PlayStation Stars: Ex-Sony-Manager äußert sich zum Scheitern des Treueprogramms
Von PlayStation Stars war in den vergangenen Monaten kaum etwas zu hören. Das liegt schlicht an der Tatsache, dass schon seit Mitte 2025 keine Neuanmeldungen mehr angenommen werden und Teilnehmer keine Punkte mehr sammeln können. Doch warum scheiterte das Programm? Gordon Thornton, der 18 Jahre bei Sony Interactive Entertainment tätig war und bis zu seinem Weggang im Jahr 2022 mehrere Führungspositionen einnahm, sieht vor allem den mangelhaften Mehrwert für Spieler als Ursache. Warum PlayStation Stars nach Thorntons Ansicht scheiterte „PlayStation Stars ist meiner Meinung nach gescheitert, weil es das Verhalten der Spieler nicht richtig mit den passenden Anreizen verknüpft hat, was zur Schließung führte“, so Thornton. Insider Gaming verwies in diesem Zusammenhang auf einen Spieler, der es geschafft hatte, allein mit gesammelten Microsoft-Rewards-Punkten die Ultimate Edition von „GTA 6“ vorzubestellen. „Die Microsoft-Rewards-Geschichte zeigt die Kraft eines gut umgesetzten Treueprogramms, das auf einem beidseitigen Wertaustausch beruht, bei dem sowohl Microsoft als auch der Spieler gewinnen“, so der ehemalige PlayStation-Manager weiter. Heute ist Thornton als Chief Commercial Officer beim Zahlungsdienstleister ZBD tätig, sodass seine Aussagen auch aus dieser Perspektive heraus betrachtet werden müssen. Er argumentiert, dass echter Mehrwert für Spieler und Entwickler entsteht, wenn Belohnungen direkt an Spielmechaniken und Ziele gekoppelt werden. Ein Beispiel aus seinem Unternehmen soll das untermauern: „Als ZBD dem Studio TapNation half, diese Strategie umzusetzen, verzeichnete das Spiel innerhalb von zwei Wochen einen Anstieg der Spielerbindung um 142 Prozent und ein Plus von 44,4 Prozent beim durchschnittlichen Umsatz pro täglich aktivem Nutzer.“ Das Grundproblem vieler Treueprogramme sieht Thornton im bloßen Nachahmen bestehender Modelle. Microsoft mache seine Sache gut, doch wirklich revolutionär sei auch das nicht. Der nächste Schritt liege für ihn darin, echte Geldbelohnungen direkt in den Spielablauf einzubetten. Zudem könnten „Echtgeldauszahlungen für Content-Ersteller“ das Publikum „in engagierte Teilnehmer mit gemeinsamen Zielen“ vereinen und somit die Bindung zum Spiel erhöhen. An dieser Stelle sei nochmals auf Thorntons aktuelle Tätigkeit beim genannten Zahlungsdienstleister hingewiesen. Das Unternehmen ist auf Bitcoin-Micropayments für Gamer und Entwickler spezialisiert. Am überschaubaren Mehrwert von PlayStation Stars, den viele Spieler wahrgenommen haben, ändert das aber nichts. Der Zeitplan für das Aus von PlayStation Stars Sony hatte das Ende des 2022 gestarteten Programms bereits im Mai 2025 angekündigt. Neuanmeldungen sind seitdem nicht mehr möglich. Die vollständige Abschaltung ist für den 2. November 2026 geplant. Bereits erworbene digitale Sammlerstücke bleiben laut Sony auch nach Ablauf der Fristen zugänglich. Als Begründung nannte Grace Chen, Vice President bei PlayStation: „Seit dem Start des Programms haben wir viel über das Nutzerverhalten gelernt und erkannt, welche Aktivitäten besonders gut ankommen. Auf dieser Basis haben wir entschieden, die bestehende Version von PlayStation Stars zu beenden und neue Wege zu prüfen.“ Zunächst konzentrierte sich Sony aber offenbar auf andere Dinge: Das Programm startete im Herbst 2022 zunächst über die PlayStation App. Nutzer sollten für Aktivitäten wie das Abschließen von Kampagnen oder das Sammeln digitaler Objekte belohnt werden, die sich in einer virtuellen Vitrine zeigen ließen. Sony möchte die gesammelten Erkenntnisse in künftige Angebote einfließen lassen. In der offiziellen Mitteilung hieß es damals: „Wir werden die wichtigsten Erfahrungen aus dem Programm weiterhin auswerten und darauf aufbauen, um neue Möglichkeiten für unsere Community zu schaffen.“