Polizei warnt vor Anschlag auf polnischen Regierungschef Tusk
Polens Polizei hat nach Angaben des Innenministeriums Hinweise auf einen möglichen geplanten Anschlag auf Regierungschef Donald Tusk und Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz erhalten. Vor diesem Hintergrund sei ein Treffen im Terror-Abwehrzentrum des Inlandsgeheimdienstes einberufen worden, teilte eine Sprecherin des Innenministeriums im Onlinedienst X mit.
Der Innenminister und der für die Koordination der Geheimdienste zuständige Minister hätten Maßnahmen angeordnet.
"Wir nehmen das todernst"
Die zuständigen Stellen hätten die Wahrscheinlichkeit, dass die Anschlagsdrohungen wahr gemacht würden, als sehr hoch eingeschätzt worden, sagte der Sprecher des Geheimdienstkoordinators, Jacek Dobrzynski, laut Nachrichtenagentur PAP. "Wir nehmen das todernst." Daher habe man umgehend das Treffen anberaumt.
Nach der Sitzung sagte Innenministeriumssprecher Jacek Dobrzyński, die Behörden gingen von einer hohen Wahrscheinlichkeit aus, dass die Drohungen in die Tat umgesetzt werden könnten. Zu den Hinweisen sagte der Sprecher, Informationen über die Drohung hätten zunächst den Staatsschutz erreicht, der sie anschließend an die Polizei weitergeleitet habe. Weitere Angaben zu dem mutmaßlich geplanten Anschlag machte er nicht.
"Beunruhigenderes Signal als in der Vergangheit"
Regierungssprecher Adam Szlapka hatte zuvor dem Sender TVN24 berichtet, Tusk sei am frühen Sonntagmorgen über die Erkenntnisse informiert worden. "Dieses Signal war wesentlich beunruhigender als ähnliche Signale in der Vergangenheit." Der Regierungschef arbeite derzeit normal weiter.
Weitere Details wurden zunächst nicht bekannt. Das EU- und NATO-Land Polen ist ein wichtiger westlicher Verbündeter der von Russland angegriffenen Ukraine. Es fühlt sich auch selbst von Moskau bedroht und rüstet deshalb massiv auf.