Politiker tritt nach Verbrechen von Stade zurück: Schwiegermutter fuhr Fluchtwagen
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Berlin – Die erschütternde Bluttat von Stade, bei der im Juni der ausreisepflichtige Türke Fatih G. (†45) in einem Mutter-Kind-Heim sechs Menschen erschoss, zieht auch in der Politik weitere Kreise. Nun will der niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Deniz Kurku (44, SPD), offenbar sein Amt niederlegen.
Nach Informationen des „Spiegel“ erklärt der Politiker seinen Rückzug mit dem Schutz seines Amtes, das er ehrenamtlich innehat. Er könne die Aufgaben als Migrationsbeauftragter „unter den gegebenen Bedingungen nicht mehr in dem erforderlichen Maße ausüben“, so Kurku.
Der Grund für den Rücktritt
Nach dem Blutbad in Stade fuhr ausgerechnet Kurkus Schwiegermutter Sylvia S. (65) den Fluchtwagen des Todesschützen . Die Polizei stoppte den Mercedes-AMG mit Schüssen auf die Reifen. Während der Türke in U-Haft genommen wurde und sich am 21. Juli mit einem Stück Bettlaken in der Zelle erdrosselte , blieb seine mutmaßliche Komplizin bis heute auf freiem Fuß. Mangels dringenden Tatverdachts, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Zur Sitzung am Donnerstag im Innenausschuss des Landtages, als es um den Sechsfach-Mord in Stade ging, ist Kurku nicht erschienen.
Unterstellungen ohne Belege
Warum jetzt der Rückzug Kurkus? Laut „Spiegel“ wurde dem Landesbeauftragten von rechten Medienportalen unterstellt, persönlich in den Fall Stade verwickelt zu sein. Belege dafür, dass der SPD-Mann vorab von der Tat wusste oder Fatih Khan G. kannte, wären aber nicht geliefert worden.
Ministerpräsident Olaf Lies (59, SPD) bedankt sich in einer Erklärung bei Kurku. Der habe sich mit „großem Engagement und viel Herzblut“ in Niedersachsen für die Teilhabe und das Miteinander eingesetzt, auch für die Anliegen von Heimatvertriebenen sowie Spätaussiedlern. Dass Kurku sein Amt aufgebe, verdiene „Anerkennung und Respekt“.
Darüber hinaus kritisiert Lies laut „Spiegel“ den Umgang mit dem Politiker : „Die herabwürdigenden Kommentare, die Verbreitung von Verschwörungsspekulationen, die Anfeindungen bis hin zu Morddrohungen gegen Deniz Kurku sind völlig inakzeptabel und werden von mir in aller Schärfe verurteilt.“