Playmobil-Werk in Dietenhofen geschlossen: Jetzt eine Versteigerung für alles ab einem Euro!
Deutsches Werk geschlossenAb einem Euro! Playmobil versteigert jetzt alles, was übrig ist Aus für Playmobil-Produktion in Deutschland Nach 57 Jahren endet die Produktion im mittelfränkischen Dietenhofen in Bayern. Was in dem Werk zurückbleibt, kommt nun online unter den Hammer. Die Playmobil-Versteigerung umfasst insgesamt 734 Posten. Zwischen Maschinen und Werkstattausrüstung warten auch einige kuriose Stücke auf neue Besitzer. Zuerst berichtete Bild. Die Auktionsseite Restlos.com bietet das Inventar unter dem Titel „Standortauflösung eines bekannten Spielwarenherstellers“ an. Auf Nachfrage von Bild bestätigt Marketing-Chef Walid Meziane, dass die Gegenstände aus dem geschlossenen Playmobil-Werk stammen. Lese-Tipp: Dieses Spielzeug aus den 1980ern ist heute viel mehr wert Zu den Hinguckern gehören zwei große Playmobil-Figuren mit eingebautem Desinfektionsmittelspender. Sie stehen gemeinsam auf einer Palette und können ausschließlich vor Ort abgeholt werden. Auch eine Playmobil-Version der „U.S.S. Enterprise“, ein großer Markenaufsteller und weitere Stücke mit möglichem Sammlerwert stehen zur Wahl. Der überwiegende Teil der 734 Posten richtet sich allerdings eher an Betriebe und Bastler. Angeboten werden unter anderem Fördertechnik sowie professionelle Werkstatt- und Produktionsausstattung. Die Auktion läuft laut noch bis Mittwoch, 29. Juli 2026. Die Startpreise liegen bei einem Euro. Wie hoch die Gebote am Ende klettern, hängt vom Interesse der Käufer ab. „Für viele von uns ist eine Welt zusammengebrochen” Hinter der ungewöhnlichen Versteigerung steckt ein schmerzhafter Abschied. Zuletzt arbeiteten rund 350 Menschen im Playmobil-Werk Dietenhofen. Der Hersteller stellte sie bereits Ende Juni bezahlt frei. Für die Beschäftigten vereinbarten Unternehmens- und Arbeitnehmervertreter einen Sozialplan mit Abfindungen und einer Transfergesellschaft. Betriebsratschef Michael Ulbrich schilderte bereits Ende Juni, wie hart die Nachricht die Belegschaft getroffen habe. „Das war eine Katastrophe. Für viele von uns ist eine Welt zusammengebrochen“, sagte er. Die Produktion bündelt Playmobil künftig in Malta und Tschechien. Entwicklung, Verwaltung, Marketing, Vertrieb und Logistik bleiben nach Angaben des Unternehmens in Deutschland. Der Logistikstandort Herrieden und die Zentrale in Zirndorf sind von der Schließung nicht betroffen. Video-Tipp: Unbekannte stellen Playmobil-Figuren in der Stadt auf Playmobil kämpft seit Jahren mit sinkenden Umsätzen Die Schließung trifft den Spielwarenhersteller in einer schwierigen Phase. Im Geschäftsjahr 2022/23 schrieb das Unternehmen erstmals Verluste. Der Konzernumsatz der Horst Brandstätter Group sank 2023/24 von 736 Millionen Euro auf rund 490 Millionen Euro. Bei der Kernmarke Playmobil ging er demnach von etwa 614 Millionen auf 381 Millionen Euro zurück. Als Gründe nennt das Unternehmen unter anderem die schwache Konjunktur, gestiegene Lohn-, Energie- und Transportkosten sowie die Kaufzurückhaltung vieler Familien. Mit einer Restrukturierung und weiteren Einsparungen will sich der Hersteller stabilisieren. Für Fans eröffnet das Ende des Playmobil-Werks nun zumindest eine außergewöhnliche Gelegenheit. Sie können nicht nur Figuren und Aufsteller ersteigern, sondern ein echtes Stück deutscher Spielzeuggeschichte. Ist der letzte Posten verkauft, bleiben in Dietenhofen leere Hallen zurück.