DAX -1,18 % 26.128,36 Pkt 18:00:00 MDAX -1,92 % 31.839,83 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,95 % 6.468,17 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,72 % 53.343,40 Pkt 22:40:06 S&P 500 -1,21 % 7.691,76 Pkt 22:38:24 Nasdaq -1,64 % 26.289,71 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,57 % 65.724,25 Pkt 04:35:03 Gold -0,19 % 4.409,50 USD 04:45:14 Silber -4,59 % 63,09 USD 04:44:43 Brent +0,79 % 91,59 USD 04:45:06 WTI +0,25 % 84,71 USD 04:45:11 Bitcoin -0,60 % 64.293,08 USD 04:55:14 EUR/USD +0,02 % 1,15850 USD 04:54:57 EUR/GBP +0,07 % 0,85540 GBP 04:55:16 EUR/CHF +0,11 % 0,93990 CHF 04:55:16 EUR/JPY +0,02 % 184,561 JPY 04:55:16

Plötzlich verliert der grüne Champion Google die Kontrolle über seine CO2-Emissionen

Technologie

Der rasante Ausbau Künstlicher Intelligenz treibt die CO2-Emissionen von Google stark nach oben. Das geht aus dem aktuellen Nachhaltigkeitsbericht des Konzerns von Mittwoch hervor. Demnach lagen die Treibhausgasemissionen im Jahr 2025 um 18 Prozent höher als im Vorjahr – der stärkste Anstieg, den Google jemals in seinem Nachhaltigkeitsbericht ausgewiesen hat. Bereits in den Jahren zuvor waren Googles CO2-Emissionen angewachsen, jedoch in geringerem Maße. Dabei will der Konzern bis 2030 seine gesamte Wertschöpfungskette klimaneutral gestalten. Der aktuelle Boom beim Ausbau der KI mache dieses Ziel jedoch schwieriger zu erreichen. „Wir sind uns bewusst, dass unsere Klimabelastung parallel zum nie dagewesenen Wachstum der künstlichen Intelligenz zunimmt, und wir arbeiten hart, um die Belastung zu minimieren“, heißt es in dem Bericht. „Nach unseren Schätzungen wäre unser CO2-Fußabdruck 2025 ohne unsere Dekarbonisierungsmaßnahmen rund fünfmal so groß gewesen.“ Google: „Energiesysteme, die einfach noch nicht sauber sind“ Zwar werden Googles Rechenzentren nach Unternehmensangaben effizienter. Doch der Konzern errichtet derzeit jede Menge neue Rechenzentren – alleine der Bau verursachte dem Bericht zufolge rund 2,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Besonders stark nahmen die Emissionen in der Lieferkette zu. Sie stiegen um 25 Prozent. Ein wesentlicher Grund: Viele Zulieferer von Halbleitern produzieren in Ländern wie Taiwan, Japan, Vietnam oder Indien, deren Stromversorgung noch stark auf fossilen Energieträgern basiert. „Wir arbeiten innerhalb von Energiesystemen, die einfach noch nicht sauber oder flexibel genug sind“, hält der Bericht fest. Der Energiebedarf des Konzerns legte im vergangenen Jahr um 37 Prozent gegenüber 2024 zu – der stärkste jährliche Zuwachs, den Google bislang verzeichnet hat. Seit 2019 hat sich der Strombedarf des Unternehmens damit um mehr als 250 Prozent erhöht. ANZEIGE ANZEIGE Wasserverbrauch erreicht Rekordniveau Auch der Wasserverbrauch legte deutlich zu. Google benötigte 2025 rund 10,9 Milliarden Gallonen Wasser – ein Plus von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr und mehr als doppelt so viel wie noch 2021. Der Großteil entfällt auf die Kühlung der Rechenzentren. Nach Unternehmensangaben wurden über verschiedene Projekte rund 7,7 Milliarden Gallonen Wasser in regionale Wasserkreisläufe zurückgeführt. Bis 2030 will Google mehr Wasser zurückgeben, als das Unternehmen selbst verbraucht. Kernkraft, Wasserkraft, Fusion Trotzdem verweist Google auf umfangreiche Investitionen in klimafreundliche Stromversorgung. 2025 schloss der Konzern Lieferverträge über mehr als 12 Gigawatt neuer erneuerbarer und CO2-armer Stromerzeugung ab – so viel wie nie zuvor innerhalb eines Jahres. Dazu gehören unter anderem ein Vertrag zur Wiederinbetriebnahme des Kernkraftwerks Duane Arnold im US-Bundesstaat Iowa, große Wasserkraftvereinbarungen sowie ein Abnahmevertrag für Strom aus einem künftigen Fusionskraftwerk. Nach eigenen Angaben deckte Google seinen Stromverbrauch bereits im neunten Jahr in Folge rechnerisch vollständig durch den Einkauf erneuerbarer Energien ab. Zudem konnten die direkten Emissionen aus dem laufenden Betrieb leicht gesenkt werden. Hilft KI am Ende dem Klima? Ohnehin wird die Künstliche Intelligenz am Ende dem Klimaschutz helfen, argumentiert Google. In dem Bericht räumt der Konzern alleine 16 Seiten ein, um KI-basierte Lösungen für den Klimaschutz vorzustellen. Als Beispiel wird unter anderem die Berechnung benzinsparender Routen in Google Maps genannt sowie ein Algorithmus, der beim Ausbau der Solarenergie in Afrika hilft. Mit seinen Anwendungen habe der Konzern im abgelaufenen Jahr bei der Einsparung von 41 Millionen Tonnen CO2 geholfen, heißt es in dem Bericht – die dreifache Menge der Emissionen, die Google selbst verursachte. Künstliche Intelligenz könne außerdem beim Schutz vor Naturkatastrophen helfen, argumentiert der Bericht, sowie beim Erhalt der Biodiversität. Die Umweltberichte großer Technologiekonzerne galten lange vor allem als Schaufenster ihrer Klimaschutzbemühungen. Der weltweite KI-Boom torpediert diese Bemühungen jedoch zumindest kurzfristig. Auch Amazon verzeichnete in seinem am Mittwoch erschienenen Nachhaltigkeitsreport einen Anstieg der Emissionen. +++ Keine Klima-News mehr verpassen – abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal +++

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