Plötzlich haben die Deutschen wieder Lust auf die Energiewende
Die Bereitschaft der Deutschen zu privaten Investitionen in Klimaschutz und erneuerbare Energien ist wieder gestiegen. Das geht aus dem neuen Energiewendebarometer der staatlichen Förderbank KfW hervor. Demnach gaben 66 Prozent der mehr als 4300 befragten Haushalte an, aktiv an der Energiewende mitwirken zu wollen. Ein Jahr zuvor waren es nur 59 Prozent.
Auch die grundsätzliche Bedeutung des Klimaschutzes wird weiterhin hoch eingeschätzt: 84 Prozent der Befragten halten ihn für wichtig oder sehr wichtig. „In den vergangenen Jahren wirkten viele Menschen in Deutschland 'klimamüde'“, sagt Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. „Das Thema Klimaschutz stand weniger stark im Fokus. Trotz andauernder Konjunkturdelle in Deutschland scheinen die Menschen nun wieder umzudenken; sie wollen wieder in die Energiewende investieren. Das ist eine gute Nachricht.“
1,1 Millionen Haushalte in nur einem Jahr
Vor allem der „außergewöhnliche Hitzesommer 2026“ habe die Notwendigkeit des Klimaschutzes noch einmal verdeutlicht, glaubt Schumacher. Den KfW-Zahlen zufolge nutzen inzwischen 34 Prozent der deutschen Haushalte mindestens eine sogenannte Energiewendetechnologie – also unter anderem Wärmepumpen, Solaranlagen, Batteriespeicher, Pelletheizungen, Solarthermie oder Elektroautos. Diese 34 Prozent entsprechen rund 14 Millionen Haushalten, das sind etwa 1,1 Millionen mehr als im Vorjahr.
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Kleines Kraftwerk
Besonders stark war zuletzt das Wachstum bei Elektroautos und Solaranlagen. Der Anteil der Haushalte mit einem reinen Elektroauto oder Plug-in-Hybrid stieg innerhalb eines Jahres von sieben auf zehn Prozent. Bei Photovoltaik auf dem eigenen Dach erhöhte sich der Anteil von 16 auf 18 Prozent.
Hinzu kommt: Die heimische Solaranlage wird immer öfter mit einem Batteriespeicher kombiniert. Insgesamt 55 Prozent der Haushalte mit Dach-PV verfügen inzwischen über einen Speicher. Vor drei Jahren lag dieser Anteil laut KfW noch bei 31 Prozent.
Energiewende: Nur etwas fürs Eigenheim?
Die Zahlen zeigen allerdings auch: Der Zugang zu Energiewende-Technologien hängt nach wie vor von der Wohnsituation ab. Während 59 Prozent der Haushalte im eigenen Ein- oder Zweifamilienhaus mindestens eine Energiewende-Technologie nutzen, sind es bei Mietwohnungen nur 15 Prozent.
Damit bleibt die Energiewende im privaten Bereich bislang vor allem eine Sache der Hausbesitzer. „Haushalten im unteren Einkommenssegment fehlen oft die Mittel für Investitionen in klimaschonende Technologien“, warnt Schumacher. „Durch die steigende CO2-Bepreisung werden genau diese Haushalte in den kommenden Jahren überproportional belastet.“ Wichtig sei es daher, die „Energiewende in die Breite zu tragen“, empfiehlt Schumacher – etwa durch gezielte Fördermaßnahmen für Energiewende-Technologien.
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