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Pipeline für den weltweiten Ölmarkt so relevant ist

Welt

Die Ölpreise stiegen heute auf dem Weltmarkt wieder auf mehr als 100 Dollar je Barrel. Analysten halten bei einem längeren Andauern des Konflikts auch einen noch höheren Ölpreis für möglich. Noch liegt er aber ein gutes Stück unter dem Jahreshoch von rund 126 Dollar, das Ende April erreicht wurde. Wie die "Bild"-Zeitung meldet, kostete Diesel am Nachmittag deutschlandweit durchschnittlich 2,56 Euro pro Liter. Am Mittag seien es rund 20 Cent weniger gewesen.

Pumpstationen an der Pipeline durch Drohnenangriff beschädigt

Über die abgeschaltete Pipeline wurde Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer transportiert - also einmal quer durch Saudi-Arabien. Die Leitung diente als Alternative zu den Schifftransporten über die blockierte Straße von Hormus. Die Pipeline war durch aus dem Irak gestarteten Drohnen beschädigt worden. Die irakische Regierung ordnete eine Untersuchung an und verurteilte den Angriff. US-Präsident Trump erklärte, man arbeite eng mit der saudischen Führung zusammen. Er vermutet den Iran hinter den Angriffen.

Nach Angaben von US-Medien sowie der "Wirtschaftswoche" wurden Pumpstationen an der Pipeline getroffen. Die Medien berufen sich auf Satellitenbilder, die zeigen sollen, dass es dort zu Bränden gekommen ist. Durch den Druckverlust in den Pumpstationen könne das Öl nicht mehr weitertransportiert werden, hieß es. Wie groß der Schaden ist und bis wann er behoben werden kann, ist noch unklar. Davon hängt auch ab, wie sich der Ölpreis weltweit weiter entwickelt. Die Pipeline-Infrastruktur war bereits im April angegriffen worden, woraufhin die Kapazität der Röhren kurzzeitig gedrosselt werden musste.

Pipeline kann bis zu sieben Millionen Barrel Öl transportieren

Über die mehr als 1.200 Kilometer langen Röhren können theoretisch pro Tag bis zu sieben Millionen Barrel Öl aus der Region am Persischen Golf zur Verschiffung nach Westen ans Rote Meer gepumpt werden. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur haben sich die saudischen Ölexporte über den am Roten Meer gelegenen Endhafen der Pipeline seit Beginn des Iran-Kriegs mehr als verdoppelt. Saudi-Arabien ist der weltweit wichtigste Exporteur von Rohöl, der für die gesamte Weltwirtschaft von zentraler Bedeutung ist.

Was außerdem Folgen für den Ölpreis hat: Inzwischen ist auch Saudi-Arabiens wichtigste Routenalternative zur Straße von Hormus, die Verschiffung über das Rote Meer und die Meerenge Bab al-Mandab in Richtung Asien, zunehmend gefährdet. Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen nahmen jemenitischen Regierungsquellen zufolge die gesamte Küste des Roten Meers im Jemen und strategisch wichtige Inseln ein. Damit haben die Huthi nun deutlich mehr Zugriff auf Bab al-Mandab. Ein Huthi-Sprecher versicherte zwar, die Sicherheit der Schifffahrt werde gewährleistet - das gelte jedoch nicht für saudische Schiffe.

Der iranische Präsident Peseschkian stellte eine Öffnung der blockierten Straße von Hormus in Aussicht. Laut der Nachrichtenagentur Isna sagte Peseschkian dem indischen Fernsehsender "India Today", dass die US-Armee dafür ihre militärischen Aktionen gegen den Iran einstellen müsse.

Weiterführende Informationen

Diese Nachricht wurde am 12.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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