Piusbruderschaft: Vatikan ermöglicht Piusbrüdern Rückkehr in die katholische Kirche
Der Vatikan hat sich bereit gezeigt, reuige Piusbrüder wieder in die Kirche aufzunehmen. Solange sie dem Papst Treue versprechen und die gültige katholische Lehre akzeptieren würden, sei eine Wiederaufnahme grundsätzlich möglich, teilte der Vatikan mit. Zuvor hatten die ultrakonservativen Piusbrüder eine unerlaubte Bischofsweihe in der Schweiz durchgeführt, sechs Bischöfe waren daraufhin exkommuniziert worden. Der Vatikan schloss allerdings nicht nur alle Beteiligten der Weihe aus der katholischen Kirche aus, sondern alle »Geistlichen, die der Priesterbruderschaft angehören«. Für einen Wiedereintritt müssen Priester, die der Piusbruderschaft angehören, dem Papst einen Brief schreiben. Darin sollen sie um die Rücknahme der gegen sie verhängten Strafe bitten. Zudem müssen willige Rückkehrer ein Glaubensbekenntnis sowie eine Kirchenzugehörigkeitserklärung unterschreiben, die es verbietet, den Papst öffentlich zu kritisieren. Weiter müssen sie die Gültigkeit der Messfeiern sowie die Lehren der ökumenischen Konzilien offiziell anerkennen. Für Laien, die der Piusbruderschaft zwar förmlich angehören, aber keine Position innehalten, genügt für die Wiederaufnahme ein schriftliches Glaubensbekenntnis mitsamt Kirchenzugehörigkeitserklärung an den Ortsbischof. Gläubige, die lediglich Gottesdienste der Bruderschaft besucht haben, aber »die Lehre und die Autorität des Papstes anerkennen«, gelten gemäß dem Schreiben des Vatikans nicht als bestraft. Anders als bei der Exkommunikation der Pius-Bischöfe von 1988 richtet der Vatikan diesmal keine eigene Kommission für die Wiederaufnahme der abtrünnigen Traditionalisten ein.