Philipp Amthor: Philipp Amthor trennt sich von Strandkorb im Kanzleramt
Staatsminister Philipp Amthor (CDU) hat sich aus Mecklenburg-Vorpommern einen Strandkorb ins Kanzleramt liefern lassen und damit in den sozialen Medien viel Spott auf sich gezogen. Daraus zog er Konsequenzen und ließ das »Stück Heimat« – wie dessen Verkäufer sagte – wieder aus der Regierungszentrale abtransportieren. Amthor nehme die an ihn gerichtete Kritik ernst und habe sich daher zu diesem Schritt entschieden, teilte ein Regierungssprecher in der Bundespressekonferenz mit.
Amthor stammt aus Mecklenburg-Vorpommern, wo Strandkörbe die Strände an der Ostseeküste säumen. Das maritime Ruhemöbel hatte er den Angaben zufolge für sein Büro im Kanzleramt privat gekauft und auch Anlieferung sowie Aufbau selbst bezahlt. Für den CDU-Politiker stelle der Strandkorb eine Verbundenheit mit seiner Heimat dar, ergänzte der Regierungssprecher. Amthor ist seit knapp zwei Monaten Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen im Kanzleramt, nach dem Debakel seiner Partei bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern übernahm er zudem interimsmäßig den Posten des CDU-Landesvorsitzenden.
In der zweiten Staffel der Doku-Serie Inside CDU des ZDF ist zu sehen, wie der Strandkorb angeliefert und auf dem Balkon neben seinem Büro platziert wird. Ein Instagram-Beitrag der ZDF-Nachrichtensendung heute zu Amthor bei Inside CDU wurde bis Montagmittag rund 2.000-mal kommentiert. Einige Nutzerinnen und Nutzer warfen ihm Überheblichkeit vor, einer sprach von »spätrömischer Dekadenz im Endstadium«. Andere hielten die Strandkorblieferung ins Kanzleramt zuerst für Satire oder für eine KI-generierte Täuschung.
Strandkorbverkäufer hält Debatte für überzogen
Der Verkäufer, der Amthor den Strandkorb ins Kanzleramt geliefert hatte, kritisierte die Diskussion um das Möbelstück als »völlig übertrieben«. Die Fakten seien bislang zu kurz gekommen, sagte Dirk Mund, freiberuflicher Vertriebler, der Nachrichtenagentur dpa. »Philipp war es wichtig, dass es ein ganz einfaches Modell ist – ein Stück Heimat, so wie es am Strand steht.« Dementsprechend habe Amthor »wirklich das einfachste und schlichteste gekriegt«.
Das Modell heiße Original Heringsdorfer. Auf der Website des Herstellers Korbwerk wird das Modell mit einem Kaufpreis von rund 1.600 Euro geführt – zuzüglich Versandkosten. Vom Hersteller stammte auch der sechs Meter lange Riesenstrandkorb für den G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm. Auf ihm hatten die Mächtigen der Welt zusammen mit der damaligen Kanzlerin Angela Merkel Platz genommen.