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Polen entwickelt mit ICEYE ein eigenes Satellitensystem für militärische Kommunikation und will damit unabhängiger von Elon Musks Starlink werden

Technologie

Polen plant ein eigenes Satellitensystem für die militärische Kommunikation und will sich damit langfristig von Elon Musks Starlink unabhängiger machen. Gemeinsam mit dem finnisch-polnischen Raumfahrtunternehmen ICEYE arbeitet Warschau an einem System, das Ministerpräsident Donald Tusk bei der Rüstungsmesse MSPO in Kielce als mögliches „polnisches Starlink“ bezeichnete, berichtet „Defense News“.

Tusk verwies bei der Vorstellung auf die Erfahrungen aus dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Zuverlässige Kommunikation sei auf dem modernen Gefechtsfeld unverzichtbar. Polen will deshalb eigene Fähigkeiten für die militärische Satellitenkommunikation aufbauen.

Ein Projekt bis 2030

Noch gibt es dieses Satellitennetz allerdings nicht. Am 11. September 2026 unterzeichneten der staatliche polnische Rüstungskonzern Polska Grupa Zbrojeniowa (PGZ) und ICEYE eine Absichtserklärung. Die Entwicklung des Militärsatellitensystems ist für den Zeitraum von 2026 bis 2030 vorgesehen.

ICEYE übernimmt die technische Entwicklung. Das Unternehmen soll die Architektur des Systems entwerfen, die Satellitenplattformen entwickeln und herstellen sowie den Betrieb der Satelliten organisieren. PGZ soll laut dem Bericht polnische Unternehmen in das Programm einbinden und die industrielle Grundlage im eigenen Land schaffen.

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Beide Seiten arbeiten bereits beim polnischen MikroSAR-Programm zusammen. ICEYE hat dafür Radarsatelliten mit synthetischer Apertur an die polnischen Streitkräfte geliefert. Die Technik ermöglicht Aufklärung unabhängig vom Tageslicht und auch bei schwierigen Wetterbedingungen.

Erster Militärsatellit bereits im All

Polen hat bereits Erfahrungen mit ICEYE und militärischer Satellitentechnik gesammelt. Am 28. November 2025 startete die Transporter-15-Mission mit einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien, berichtet „Defense24“. Dabei wurde der erste Radarsatellit des polnischen MikroSAR-Programms ins All gebracht.

Polen treibt den Ausbau seiner eigenen Satellitenkapazitäten voran, während das Verhältnis zu Elon Musk und SpaceX zunehmend schwieriger wird. Im August 2026 stritt die polnische Regierung mit SpaceX über die Roaming-Regeln für Starlink-Nutzer im Land, berichtet der „Kyiv Independent“.

Die Einschränkungen galten für Neukunden bereits ab dem 14. Juli. Für bestehende Kunden sollte der Ausschluss aus der unbegrenzten europäischen Roaming-Zone erst am 17. August greifen. Nach Protesten des polnischen Digitalisierungsministers Krzysztof Gawkowski lenkte SpaceX jedoch am 13. August ein. Bestandskunden waren deshalb letztlich nicht von der angekündigten Sperre oder zusätzlichen Kosten betroffen. Neukunden waren von den Einschränkungen zuvor bereits betroffen.

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