Philippe trifft - HSV verliert in Paderborn und beklagt Verletzungen von Vieira und Nadir
Siegesserie gerissen
Ausgerechnet Philippe! HSV verliert und sorgt sich um Vieira und Nadir
Stand: 24.10.2026 17:46 Uhr
Die Siegesserie des HSV in der Fußball-Bundesliga ist am Samstagnachmittag gerissen. Die Hamburger verloren in einer intensiven Partie durch einen späten Treffer ihres Leihspielers Rayan Philippe bei Aufsteiger SC Paderborn mit 0:1 (0:0). Sorgen bereiten den Norddeutschen zudem die Verletzungen von Fabio Vieira und Bilal Nadir.
von Tobias Knaack
Philippe zog zwei Minuten vor dem Ende in die Mitte - und dann mit seinem starken linken Fuß ab. Sein Schuss rauschte unhaltbar für HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes in die Maschen (88.). Der Sieg der Paderborner war verdient, weil sie in der zweiten Hälfte das bessere Team mit den größeren Gelegenheiten waren. Die Serie von zuletzt drei Erfolgen riss damit für die Hamburger.
In die Trauer darüber, mischte sich bei Trainer Merlin Polzin nach dem Abpfiff auch Frust, weil er in der Entstehung des Tores ein "klares Foulspiel" in einem Luftduell an Verteidiger Warmed Omari gesehen hatte. Er sei grundsätzlich mit der "kleinlichen Bewertung" in der Zweikampfführung durch Schiedsrichter Martin Petersen einverstanden gewesen, "nur dann muss es auch in jeder Situation der Fall sein". Es schmerze "sehr, auf diese Art das Spiel zu verlieren".
Wir müssen es uns selber zuschreiben, dass wir nicht mehr geholt haben. HSV-Spieler Miro Muheim
Auch Miro Muheim, zuletzt Doppel-Siegtorschütze bei den Erfolgen in Hoffenheim (3:2) und gegen Stuttgart (1:0), fand die Entscheidung nach der vorherigen Spielleitung "extrem hart", sagte aber auch, dass es sich die Mannschaft "selber zuschreiben muss, dass wir nicht mehr geholt haben". Speziell "mit Ball war es zu wenig, wir haben die Bälle zu schnell verloren und wenig Ruhe im Spiel gehabt". Siegtorschütze Philippe zeigte sich nach dem Spiel "happy über mein erstes Saisontor". Gegen seinen Stammverein zu treffen, sei gefühlstechnisch aber auch "schwierig".
Für Polzin und sein Team war der späte K.o. durch den Franzosen der negative Schlusspunkt eines gebrauchten Nachmittags, an dem die ohnehin schon von vielen Verletzungen gebeutelte Mannschaft zwei weitere personelle Rückschläge hinnehmen musste. Spielgestalter Vieira und Mittelfeldabräumer Nadir wurden mit Oberschenkelverletzungen ausgewechselt.
Für den HSV geht es bereits am Dienstag mit dem Pokalspiel zu Hause gegen Eintracht Frankfurt weiter (18 Uhr, im NDR Livecenter), ehe es am nächsten Sonntag dasselbe Duell in der Liga gibt, dann allerdings in der Mainmetropole (17.30 Uhr, ebenfalls im NDR Livecenter).
Vieira verletzt ausgewechselt
Es dauerte keine Viertelstunde, da musste Polzin, der seine Mannschaft aufgrund der kurzfristigen Ausfälle von Jordan Torunarigha und Nicolas Capaldo schon in der Defensive hatte umbauen müssen, auch in der Offensive wechseln. Vieira verletzte sich bei einem Schussversuch und musste mit dick bandagiertem Oberschenkel das Feld verlassen. Youngster Otto Stange ersetzte ihn (13.).
Ohne den spielstarken Portugiesen gelang es den Hamburgern zunächst nicht, den Ball länger in den eigenen Reihen zu halten. Immer wieder gerieten die Pässe nach Balleroberungen zu ungenau. So hatte Paderborn viel Ballbesitz, konnte damit gegen die gut gestaffelte Defensive der Gäste allerdings auch herzlich wenig anfangen.
Im Verlauf des ersten Abschnitts erarbeitete sich das Polzin-Team mehr Spielanteile. Dennoch war es ein zwar intensiver, aber äußerst zäher Kick, der sich überwiegend zwischen den Strafräumen abspielte. Laurin Ulrich gab einen Schuss für Paderborn ab (2.), David Möller Wolfe kam nach einer Ecke zum Kopfball für den HSV (37.). Beide Versuche verfehlten ihr Ziel aber klar. Das 0:0 zur Pause war das einzig logische Ergebnis.
Heuer Fernandes rettet mehrfach stark
Direkt nach Wiederbeginn konnten sich die Hamburger bei Heuer Fernandes bedanken, dass das auch weiter Bestand hatte. Der Torhüter kratzte einen Schuss von Santiago Castaneda aus kurzer Distanz mit einem Blitzreflex von der Linie. Ulrich hatte stark per Kopf abgelegt (47.). Auf der Gegenseite jagte Terem Moffi, der zur zweiten Hälfte für Yussuf Poulsen kam, den Ball aus aussichtsreicher Position ebenso über die Latte (59.) wie Nadir einen Freistoß (64.).
Philippe schockt den HSV spät
Wenig später saß der Marokkaner wie Vieira in Durchgang eins auf dem Rasen und hielt sich den Oberschenkel. Albert Sambi Lokonga kam für ihn (71.). Die erneut umgebaute Mannschaft verlor in der Folge kurz die Ordnung - und konnte sich bei Heuer Fernandes und dem Pfosten bedanken, dass sie dafür nicht bestraft wurde. Zunächst parierte der Keeper die strammen Schüsse von Raphael Obermair (72.) und Castaneda (73.) stark, dann trudelte der Versuch von Laurin Curda ans Aluminium (74.).
Dennoch sah es lange so aus, als könnte sich der HSV einen Zähler erkämpfen. Bis Philippe Anlauf nahm und abzog...