Plagiatsverdacht gegen Berlins Justizsenatorin: Badenberg bittet Uni Köln um Check ihrer Doktorarbeit
Die Berliner Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) lässt gegen sie erhobene Plagiatsvorwürfe untersuchen. Der sogenannte Plagiatsjäger Stefan Weber soll Badenberg zuvor in einem Gutachten zu ihrer Doktorarbeit mehr als 80 Plagiate nachgewiesen haben, darunter sogar in der Danksagung an ihre Eltern. Das berichtete am Mittwochabend das rechte Portal Nius. „Die Dissertation wurde nach bestem Wissen und Gewissen angefertigt“, sagte Badenberg dem Tagesspiegel. „Ich habe die Universität zu Köln gebeten, meine Dissertation unabhängig und umfassend zu prüfen. Die wissenschaftliche Bewertung einzelner Fundstellen ist Gegenstand dieses Verfahrens.“ Mehreren Medienberichten zufolge soll Weber 83 schwerwiegende Plagiatsfragmente in der Dissertation ausfindig gemacht haben. Diese hatte Badenberg 2005 an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln abgelegt. Sie trägt den Titel: „Das Recht des Kindes auf Kenntnis der eigenen Abstammung unter Berücksichtigung der Problematik der anonymen Geburt“. 83 Plagiatsfragmente Weber kommt in seinem Gutachten demnach zu diesem Ergebnis: „Es finden sich in der Dissertation mannigfaltige Verstöße gegen die gute wissenschaftliche Praxis. Die 83 Plagiatsfragmente sind als schwerwiegend und werkprägend zu klassifizieren. Sie dominieren die Doktorarbeit von Felor Badenberg in qualitativer und quantitativer Weise.“ In einem Statement bezeichnet Weber Badenbergs Dissertation als „schwersten mir bekannten Plagiatsfall in der bundesdeutschen Rechtswissenschaft seit Karl-Theodor zu Guttenberg“. In Badenbergs Ressort ist das „Gemeinsame Juristische Prüfungsamt der Länder Berlin und Brandenburg“ angesiedelt. Es ist zuständig dafür, die Prüfungen zu juristischen Staatsexamen und die Benotung zu organisieren. Bereits vor drei Jahren war Badenbergs Dissertation Thema. Badenberg hatte dem Tagesspiegel-Checkpoint im August 2023 gesagt, sie habe die Dissertation „nach den Grundsätzen guter wissenschaftlicher Praxis erstellt“. Anlass waren die Plagiatsfälle der SPD-Politikerin und Berliner Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey sowie der früheren Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU). Die Freie Universität Berlin hatte Giffey 2021 den Doktorgrad entzogen, 2024 hatte die Universität Rostock ebenso bei Manja Schreiner entschieden. Beide, Giffey damals als Bundesfamilienministerin, waren von ihren Ämtern zurückgetreten. Badenberg kandidiert bei der Berlin-Wahl Die im Iran geborene Badenberg kam mit ihren Eltern nach Deutschland. Sie war vor ihrem Amt in Berlin Vizepräsidentin des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Als Parteilose wurde sie Senatorin unter dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU), trat 2024 in die CDU ein und wurde 2026 in den Bundesvorstand der Partei gewählt. Bei der Abgeordnetenhauswahl im September kandidiert sie im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf für ein Mandat.