund ist nach SPIEGEL-Informationen ein Ermittlungsverfahren gegen derzeit zehn Beschuldigte, darunter acht Justizvollzugsbeamte der JVA Rheinbach. Es geht unter anderem um den Verdacht der Bestechlichkeit beziehungsweise Bestechung sowie um den Verdacht des illegalen Handels mit Betäubungsmitteln. Verbotene Gegenstände ins Gefängnis geschmuggelt? Wie ein Sprecher der Bonner Polizei auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa sagte, gibt es Durchsuchungen im Gefängnis in Rheinbach sowie in Wohnungen in Köln, Euskirchen, Rheinbach und Siegburg sowie in Rheinland-Pfalz. Die beschuldigten Justizvollzugsbeamten stehen nach SPIEGEL-Informationen im Verdacht, als sogenannte Schlepper gegen Zahlung verbotene Gegenstände, insbesondere Handys und Drogen, in die JVA Rheinbach eingeschmuggelt und diese an Inhaftierte weitergegeben zu haben. Die zu schmuggelnden Gegenstände und die Gegenleistung – mutmaßlich Geld und Gutscheine – hierfür sollen die Justizvollzugsbeamten durch Angehörige oder Freunde der Inhaftierten außerhalb der JVA erhalten haben. Anfang Mai hatte die Polizei bereits Räume der nordrhein-westfälischen JVA Euskirchen durchsucht. Auch dort wird gegen mehrere Bedienstete und ehemalige Häftlinge ermittelt. Die Gefängnismitarbeiter sollen unter anderem regelrechte »Bestechungs-Abos« verkauft haben, bei denen Inhaftierte gegen eine monatliche Bezahlung vor Kontrollen gewarnt worden sein sollen. (Lesen Sie hier mehr zu dem Fall). In der JVA Euskirchen war auch das Innenleben von zwei elektronischen Generalschlüsseln verschwunden, deren Verbleib bislang nicht aufgeklärt werden konnte. Die Einrichtung in Euskirchen ist eine Anstalt des offenen Vollzugs, in Rheinbach dürfen die Häftlinge tagsüber nicht raus. Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version war im Vorspann der Name der JVA falsch geschrieben. Wir haben die Stelle geändert.