Piusbruderschaft: Vatikan bestätigt Exkommunikation aller Kleriker der Piusbruderschaft
Der Vatikan hat alle Geistlichen, die der Piusbruderschaft angehören, aus der katholischen Kirche ausgeschlossen. Auslöser war eine Bischofsweihe der erzkonservativen Gemeinschaft der Piusbrüder im schweizerischen Écône, die ohne päpstliches Mandat durchgeführt wurde. Dabei wurden vier neue Bischöfe geweiht. Der Vatikan hat die Weihe als »Akt schismatischer Natur« eingestuft, also einen Akt der formellen Spaltung oder Trennung innerhalb der Glaubensgemeinschaft. Die zuständige Behörde für Glaubenslehre gab im Vatikan den Ausschluss der vier neu geweihten Bischöfe sowie zwei weiterer Bischöfe aus der Kirche bekannt. Mit seinem Schreiben schließt der Vatikan allerdings nicht nur alle Beteiligten der Weihe aus der katholischen Kirche aus, sondern alle »Geistlichen, die der Priesterbruderschaft angehören«. Papst Leo XIV. hatte die Weihe im Vorhinein verboten. Auch Laien, die der Piusbruderschaft förmlich beitreten, sind von der Spaltung und Exkommunikation betroffen. Mit dem Ausschluss aus der katholischen Kirche würden auch die durch die Piusbruderschaft gesammelten Spenden im Rahmen von Bußen sowie die von ihnen vollzogenen Eheschließungen ungültig werden und nicht mehr von der katholischen Kirche anerkannt. Versuche der Annäherung gescheitert Der oberste Glaubenshüter des Papstes, Kardinal Víctor Fernández, geht in dem Schreiben auch näher auf die Umstände ein. Seit der Gründung der Bruderschaft bis hin zu den jüngsten Gesprächen, die vor Kurzem in dem Dikasterium stattfanden, hätten sich die »zahlreichen Versuche, die Anhänger der Bewegung wieder in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche zu führen« als vergeblich erwiesen.