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Politiker droht Fabian Köster

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Eklat im Landtag: AfD-Mann Siegmund droht ZDF-Reporter Fabian Köster wohl mit „neuer Zeit“

Von: Christoph Gschoßmann, Christian Stör

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Bei der konstituierenden Sitzung in Sachsen-Anhalt geraten Ulrich Siegmund und Fabian Köster aneinander. Der AfD-Politiker droht mit dem Ende des Rundfunkvertrags.

Magdeburg – Die AfD kommt an die Macht – und prompt folgten die ersten Drohungen gegen Journalisten. Kaum hatte sich am Dienstag (6. Oktober) der Landtag in Sachsen-Anhalt nach der Wahl konstituiert, ging es gleich einmal hoch her. Im Mittelpunkt: AfD-Spitzenmann Ulrich Siegmund und Fabian Köster, Reporter der ZDF-Satireendung „heute-show“. Köster stand dabei auf den Fluren des Landtags und wartete auf Siegmund. Rechte Accounts verbreiteten später Videoaufnahmen der Begegnung in den sozialen Netzwerken.

Der AfD-Politiker ging direkt auf den Satiriker zu. Seine erste Frage: „Was machen Sie, wenn wir dieses Jahr noch den Medienstaatsvertrag kündigen? Haben Sie sich schon einen Job besorgt?“ Hintergrund: Die Partei plant, im Falle einer Regierungsübernahme den öffentlich-rechtlichen Rundfunk unter Druck zu setzen.

Siegmund stellt Köster Frage zum Medienstaatsvertrag

Köster reagierte und verwies auf die Vorwürfe der Vetternwirtschaft innerhalb der Partei: „Ich hoffe halt, dass ich mit irgendeinem AfD-Kollegen verwandt bin, weil: Dann stellt er mich ja einfach ein.“ Wie Medien zuvor berichteten, hatten mehrere Abgeordnete Familienangehörige oder Partner von Fraktionskollegen über Parlamentsbudgets beschäftigt. Ein Familienangehöriger Siegmunds soll als Mitarbeiter im Bundestagsbüro eines AfD-Kollegen zeitweise mehr als 7500 Euro monatlich erhalten haben.

Der „heute-show“-Reporter fragte weiter nach und konfrontierte Siegmund mit dem Fall des AfD-Abgeordneten Philipp-Anders Rau. Dieser wurde rechtskräftig wegen Urkundenfälschung und Diebstahls verurteilt. Laut Medienberichten stahl er unter anderem Handtücher und Bettlaken in größeren Mengen. Köster fragte, ob Siegmund mit solchen Kollegen zusammenarbeiten wolle.

Die Antwort des AfD-Politikers laut einem Bericht der WELT: „Selbstverständlich. Denn die lieben ihr Land. Damit haben Sie nichts am Hut.“ Köster entgegnete: „Ach so, als Handtuchdieb und Urkundenfälscher liebt man sein Land?“ Siegmund reagierte mit einer persönlichen Bemerkung: „Sie zittern ja schon wieder, sind Sie nervös?“ Dann legte der AfD-Mann dem ZDF-Journalisten den Arm um die Schulter und sagte: „Herzlich willkommen in einer neuen Zeit, herzlich willkommen in Sachsen-Anhalt.“

Deutschlandkurier-Team verfolgt Köster durchs Treppenhaus

Dieser Schlagabtausch war nicht Kösters einzige Konfrontation an diesem Tag. Wie die Volksstimme aus eigener Beobachtung berichtete, folgte ihm ein Team des AfD-nahen Portals „Deutschlandkurier“ durch die Gänge des Landtags – auch nachdem Köster mehrfach erklärt hatte, keine Interviews zu geben. Laut WELT verfolgte der Streamer Köster sogar durchs Treppenhaus und stellte ihm Fragen nach seinem Gehalt. Köster kommentierte das Ganze danach knapp: Es sei wohl darum gegangen, „Stunk zu machen“.

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