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Photovoltaik-Einspeisevergütung soll wegfallen: Was jetzt?

Technologie

"Dieses Jahr geht nichts mehr", sagt Matthias Gemeinhardt, der mit seinem Unternehmen aus Oberkotzau (Landkreis Hof) unter anderem Photovoltaik und Wärmepumpen installiert. Die Auftragsbücher waren schon das ganze Jahr über voll, denn Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte frühzeitig klar gemacht, dass sie Photovoltaikanlagen im Einfamilienhausmaßstab für übersubventioniert hält und die Konditionen ändern will. Viele Kunden wollten dem zuvorkommen.

Reiche will Einspeisevergütung abschaffen

Reiches Gesetzentwurf wird aktuell im Bundestag beraten – und kann dort noch geändert werden. Nach derzeitigem Stand sieht er vor, dass ab nächstem Jahr neue Photovoltaikanlagen unter 25 Kilowatt Leistung grundsätzlich keine feste Vergütung mehr bekommen. Es wird noch eine Übergangszeit von drei Jahren gewährt. Danach müssen auch Betreiber von Kleinanlagen den Anteil ihres Solarstroms, den sie nicht selbst verbrauchen, an der Strombörse direkt vermarkten.

Das gilt jedoch nicht für Bestandsanlagen, die noch vor dem Jahreswechsel in Betrieb gegangen sind. Sie genießen Vertrauensschutz. Wer eine Photovoltaikanlage plant, sollte also versuchen, sie noch 2026 fertigzustellen. Für Projekte, die jetzt noch nicht angegangen wurden, ist die verbleibende Zeit aber sehr knapp.

Wer jetzt noch Photovoltaik will, hat es eilig

Nach Einschätzung des Branchenverbands BSW Solar gab es im dritten Quartal bei der Mehrzahl der Solar-Installationsbetriebe zwar noch freie Kapazitäten, aber inzwischen sind mehr und mehr Betriebe ausgebucht. Eine belastbare, flächendeckende Analyse für Deutschland liege dem Verband nicht vor. "Wer sichergehen will, sollte seine Pläne jetzt in die Tat umsetzen und nach dem Einholen von Vergleichsangeboten einen erfahrenen Installationsbetrieb noch im Oktober beauftragen", schreibt ein Verbandssprecher auf BR-Anfrage. In der Praxis könnte das jedoch schwierig werden.

Torschlusspanik? Ein Drittel mehr neue Anlagen

Die Auftragsbücher vieler Betriebe sind wegen der Vorzieheffekte voll. Plus ein Drittel installierte Photovoltaik im Heimsegment im Vergleich zum Vorjahr meldete der Branchenverband im dritten Quartal.

Die Preise für Photovoltaikanlagen waren zuletzt weitgehend stabil. Einen stetigen Rückgang gab es beim Preis für Batteriespeicher, die inzwischen bei Heim-Photovoltaik weitgehend Standard sind, um die Eigenverbrauchsquote zu erhöhen. "Die Kunden bekommen größere Speicher für das gleiche Geld", beschreibt Matthias Gemeinhardt die Entwicklung.

Wie man langsame Netzbetreiber umgehen kann

Bei Verteilnetzbetreibern müssen Kunden teilweise lange auf den Netzanschluss für ihre Photovoltaik warten. Der oberfränkische Solarunternehmer hat damit leidvolle Erfahrung: "Wer vor dem Jahresende noch angeschlossen werden will, muss schon viele Durchwahlnummern beim Bayernwerk kennen." Wegen des Netzbetreibers muss allerdings niemand den Stichtag zum Jahresende verpassen, betont BSW Solar. Nach dem EEG können Photovoltaikanlagen rechtlich auch ohne bereits fertiggestellten Netzanschluss in Betrieb genommen werden. Damit lassen sich gesetzliche Fristen wahren.

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