Plagiatsvorwürfe: Berliner Senatorin lässt ihre Doktorarbeit prüfen
Die Berliner Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) lässt ihre Doktorarbeit von der Universität Köln überprüfen. Sie reagiert damit nach eigenen Angaben auf Plagiatsvorwürfe des Kommunikationswissenschaftlers und selbsternannten "Plagiatsjägers" Stefan Weber. Er wirft Badenberg vor, in mindestens 80 Fällen Textbausteine oder -fragmente anderer wissenschaftlicher Arbeiten unzitiert verwendet zu haben. Konkret spricht Weber von "83 Plagiatsfragmenten". Zuerst berichtete "Nius". Badenberg teilte dem rbb auf Nachfrage mit, ihre Dissertation sei "nach bestem Wissen und Gewissen angefertigt" worden. "Ich habe die Universität zu Köln gebeten, meine Dissertation unabhängig und umfassend zu prüfen. Die wissenschaftliche Bewertung einzelner Fundstellen ist Gegenstand dieses Verfahrens", so die Justizsenatorin weiter. Ihre Doktorarbeit hat Badenberg demnach im Jahr 2005 an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln abgelegt. Weitere Fälle in der Berliner Politik: Schreiner und Giffey Zuletzt hatten Plagiatsvorwürfe unter anderem die frühere Berliner Umwelt- und Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU) betroffen. Im Jahr 2024 entzog ihr die Universität Rostock ihren Doktortitel wegen Fehlern in ihrer Dissertation. Sie trat zurück, "um Schaden vom Berliner Senat abzuwenden". Schreiner selbst betonte: "Ich habe an keiner Stelle meiner Dissertationsarbeit vorsätzlich getäuscht oder betrogen." Bundesweit bekannt ist auch der Fall der heutigen Berliner Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD). Im Jahr 2021 hatte ihr die Freie Universität Berlin den Doktortitel aberkannt - wegen Täuschung bei der Übernahme fremder Inhalte. Von ihrem Amt der Bundesfamilienministerin trat Giffey damals zurück, wurde aber später Berlins Regierende Bürgermeisterin. Sendung: rbb24 Inforadio, 20.08.2026, 08:40 Uhr Audio: rbb24 Inforadio, 20.08.2026, Catharina Hopp