Piraterie vor Jemens Küste: Somalische Piraten kapern erneut Öltanker vor Jemen
Somalische Piraten haben vor der Küste des Jemen erneut einen Öltanker gekapert. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP aus somalischen Sicherheitskreisen wurde die unter eritreischer Flagge fahrende Sibu 1 bereits am Donnerstag rund 250 Kilometer östlich der jemenitischen Küstenstadt Al-Mukalla angegriffen. Sechs bewaffnete Piraten brachten das Schiff demnach unter ihre Kontrolle und steuerten es in Richtung der somalischen Region Puntland.
Mit der Sibu 1 wurde seit April bereits das sechste Handelsschiff von Piraten gekapert. Die Piraterie im Golf von Aden und im westlichen Indischen Ozean hatte zwischen 2008 und 2012 ihren Höhepunkt erreicht. Im Zuge des Konflikts im Nahen Osten hat die Zahl der Angriffe zuletzt wieder zugenommen.
An Bord des Tankers waren laut Schifffahrtsdaten 20 Besatzungsmitglieder, darunter 16 Inder sowie jeweils ein Syrer, Iraker und Sudanese und eine Person unbekannter Nationalität. Woher das Schiff kam und wohin es unterwegs war, war zunächst unklar.
Die USA hatten im vergangenen Jahr Sanktionen gegen die von einem Unternehmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten betriebene Sibu 1 verhängt. Nach Angaben der US-Regierung gehört das Schiff zu einer iranischen Schattenflotte, die US-Sanktionen gegen den Iran umgehen und weiterhin iranisches Öl transportieren soll.