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Polen: Mann nach vermuteten Anschlagsplänen auf Tusk festgenommen - Neue Details zum Verdächtigen

Welt

In Polen ist nach Hinweisen auf einen möglichen Attentatsversuch gegen Ministerpräsident Donald Tusk und Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz ein Verdächtiger festgenommen worden. „Der Mann, der mit einem Attentat gedroht hat, ist festgenommen worden“, schrieb Tusk am Sonntag im Onlinedienst X. Nach Angaben von Innenminister Marcin Kierwinski wurde der etwa 60 Jahre alte Mann im Südwesten Polens festgenommen.

Zwar würde die Möglichkeit einer Beteiligung ausländischer Staaten untersucht. Doch laut Kierwinski scheine es sich um einen Mann „aus einer radikalen Gruppe zu handeln, der Verbindungen zu radikalen Kreisen hat“.

Laut dem polnischen Sender TVN 24 habe ein Informant den Behörden gemeldet, im Internet über soziale Medien Kontakt zu einer der radikalen Organisationen aufgebaut und Freiwillige für die Durchführung eines Anschlags gesucht zu haben. Dabei habe er einen Mann namens Krzysztof getroffen, mit dem er über Waffen, Hass auf die Regierung und einen geplanten Massenmord gesprochen hat.

Wie die Zeitung „Rzeczpospolita“ betonte, war der Verfasser der E-Mail an den Staatsschutzdienst nicht der Attentäter selbst, wusste jedoch von dessen Plänen.

Polen bereits seit Wochen in erhöhter Alarmbereitschaft

An einer Dringlichkeitssitzung im Terror-Abwehrzentrum des Inlandsgeheimdienstes nahmen den Angaben zufolge Vertreter der Polizei, des für den Schutz von Regierungsmitgliedern zuständigen Staatlichen Schutzdienstes und des Inlandsgeheimdienstes teil. „Wir nehmen diese Angelegenheit todernst“, sagte ein Sprecher des für die Koordination der Geheimdienste zuständigen Ministers.

Tusk hatte bereits im September vor einer möglichen Zunahme hybrider Angriffe Russlands auf die Nato-Ostflanke gewarnt. Polen ist als EU- und Nato-Mitglied ein wichtiger westlicher Verbündeter der von Russland angegriffenen Ukraine. Das Land fühlt sich auch selbst von Moskau bedroht und rüstet deshalb massiv auf.

Die ‌polnischen Behörden ⁠sind auch derzeit ​wegen einer Welle von Gewalt an Schulen in erhöhter Alarmbereitschaft. Dabei kam am Donnerstag ein Hausmeister ‌ums Leben.

Tusk ist seit Dezember 2023 wieder polnischer Ministerpräsident. Verteidigungsminister Kosiniak-Kamys ist auch Vize-Regierungschef. Das EU- und Nato-Mitglied Polen ist einer der wichtigsten Unterstützer der Ukraine und ein wichtiger Umschlagsort für militärische und humanitäre Hilfsgüter für das von Russland angegriffene Land.

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