Polizist erschießt Esel „HeeHaw“
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Harmloser Streichelzoo-Esel „HeeHaw“ von Polizist erschossen – Besitzerin fordert Konsequenzen
Von: Tim Krüger
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Ein Miniaturesel, der Kinder in Streichelzoos begeisterte, wurde von einem Polizisten erschossen – die Version des Beamten ist umstritten.
Georgia, USA – Als Hannah Israel in der Nacht des 30. August 2026 gegen 0.45 Uhr einen Anruf erhielt, ahnte sie noch nicht, was geschehen war. Auf ihrer Farm „Elsberry Riding & Farm“ im amerikanischen Bundesstaat Georgia hatte sich ein dramatischer Vorfall ereignet: Polizeibeamte, die in der Umgebung von Rockmart nach einem vermissten zwölfjährigen Mädchen suchten, hatten ihr Weidegelände betreten – ohne Ankündigung und ohne Genehmigung. Am Ende dieser Nacht war ihr Esel „HeeHaw“ tot.
Der einjährige Miniaturesel war kein gewöhnliches Nutztier. Israel hatte ihn von Geburt an mit der Flasche aufgezogen, er lebte zeitweise sogar im Haus der Familie und war regelmäßiger Gast bei Streichelzoo-Veranstaltungen in der Region. Sein geschätzter Wert lag laut Angaben der Besitzerin bei rund 6.000 US-Dollar – doch für Israel war „HeeHaw“ vor allem ein Familienmitglied, kein gewöhnliches Bauernhoftier.
Beamter rechtfertigt Schuss auf „HeeHaw“ mit angeblichem Angriff
Officer Trenton Garner vom Cedartown Police Department war gemeinsam mit einem K-9-Hundeführer und einem Bluthundteam aus dem Haralson County im Einsatz. Laut seinem offiziellen Einsatzbericht verfolgten die Beamten eine Spur durch Waldgebiet, als sie auf das Weidegelände gelangten. Die Pferde auf der Koppel scheuten und liefen davon – „HeeHaw“ hingegen kam auf die Beamten zu. Garner beschreibt in seinem Bericht, der Esel habe die Gruppe „angegriffen“.
Der K-9-Hundeführer soll daraufhin einen Taser eingesetzt haben, doch das Tier ließ sich nach Garners Darstellung nicht aufhalten. Schließlich zog der Beamte seine Dienstwaffe und feuerte einen einzigen Schuss ab. „HeeHaw“ wurde getroffen, lief noch einen Hügel hinauf und brach dann zusammen.
Garner begründete seinen Schusswaffeneinsatz damit, den K-9-Hundeführer sowie das Bluthundteam schützen zu wollen. Die Feuerwehr Rockmart hatte während des Einsatzes eine Drohne in der Luft, die den Vorfall auf Video aufzeichnete. Das vermisste Mädchen wurde kurze Zeit später wohlbehalten weiter die Straße entlang gefunden – in genau jener Richtung, in der das Bluthundteam zuvor die Spur verfolgt hatte.
Besitzerin und Öffentlichkeit zweifeln an der Darstellung der Polizei
Hannah Israel widerspricht der Version des Beamten entschieden. In einem Beitrag auf Facebook schrieb sie, „HeeHaw“ sei auf seiner eigenen Weide getötet worden und habe lediglich getan, was Esel eben tun: auf Fremde aufmerksam machen. Er habe nie jemanden angegriffen oder verletzt. Für Israel steht fest, dass die Beamten ihr Grundstück ohne Erlaubnis betreten haben – ein Umstand, den sie als unrechtmäßig betrachtet.
Der Fall löste in den sozialen Medien eine Welle der Empörung aus. Israel teilte kurz nach dem Vorfall ein älteres Video, das „HeeHaw“ zeigt, wie er freudig auf sie zuläuft und Zuneigung sucht. Die Aufnahmen verbreiteten sich rasch und verstärkten den öffentlichen Druck auf die Behörden. Eine Spendensammlung auf GoFundMe, die Israel für rechtliche Schritte und eine Stiftung im Namen des Esels ins Leben rief, überstieg zwischenzeitlich die Marke von 155.000 US-Dollar.
Ermittlungen eingeleitet – Polizist vorläufig suspendiert
Die Cedartown Police Department übergab den Fall an die Law Enforcement Division des Georgia Department of Agriculture, die nun eine unabhängige Untersuchung führt. Polizeichef Jamie Newsome bestätigte öffentlich, dass einer seiner Beamten den tödlichen Schuss abgegeben habe, und sprach von einem „tragischen Verlust“. Officer Trenton Garner wurde für die Dauer der Ermittlungen vom Dienst freigestellt.
Unterdessen versuchten mehrere beteiligte Behörden zunächst, die Verantwortung voneinander abzugrenzen. Das Büro des Sheriffs von Polk County stellte klar, dass seine Beamten den Schuss nicht abgegeben hätten, bestätigte jedoch die Anwesenheit von Einsatzkräften der Cedartown und Polk County Police Departments. Die Polizeidienststellen beider Städte lehnten Anfragen nach weiteren Aufnahmen und Berichten diverser Medien unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen ab.