DAX +0,73 % 26.190,26 Pkt 12:55:29 MDAX +0,23 % 32.584,49 Pkt 12:55:30 Euro Stoxx 50 -0,09 % 6.480,71 Pkt 12:55:15 Dow Jones +3,05 % 54.085,88 Pkt 22:42:17 S&P 500 +3,30 % 7.736,52 Pkt 22:42:18 Nasdaq +4,77 % 26.584,99 Pkt 23:15:59 Nikkei +3,66 % 66.300,44 Pkt 08:45:02 Gold +3,08 % 4.221,60 USD 13:00:28 Silber +2,44 % 61,52 USD 13:00:19 Brent +1,56 % 80,60 USD 13:00:25 WTI +0,67 % 76,28 USD 13:00:29 Bitcoin -0,01 % 64.049,69 USD 13:10:21 EUR/USD +0,35 % 1,15470 USD 13:09:57 EUR/GBP -0,02 % 0,85680 GBP 13:10:29 EUR/CHF +0,15 % 0,93390 CHF 13:10:29 EUR/JPY +0,37 % 181,953 JPY 13:10:30

Polizei warnt vor Betruf beim Kauf gebrauchter Elektroautos

Wirtschaft

Der Markt für gebrauchte Elektroautos nimmt – um im passenden Jargon zu bleiben – Fahrt auf. Immer mehr Autofahrer sind an Fahrzeugen aus zweiter Hand interessiert. Aber deren tatsächlichen Zustand einzuschätzen, ist für Laien schwierig. Vor allem in Sachen Batteriekapazität, Ladehistorie und Reichweite – dabei entscheiden gerade diese Faktoren darüber, wie zuverlässig und wirtschaftlich ein E-Auto langfristig genutzt werden kann. Orientierung bieten soll die Initiative „Sicherer Autokauf im Internet“ (ISAK), getragen von ADAC, AutoScout24, Kleinanzeigen, mobile.de und der Polizeilichen Kriminalprävention auch im Rheinisch-Bergischen Kreis. Sie empfiehlt Käufern, vor dem Vertragsabschluss gezielt nach technischen Details und der Fahrzeughistorie zu fragen. Anlass dafür ist die anhaltend hohe Nachfrage: Im Juni 2026 lag das Interesse an gebrauchten Elektroautos rund 53 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats. Gleichzeitig verringerte sich das verfügbare Angebot binnen eines Jahres um zehn Prozent. Für ISAK ein Zeichen für die wachsende Attraktivität der Elektromobilität – und des Bedarfs an verlässlichen Informationen. Besonders wichtig ist laut ISAK ein Nachweis über den Gesundheitszustand des Akkus, den sogenannten „State of Health“. Ein Batterie-Zertifikat schafft Transparenz und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Sein Anteil in Online-Inseraten stieg binnen eines Jahres von knapp acht auf 19 Prozent und hat sich damit mehr als verdoppelt. Noch ist ein solcher Nachweis nicht flächendeckend etabliert. Silvia Schattenkirchner, Leiterin Verbraucherrecht beim ADAC und Sprecherin der Initiative, empfiehlt, den Batteriezustand ebenso sorgfältig zu prüfen wie bei einem Verbrenner den Kilometerstand und möglichst ein entsprechendes Zertifikat einzufordern. Auch die Reichweite sollte realistisch bewertet werden. Herstellerangaben nach dem WLTP-Verfahren, einem weltweit harmonisierten Prüfverfahren, weichen je nach Fahrstil, Außentemperatur und Nutzung von Heizung oder Klimaanlage teils deutlich vom Alltag ab. Als besonders akkuschonend gilt ein Ladebereich zwischen 20 und 80 Prozent. Käufer sollten daher nach den üblichen Fahrstrecken, den bevorzugten Ladegewohnheiten und nach häufigen Voll- oder Tiefentladungen fragen. Ebenso wichtig ist laut ISAK die Information, ob Schnellladen möglich ist und welche Leistungen an AC- und DC-Ladesäulen unterstützt werden. Ein weiterer Blick gilt Garantie und Wartung. Viele Hersteller sichern die Batterie für acht Jahre oder bis zu 160.000 Kilometer ab, häufig bis zu einer Restkapazität von 70 Prozent. Bedingungen unterscheiden sich jedoch je nach Marke und Modell. Deshalb sollten verbleibende Garantie, Übertragbarkeit auf Folgebesitzer und eine vollständige Wartungshistorie geprüft werden. Sämtliche Vereinbarungen gehören schriftlich in den Kaufvertrag. Der ADAC stellt dafür eine kostenlose Vertragsvorlage für gebrauchte Elektrofahrzeuge bereit. Neben dem Akku beeinflusst auch die Ausstattung den praktischen Nutzen. Ein Navigationssystem mit Ladeplanung, Sitz- oder Lenkradheizung und eine Wärmepumpe gelten als besonders gefragt. Letztere wurde im Juni 2026 dreimal häufiger als Suchfilter verwendet als ein Jahr zuvor. Außerdem sollten sämtliche Ladekabel, Zubehörteile, Serviceheft, Prüfprotokolle und Angaben zu bekannten Mängeln, Rückrufen und technischen Änderungen vollständig vorliegen. Nicht zuletzt mahnt die Initiative zur Vorsicht vor Betrugsversuchen beim Onlinekauf. Warnzeichen sind gefälschte Dokumente, Phishing-Mails, verschleierte Fahrzeughistorien oder Forderungen nach Vorkasse. Julia Christiani von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes rät, bei ungewöhnlich günstigen Angeboten, fehlenden Unterlagen oder verweigerter unabhängiger Prüfung besondere Vorsicht walten zu lassen. Weitere Informationen und Sicherheitshinweise bietet die Internetseite der Initiative „Sicherer Autokauf im Internet“ unter https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/sicherer-autokauf/.

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