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Playmobil Werksschließung: Inventar & Sammlerstücke in Auktion

Wirtschaft

Das Traditionswerk im fränkischen Dietenhofen ist Geschichte, 350 Mitarbeiter haben ihre Jobs verloren. Wo 57 Jahre lang bunte Plastikfiguren für Kinderzimmer auf der ganzen Welt vom Band liefen, herrscht nun Schicht im Schacht. Doch bevor das Kapitel endgültig zugeschlagen wird, geht es den Hinterlassenschaften an den Kragen: Das verbliebene Inventar des ehemaligen Hauptproduktionsstandortes wird derzeit über ein Online-Auktionsportal versteigert, wie der Marketing-Chef der Plattform gegenüber Bild bestätigte. Von der Werkstatttechnik bis zum Sammlertraum Das Angebot auf der Auktionsseite ist eine bunte und bizarre Mischung. Während Privatpersonen höchstens bei Büropflanzen oder Fahrrädern fündig werden, richtet sich der Großteil des Katalogs an Gewerbetreibende: Versteigert werden Gabelstapler, Maschinen sowie professionelle Werkstatt- und Betriebstechnik. Für Marken-Liebhaber ist der Ausverkauf hingegen ein echtes Paradies. Der absolute Renner der Auktion, die noch bis zum 29. Juli 2026 läuft, sind zwei lebensgroße Playmobil-Figuren, die zu Desinfektionsmittelständern umfunktioniert wurden. Das Duo liegt aktuell bei einem Gebot von knapp 2.000 Euro, vorangetrieben von rund 80 hartnäckigen Bietern. Hohe Kosten verdrängen „Made in Germany“ Der Ausverkauf ist der traurige Schlusspunkt einer Entwicklung, die bereits Anfang des Jahres ihren Lauf nahm. Im Februar 2026 erfuhr die Belegschaft auf einer außerordentlichen Versammlung von den Plänen der Konzernführung. Als Grund für den Radikalschnitt nannte das Unternehmen die stark gestiegenen Produktionskosten in Deutschland, die die internationale Wettbewerbsfähigkeit gefährdeten. Am 30. Juni 2026 schlossen sich die Werkstore nach fast sechs Jahrzehnten schließlich für immer – ein Schicksal, das Dietenhofen teilt, da kürzlich ein weiterer fränkischer Spielwarenhersteller seinen Betrieb einstellen musste. Für Playmobil geht die Fertigung zwar weiter, allerdings im Ausland. Die Spielsets werden unter anderem in Tschechien und auf Malta produziert. Damit verschwindet mit dem fränkischen Stammwerk auch das Siegel „Made in Germany“ endgültig aus den heimischen Kinderzimmern.

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