Politiker als Zweiter Bürgermeister abgewählt
Seit Dezember war Emmerich im Amt - nun ist seine Zeit als Zweiter Bürgermeister in Gelsenkirchen wieder vorbei. 47 von 65 Ratsmitgliedern stimmten am Donnerstagnachmittag für seine Abwahl. Geheime Abstimmung im Rat Die Wahl war in geheimer Abstimmung gelaufen, alle Mitglieder des Rats mussten nach vorne kommen und ihre Stimme auf einem Zettel abgeben. Nach der Auszählung war klar: Die Mehrheit für die Abwahl ist zustande gekommen. Nötig für die erforderliche Zweidrittelmehrheit wären mindestens 45 Stimmen gewesen, am Ende waren es also zwei Stimmen mehr. Abwahl: Emmerich reagiert gelassen Auf seine Abwahl reagierte Emmerich gelassen. In einer kurzen Reaktion sagte er, er sehe die Abwahl entspannt. Und: Er bereue nichts. Bereits im Vorfeld hatte der AfD-Politiker gegenüber dem WDR gesagt: "Mir ist egal, wenn ich abgewählt werde. Wir leben in einer Demokratie, ich nehme das dann so hin." Umstrittenes Straßenputz-Video war Hintergrund Die Entscheidung war mit Spannung erwartet worden, nachdem es in der Gelsenkirchener Politik eine rege Debatte um Emmerich und die AfD gegeben hatte. Denn in den sozialen Medien war vor einigen Wochen ein Video aufgetaucht, in dem Mitglieder der AfD Anwohner mit Migrationshintergrund aufgefordert hatten, ihre Straße zu putzen. Auch Norbert Emmerich war darin zu sehen. CDU, SPD, FDP und Grüne hatten darauf einen Antrag zur Abwahl gestellt. Dazu waren auch die Stimmen der Fraktion der Linken sowie von Einzelvertretern verschiedener Parteien nötig, was nun offensichtlich eingetroffen ist. Nachfolger direkt gewählt In einer geheimen Abstimmung wurde unmittelbar nach der Abwahl von Emmerich der CDU-Politiker Werner Wöll zum neuen Zweiten Bürgermeister gewählt. Er erhielt 41 Stimmen. Gegen Wöll trat spontan noch ein Kandidat der Fraktion "Die Partei" an - er bekam sieben Stimmen.