DAX +0,74 % 26.319,45 Pkt 18:00:00 MDAX -0,06 % 32.407,20 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,33 % 6.523,86 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,57 % 54.036,93 Pkt 22:50:36 S&P 500 +0,44 % 7.757,64 Pkt 22:50:24 Nasdaq +1,24 % 26.690,62 Pkt 23:15:59 Nikkei +1,47 % 66.571,10 Pkt 03:06:10 Gold +0,97 % 4.382,60 USD 03:11:10 Silber -0,07 % 63,29 USD 03:11:12 Brent +1,26 % 84,60 USD 03:10:04 WTI +0,87 % 78,86 USD 03:11:01 Bitcoin +0,18 % 64.968,14 USD 03:21:10 EUR/USD +0,30 % 1,15590 USD 03:20:21 EUR/GBP +0,02 % 0,85670 GBP 03:21:14 EUR/CHF -0,20 % 0,93430 CHF 03:21:14 EUR/JPY +0,07 % 182,676 JPY 03:21:14

PHP steigert die Dividende seit 30 Jahren und glänzt mit 7,6 % Rendite

Wirtschaft

Bei einem Kurs von 95,90 Pence und einer annualisierten Dividende von 7,3 Pence liegt die Rendite bei etwa 7,6 Prozent. Das ist für einen recht sicheren Gesundheits-REIT mit langer Ausschüttungshistorie außergewöhnlich hoch. Ist PHP also ein defensives Dividenden-Schnäppchen oder gibt es einen Haken bei dem Unternehmen? Der Vermieter der Gesundheitsversorgung Primary Health Properties wurde 1995 gegründet und gehört heute zu den führenden britischen Investoren in moderne Gesundheitsimmobilien. Durch die Kombination mit Assura ist ein deutlich größerer Konzern entstanden. Das Portfolio kommt inzwischen auf mehr als 1.100 Immobilien und einen Wert von rund 6 Milliarden britischen Pfund. Die Idee ist einfach: Ärzte, Gesundheitsdienste und private Betreiber brauchen moderne Flächen, um Patienten wohnortnah zu versorgen. PHP stellt diese Immobilien bereit und kassiert Mieten. Ein großer Teil der Einnahmen ist staatlich gestützt oder kommt von bonitätsstarken Mietern. Ende 2025 lag dieser Anteil bei rund 76 Prozent. Die Auslastung insgesamt lag Ende 2025 bei 99 Prozent. Ein großer Unterschied zu vielen angeschlagenen Büro-REITs ist, dass PHP nicht jedes Jahr große Teile des Portfolios neu vermieten muss. Die gewichtete Restlaufzeit der Mietverträge beträgt 10,8 Jahre. Bei normalen Büroflächen kann ein Mieter schnell weniger Platz brauchen, wie uns die Pandemie gezeigt hat. Bei Gesundheitsimmobilien ist der Bedarf struktureller. Die Bevölkerung altert, der NHS ist überlastet, und viele Behandlungen sollen aus teuren Krankenhäusern näher an die Patienten verlagert werden. Dafür braucht es moderne Primärversorgungszentren. Die Dividende: seit 30 Jahren aufwärts Für Dividendenjäger ist PHP vor allem wegen der Ausschüttung interessant. Das Unternehmen zahlt seit 2016 quartalsweise, üblicherweise im Februar, Mai, August und November. 2025 lag die Dividende bei 7,1 Pence je Aktie. Für 2026 sind annualisiert 7,3 Pence angekündigt. Damit erreicht PHP nach eigenen Angaben das 30. Jahr in Folge mit Dividendenwachstum. Die Steigerungen sind nicht spektakulär, aber sehr stetig und passen dadurch auch zum Geschäftsmodell eines verlässlichen Dividendenzahlers. PHP ist ein Immobilienwert mit langsam wachsenden Mieteinnahmen und einer verlässlichen Ausschüttungspolitik. Wichtig ist auch die Deckung. 2025 war die Dividende nach Unternehmensangaben vollständig durch die bereinigten Gewinne gedeckt. Der Analystenkonsens geht für die kommenden Jahre von weiteren kleinen Erhöhungen aus: 7,3 Pence für 2026, 7,5 Pence für 2027 und 7,7 Pence für 2028. Das deutet darauf hin, dass am Markt mit einer Fortsetzung der langen Dividendenhistorie gerechnet wird. Warum ist die Rendite so hoch? Eine Rendite von fast 8 Prozent bei einem defensiv wirkenden Gesundheits-REIT kommt nicht ganz ohne Risiken. Das wichtigste davon ist die Verschuldung. Durch die Assura-Kombination ist das Verhältnis von Schulden zum Immobilienwert (Loan-to-Value) Ende 2025 auf 57 Prozent gestiegen. Das liegt über der Zielspanne von 40 bis 50 Prozent. PHP will den Wert 2026 wieder senken, unter anderem durch Verkäufe, Joint Ventures, Synergien und aktives Bilanzmanagement. Sollte aber der Immobilienmarkt schwieriger werden oder Bewertungsdruck zurückkehren, bleibt die Bilanz ein Thema. Die Dividende sieht derzeit gut unterlegt aus, aber eine zu hohe Verschuldung kann den Spielraum begrenzen. Immobilieninvestments sind immer zinssensibel. Wenn die Zinsen hoch bleiben, steigen Finanzierungskosten und die Bewertungen geraten unter Druck. Was sagen die Analysten? Die Analysten sind grundsätzlich optimistisch. Der Konsens erwartet steigende bereinigte Gewinne je Aktie, weitere kleine Dividendenerhöhungen und einen sinkenden Verschuldungsgrad. Für 2026 wird ein Loan-to-Value von 50 Prozent erwartet, für 2027 von 48 Prozent und für 2028 von 47 Prozent. Wenn die Integration von Assura gelingt, Synergien gehoben werden und der Verschuldungsgrad fällt, könnte der Markt die Aktie wieder freundlicher bewerten. Dann wäre PHP nicht nur ein hoher Dividendenzahler, sondern auch ein möglicher Gewinner einer Stabilisierung im Immobiliensektor. Aktuell raten 8 der 9 von MarketScreener erfassten Analysten zum Kauf oder Zukauf der Aktie, einer sieht sie Neutral. Ihr mittleres Kursziel liegt bei 114,60 Pence, was einem Aufwärtspotenzial von etwa 20 Prozent entspricht. Fazit Primary Health Properties verbindet ein defensives Gesundheitsimmobilienmodell mit staatlich geprägten Mietern, hoher Auslastung, langen Mietverträgen und 30 Jahren Dividendenwachstum. Die Rendite von 7,6 Prozent wirkt auf den ersten Blick wie ein Widerspruch zu dieser Qualität. Der Grund liegt vor allem in der Bilanz. Nach der Assura-Kombination ist die Verschuldung erhöht, und Immobilienaktien bleiben zinssensibel. Für Anleger, die stabile Ausschüttungen suchen und diese Bilanzschwäche akzeptieren, kann PHP interessant sein. Es ist keine explosive Wachstumsstory, sondern ein defensiver Einkommenswert mit politischem Rückenwind durch den Bedarf an moderner Gesundheitsversorgung. Beispielrechnung: 1.000 Euro Bruttodividende pro Monat Für 12.000 Euro Bruttodividende im Jahr braucht es bei PHP deutlich weniger Kapital als bei vielen klassischen Dividendenwachstumswerten. Bei einer annualisierten Dividende von 7,3 Pence je Aktie, also 0,073 britische Pfund. Beim Wechselkurs von 1 Euro zu 0,86 britischen Pfund entspricht das rund 8,54 Eurocent je Aktie. Um auf 12.000 Euro Bruttodividende pro Jahr zu kommen, wären rechnerisch rund 140.800 PHP-Aktien nötig. Bei einem Kurs von rund 95,90 Pence entspräche das einem Anlagebetrag von etwa 135.000 Pfund oder 158.000 Euro. Zum Vergleich: Bei Zoetis waren es im Radar der vergangenen Woche etwa 430.000 Euro. Die Rechnung zeigt den Reiz der Aktie: Die hohe Rendite senkt den notwendigen Kapitaleinsatz deutlich. Sie zeigt aber auch das Risiko: Diese Rechnung funktioniert nur, solange die Dividende gehalten und weiter leicht erhöht werden kann. Steuerliche Behandlung für deutsche Anleger Steuerlich ist PHP komplizierter als eine normale britische Aktie. Großbritannien erhebt auf normale Dividenden in der Regel keine Quellensteuer. Bei britischen REITs können Ausschüttungen aber ganz oder teilweise als Property Income Distribution, kurz PID, erfolgen. Auf PID-Anteile werden in Großbritannien grundsätzlich 20 Prozent einbehalten. Nach dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Großbritannien ist die britische Belastung für deutsche Anleger auf 15 Prozent begrenzt. Die zu viel einbehaltenen 5 Prozentpunkte können grundsätzlich zurückgefordert werden. Die verbleibenden 15 Prozent sind in Deutschland grundsätzlich auf die Abgeltungsteuer anrechenbar. Der Non-PID-Anteil wird in Großbritannien grundsätzlich ohne Quellensteuer ausgezahlt, unterliegt in Deutschland aber der normalen Abgeltungsteuer. Ohne Kirchensteuer sind das bei ausgeschöpftem Sparerpauschbetrag 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag, also 26,375 Prozent. Anleger sollten deshalb bei jeder PHP-Ausschüttung prüfen, welcher Teil als PID und welcher als Non-PID ausgewiesen wird. PHP veröffentlicht diese Aufteilung für jede Quartalsdividende. Übersicht zur Dividende von PHP Marktkapitalisierung: 2,50 Milliarden Pfund (2,92 Milliarden Euro) Dividendenrendite: 7,2 % Dividende erhöht: 30 Jahre in Folge Dividende nicht gesenkt: 30 Jahre Dividende kontinuierlich ausgeschüttet: seit der Gründung 1995 Frequenz: quartalsweise, gewöhnlich Februar, Mai, August und November Zeitplan 10.06.2026: Dividendenvorschlag 02.07.2026: Ex-Tag 03.07.2026: Record Date 14.08.2026: Auszahlung (PID-Anteil: 0,725 Pence; Non-PID-Anteil: 1,100 Pence) Geschäftsjahr Dividendenrendite in %** Dividende in Pence 2029e 8,24e 7,90e 2028e 8,03e 7,70e 2027e 7,82e 7,50e 2026e 7,61e 7,30e 2025 7,25 7,10 2024 7,40 6,90 2023 6,46 6,70 2022 5,87 6,50 2021 4,10 6,20 2020 3,86 5,90 * Quellen: Primary Health Properties, wallstreetONLINE. ** Zur Errechnung der Dividendenrendite wurde der Schlusskurs des jeweiligen Geschäftsjahres Ende Januar genommen, beziehungsweise ab 2026 der aktuelle Kurs. Die optimale Dividendenstrategie Eine optimale langfristige Dividendenstrategie hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter dem individuellen Risikoprofil, den Anlagezielen und der finanziellen Situation. Hier sind jedoch einige allgemeine Prinzipien, die empfohlen werden können: Diversifikation: Investieren Sie in eine breite Palette von Unternehmen und Sektoren, um das Risiko zu streuen. Diversifikation kann helfen, das Portfoliorisiko zu mindern, da nicht alle Sektoren gleichzeitig von Marktschwankungen betroffen sind. Qualitätsaktien wählen: Achten Sie auf Unternehmen mit einer starken Bilanz, stabilen Cashflows und einer Geschichte von zuverlässigen und wachsenden Ausschüttungen. Solche Unternehmen sind oft besser positioniert, um auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Dividenden zu zahlen. Reinvestition von Dividenden: Das Reinvestieren von Dividenden kann das Wachstum des Portfolios beschleunigen. Durch den Zinseszinseffekt können reinvestierte Dividenden über die Zeit einen signifikanten Beitrag zum Gesamtertrag des Portfolios leisten. Langfristige Perspektive: Dividendenstrategien sind oft langfristig ausgerichtet. Marktschwankungen sollten daher nicht zu überstürzten Entscheidungen führen. Geduld und Beständigkeit sind Schlüssel zum Erfolg. Steuereffizienz berücksichtigen: Die steuerliche Behandlung von Dividenden kann je nach Land und individueller Situation variieren. Es ist wichtig, Steuereffekte in die Strategie einzubeziehen. Überwachung und Anpassung des Portfolios: Portfolios sollten regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden, um sicherzustellen, dass es weiterhin den eigenen Anlagezielen entspricht und gut diversifiziert bleibt. Bewertung: Achten Sie auf die Bewertung der Aktien. Hohe Dividendenrenditen sind nicht immer ein gutes Zeichen; sie können auch ein Hinweis auf Probleme im Unternehmen sein. Verwendung von Dividendenfonds, -ETFs: Für Anleger, die nicht direkt einzelne Aktien auswählen möchten, können Dividendenfonds eine praktikable Alternative sein, da sie eine gute Möglichkeit zur Diversifikation bieten. Fazit: Dividendeninvestitionen können eine großartige Möglichkeit sein, ein passives Einkommen aufzubauen. Indem Sie sich auf Unternehmen mit stabiler Dividendenhistorie konzentrieren, können Sie Ihr Portfolio schrittweise ausbauen. Dabei ist natürlich immer zu beachten, dass Investitionen in Dividendenaktien – wie alle Investitionen – mit Risiken verbunden sind. Weitere interessante Dividenden-Aktien befinden sich übrigens auch in der Dividenden-Watchlist unseres Börsenexperten Markus Weingran, dessen Börsenlounge sich täglich mit aktuellen Marktentwicklungen, Investitionstipps und Finanzthemen befasst. Autor: Ingo Kolf, wallstreetONLINE Redaktion Disclaimer: Ausdrücklich weist die Smartbroker AG darauf hin, dass ein Investment in Wertpapiere und sonstige Finanzinstrumente im Sinne des WpHG grundsätzlich mit erheblichen Chancen und Risiken (Preis-, Markt-, Währungs-, Volatilitäts-, Bonitäts- und sonstigen Risiken) verbunden ist und ein Totalverlust des investierten Kapitals nicht ausgeschlossen werden kann. Die Smartbroker AG empfiehlt deshalb jedem Leser sich vor einer Anlageentscheidung intensiv mit den Chancen und allen Risiken auseinander zu setzen und sich umfassend zu informieren. Sämtliche verwendeten Wertentwicklungsangaben, sei es für die Vergangenheit oder im Sinne einer Prognose bzw. Einschätzung sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse bzw. Wertentwicklungen. Die hier angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Alle Informationen sind sorgfältig zusammengetragen, haben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sind unverbindlich sowie ohne Gewähr. Des Weiteren dient die Bereitstellung der Information nicht als Rechtsberatung, Steuerberatung oder wertpapierbezogene Beratung und ersetzt diese nicht. Eine an den persönlichen Verhältnissen des Kunden ausgerichtete Anlageempfehlung, insbesondere in der Form einer individuellen Anlageberatung, der individuellen steuerlichen Situation und unter Einbeziehung allgemeiner sowie objektspezifischer Grundlagen, Chancen und Risiken, erfolgt ausdrücklich nicht.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren