Pleite von Autozulieferer: Porsche zieht offenbar Aufträge ab - Weber in Magdeburg ist insolvent
Magdeburg/MZ/DPA. - Der Autozulieferer Weber Magdeburg hat beim Amtsgericht Konstanz einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Gericht bestellte Rechtsanwalt Jan Markus Plathner am 14. Oktober zum vorläufigen Insolvenzverwalter, wie Plathner und das Gericht mitteilten.
Plathner will sich mit seinem Team vor Ort einen Überblick über die Lage verschaffen und Möglichkeiten zur Stabilisierung des Unternehmens prüfen. Im ersten Schritt werde eine Vorfinanzierung der Gehälter für die rund 120 Beschäftigten geprüft.
Die Gewerkschaft IG Metall hat bereits im Sommer vor einer Pleite gewarnt. „Mit großer Betroffenheit“ hätten die Mitarbeiter in Magdeburg am 30. Juni erfahren, dass der langjährige Hauptauftraggeber Porsche seine Aufträge zum 30. September vollständig abziehen wolle, teilt die Gewerkschaft im Juli mit.
Weber Magdeburg fertigt Zylinderköpfe sowie Getriebe- und Gehäuseteile. Das Unternehmen geht zurück auf das ehemalige Fertigungszentrum „Prisma“ des Schwermaschinenbau-Kombinats „Karl Liebknecht“ (SKL).
Nach der Wende übernahm Rege das Werk. Ab 2000 gehörte es zu Schaeffler und wurde 2016 von der Unternehmensgruppe Albert Weber aus Markdorf in Baden-Württemberg übernommen.
In Sachsen-Anhalt steht die Zulieferindustrie tief in der Krise. Anfang Oktober hat der Autozulieferer KmB aus Zörbig Insolvenz angemeldet. 200 Mitarbeiter sind betroffen. Der VW-Konzern hatte die Aufträge reduziert.