Poker um El Mala: BVB-Druck mit 100-Millionen-Paket - FC hat bessere Karten
In gut drei Wochen wird es ernst! Der 1. FC Köln startet mit dem DFB-Pokalspiel bei den Würzburger Kickers (24. August 2026) in die neue Saison. Nur fünf Tage später folgt das erste Bundesliga-Heimspiel gegen Hoffenheim. Borussia Dortmund spielt zunächst das Supercup-Finale gegen den FC Bayern München am 22. August, bevor es in der Liga gegen den Hamburger SV geht. Ob Said El Mala dann in Rot-Weiß oder Schwarz-Gelb aufläuft, wird sich zeigen. Hinter den Kulissen tobt ein heftiger Kampf um den wuchtigen 19-jährigen Angreifer, der am 26. August seinen 20. Geburtstag feiert. BVB unter Zugzwang: Wie viel ist El Mala den Dortmundern wirklich wert? Öffentlich wollen die Bosse beider Klubs nicht über die Verhandlungen reden. BVB-Sportchef Lars Ricken sagte zuletzt: „Der Spieler ist nicht unser Spieler. Wir werden uns auch weiterhin nicht über Spieler, die bei anderen Vereinen noch langfristig unter Vertrag stehen, äußern.“ Sein Gegenüber, Thomas Kessler, meinte: „Was ich mit meinen Spielern oder deren Interessenvertretern bespreche, gebe ich öffentlich nicht preis. Ich gebe auch nicht preis, von wem welches Angebot kam.“ Doch in der Branche hat sich längst herumgesprochen, dass der BVB heiß auf El Mala ist. Im Hintergrund versucht der BVB jetzt, den Druck im Poker maximal zu erhöhen. Doch die besseren Karten hat definitiv der 1. FC Köln. Dem Vernehmen nach soll Dortmund ein Gesamtpaket für El Mala in Höhe von knapp 100 Millionen Euro geschnürt haben. Darin sollen Gehalt, Handgeld, Prämien und die Ablösesumme enthalten sein. Aktuell soll der BVB dem FC eine Ablöse von 34 Millionen Euro plus zehn Millionen Euro möglicher Bonuszahlungen geboten haben. Macht 44 Millionen Euro. Der Profi soll beim BVB einen Fünfjahres-Vertrag erhalten, wobei er über die Laufzeit ein Grundgehalt von über 30 Millionen Euro verdienen kann. Plus Handgeld (Signing Fee), Auflaufprämien und möglicher Erfolgsprämien kann sich das El-Mala-Gesamtpaket des BVB am Ende auf rund 100 Millionen Euro belaufen. Doch reicht das, um einen der talentiertesten Jungstars im deutschen Fußball in den Ruhrpott zu locken? Der große Haken an der Sache: Intern soll der BVB beschlossen haben, nicht die von Köln geforderten 50 Millionen Euro zu bezahlen. Jetzt steht Dortmund vor einem Problem: Wenn man nicht das Gesicht vor El Mala verlieren und in der Öffentlichkeit nicht blöd dastehen will, muss man sich bewegen. Mit anderen Maßnahmen versucht der BVB jetzt Druck auszuüben, damit man El Mala bekommt. Mit Ibrahim Mbaye (18) von Paris St. Germain rückt plötzlich ein Ersatz als Rechtsaußen in den Fokus. Alles Teil des Poker-Spiels? Um im Bild zu bleiben: FC-Sportboss Thomas Kessler sitzt entspannt am Tisch und blickt in hervorragende Karten. El Mala hat einen Vertrag bis 2030 ohne Ausstiegsklausel. Beim FC hat man den Spieler mit der vorzeitigen Vertragsverlängerung im Sommer 2025 auch finanziell aufs Podest gehoben. In der abgelaufenen Saison soll der Angreifer in Köln schon ein Gehalt von rund 1,5 Millionen Euro verdient haben. So viel kassierte noch kein anderer 19-Jähriger zuvor in Köln. Und wenn El Mala bald A-Nationalspieler ist, soll er beim FC weitere Prämien ausgeschüttet bekommen. Damit die Familie jetzt im Hintergrund nicht den Wechsel forciert oder vom BVB gedrängt wird, pinselt der FC allen El Malas den Bauch. Köln breitet der Familie den roten Teppich aus, damit sich der Spieler maximal gewertschätzt fühlt. FC-Trainer René Wagner schwärmte im Gespräch mit EXPRESS.de in den höchsten Tönen von Said: „Ich weiß nicht, ob es die Erfahrung mit der Nicht-Nominierung zur WM war, aber er ist in diesem Sommer gefühlte fünf Jahre reifer geworden. Er wirkt so gefestigt und übernimmt Verantwortung. Wir freuen uns, dass er hier ist.“ Kollege Jan Thielmann sagte gegenüber EXPRESS.de: „Said ist ein außergewöhnlicher Spieler, den gibt es alle Jahrzehnte mal beim FC.“ Und Sportchef Kessler ist ganz angetan von Said: „Er fühlt sich hier wohl, er trainiert fantastisch und ich habe Lust, ihn wieder bei uns im Stadion zu sehen. Ganz Köln liebt den Jungen, jeder bei uns im Staff liebt ihn. Es macht so viel Spaß mit ihm, das ist so ein toller Junge. Es ist schön zu sehen, dass er mit seiner Familie so gut mit der ganzen Situation umgeht.“ Köln-Chef Kessler schwärmt von Familie El Mala Kessler beschreibt den Kontakt mit der Familie El Mala als sehr harmonisch: „Wir sind in einem sehr vertrauensvollen Austausch mit der Familie von Tag eins an. Ich bin happy, dass wir offen miteinander sprechen können. Und ich finde es außergewöhnlich, wie man mit der Situation umgeht, mit so viel medialer Aufmerksamkeit, und am Ende des Tages auch so vielen lukrativen Offerten, die für ihn persönlich ins Haus flattern – ohne dass ich die jetzt nachvollziehen kann. Ich kann nur sagen, mir macht es unheimlich Spaß, mit ihm, mit seinem Bruder Malek und seiner Familie zusammenzuarbeiten. Das ist jedes Mal schön, wenn wir gemeinsam bei mir im Büro am Tisch sitzen und uns austauschen. Ich würde mir wünschen, dass wir da noch ein bisschen länger Spaß miteinander haben.“ Köln bleibt zurecht hart im Poker. Einen Spieler wie Said sollte man auf keinen Fall so leicht ziehen lassen. Wenn er beim FC zum Nationalspieler reift, kann sein Marktwert schnell auf 60 bis 70 Millionen Euro steigen. Sollte der BVB es tatsächlich ernst meinen, muss man das Angebot an den FC wesentlich erhöhen. Kölns Forderungen sollen aktuell sogar höher als die 50 Millionen Euro liegen. Zudem will man dem Vernehmen nach eine Weiterverkaufsbeteiligung von 15 Prozent über die komplette Summe verankern. Sollte El Mala dann später für 100 Millionen Euro in die Premier League wechseln, kassiert der FC nochmals 15 Millionen Euro. Dann hätte Köln 65 Millionen Euro kassiert und könnte halbwegs zufrieden sein. Doch am allerliebsten will man El Mala behalten! Die Fans kaufen in Scharen die neuen Trikots mit seinem Namen hinten drauf, verehren ihn. Und sportlich kann man um Said eine schlagkräftige Mannschaft aufbauen, die den nächsten Schritt in der Liga gehen will. Auch ohne Transfererlöse kann Köln die nötigen Zugänge stemmen.