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Porsche Mission S: Warum der Superwagen Bildschirme verbannt - und auf KI setzt

Technologie

Design-Rekord: Tobias Sühlmann hatte nur acht Monate Zeit, um Porsches neuen Supersportwagen zu entwickeln. Foto: PR/Porsche

Porsche: „KI könnte Bildschirme im Auto komplett ersetzen“

Teslas Roadster hebt mit Raketentechnik ab, Porsche setzt beim Mission S auf ein Retrodesign. Designchef Tobias Sühlmann über den neuen Supersportwagen.

Porsche setzt beim neuen Supersportwagen Mission S auf ein analoges Cockpit und verzichtet auf große Bildschirme wie bei Tesla

Der Mission S besitzt Elemente berühmter Porsche-Modelle und bleibt der Marken-DNA treu, um das Fahrerlebnis zu betonen

Designchef Tobias Sühlmann sagt, künstliche Intelligenz könnte Bildschirme im Auto künftig ersetzen, daher wählte Porsche ein bewusst analogeres Konzept

Der Mission S wird als Visionsmodell mit flexiblen Antriebsoptionen konzipiert und soll Kunden im Premiumsegment oberhalb des 911 ansprechen

Die Zusammenfassung wurde mithilfe von KI erstellt und redaktionell geprüft.

WirtschaftsWocheWirtschaftsWoche: Herr Sühlmann, während Tesla seinen neuen Roadster mit Raketentechnik abheben lässt, setzen Sie beim neuen Supersportwagen Mission S auf Retro-Elemente. Sieht Porsche bei diesem Duell nicht im wahrsten Sinne des Wortes alt aus?

Tobias Sühlmann: Nichts am Mission S ist retro. Er baut wie alle neuen Modelle auf der ikonischen Porsche-DNA auf. Bei der umfangreichen Historie und dem großen Vermächtnis der Marke wäre es doch geradezu fahrlässig, das nicht zu tun.

Noch einmal: Sie haben dem Mission S einen Mittelmotor wie beim 550 Spyder verpasst, dazu die Telefonwählscheiben-Felgen des 928, die fließende Dachlinie des 959 und eine Kühllösung, die an den Rennwagen 917 erinnert – und jetzt zündet Musk mit seinen Superdüsen ein technologisches Feuerwerk, bei dem sich die Welt verdattert die Augen reibt. Nervt Sie das nicht?

Warum sollte es? Es ist doch gut, wenn sich verschiedene Unternehmen auf unterschiedliche Fähigkeiten fokussieren. Der Mission S ist ein Visionsmodell. Wir zeigen mit dem Konzept, wie wir die Marke ausrichten und weiterentwickeln wollen. Dabei bleiben wir nah am Kunden, sind auf den Fahrer, Beifahrer und das Fahrerlebnis fokussiert – ohne die Bodenhaftung zu verlieren.

Nette Anspielung, aber lassen Sie uns mal einen Blick ins Cockpit des Mission S werfen: Sie verzichten komplett auf große Bildschirme, die selbst bei Mittelklassewagen Standard sind. Sollen Fahrer etwa ihr eigenes Smartphone für die Navigation mitbringen – und das bei einem Einstiegspreis von kolportierten 500.000 Euro?

Grundsätzlich zeigen wir mit dem Visionsmodell, wie wir unsere Designidentität weiterentwickeln wollen. Der Fahrzeugpreis eines möglichen Serienmodells ist hier erst einmal unerheblich. Für uns ist entscheidend, was zu unserer Marke und unseren Kunden passt.

Zur Person

Tobias Sühlmann (46) ist seit Februar 2026 Designchef von Porsche. Der Absolvent der Hochschule Pforzheim begann seine Karriere bei Volkswagen und arbeitete später unter anderem für Bugatti, Aston Martin und Bentley. Zuletzt war er Chefdesigner bei McLaren, wo er bereits mit dem heutigen Porsche-Chef Michael Leiters zusammenarbeitete. Er folgt auf Michael Mauer, der das Porsche-Design mehr als zwei Jahrzehnte geprägt hatte. Sühlmann ist erst der fünfte Designchef in der Geschichte des Sportwagenbauers.

Das heißt?

In einem Sportwagen, der ideal auf die Bedürfnisse des Fahrers in dynamischen Situationen ausgelegt ist, sind große Bildschirmflächen nicht unbedingt von Vorteil. Die Konzentration liegt auf dem Wesentlichen, den Instrumenten. Der Mission S zeigt, wie wir uns ein ideales Konzept mit einer Symbiose aus digitalen und analogen Bedienelementen vorstellen können.

Ist das nicht ein Rückschritt gegenüber modernen Cockpits?

In ein paar Jahren wird künstliche Intelligenz Bildschirme vielleicht komplett ersetzen, dann wären diese möglicherweise auch nicht mehr zeitgemäß. Insofern haben wir uns beim Mission S bewusst für ein Konzept entschieden, das wieder etwas analoger ist. Wie gesagt – die Bedürfnisse unserer Kunden stehen dabei im Mittelpunkt unserer strategischen Überlegungen.

Moment, der Verzicht auf Digitalisierung ist für Sie der neue Luxus?

Wenn man gerne Auto fährt, dann ist das, was im Auto im Mittelpunkt steht, der Drehzahlmesser, die Geschwindigkeitsanzeige. Die Konzentration auf das Wesentliche. Die konsequente Auslegung auf das Thema Fahrspaß.

2023 feierte Oliver Blume den vollelektrischen Mission X noch als „technologischen Wegweiser“ für Porsches Supersportwagen. Drei Jahre später setzen Sie beim Mission S offensichtlich wieder auf einen Verbrenner. Was soll daran innovativer sein?

Wir bieten die volle Bandbreite an Fahrzeugen und Antriebstechnik. Wir sind offen für Verbrenner, Hybride und vollelektrische Sportwagen. Die Entscheidung überlassen wir dem Kunden.

Das heißt, dass es den Mission S auch als vollelektrische Version geben wird?

Wir sind flexibel aufgestellt. Der Mission S zeigt, wie eine mögliche Supersportwagenplattform oberhalb des 911 aussehen könnte.

Dann sind die vier Auspuffrohre beim Mission S etwa nur Platzhalter?

Die Auspuffrohre sind Platzhalter in dem Sinne, dass sich später hier und da sicher noch Dinge im Diffusorbereich ändern können. Wie gesagt: Der Mission S ist ein Visionsmodell, kein fertiges Serienauto.

Der Mission S soll Ihre 10.000 Top-Kunden ansprechen. Doch schon der 911 GT3 bietet enorme Leistung und Prestige – für rund 211.000 Euro. Worauf mussten Sie achten, damit auch optisch ein deutlich höherer Preis gerechtfertigt ist?

Die Entwicklung der Flyline war sehr wichtig, die klassische Porsche-Dachlinie, die wir weit nach hinten gestreckt haben, um einem möglichen Motor hinten Platz zu bieten. Der Mission S ist klar auf die Architektur eines Mittelmotorsportwagens ausgelegt – die tiefe Position der Kabine unterscheidet sich beispielsweise stark vom 911.

Sie haben schon für Bugatti, Aston Martin, Bentley und McLaren gearbeitet – wie viel Luxus bringen Sie jetzt zu Porsche mit?

Porsche ist keine reine Luxusmarke. Wir bewegen uns genau im Sweetspot zwischen Top-Premium und Luxus. Diese Positionierung macht unsere Marke so einzigartig.

Sie müssen Modellen mit höherer Stückzahl allerdings genauso gerecht werden wie Einzelstücken für Milliardäre.

Bei Top-Premium sprechen wir ja nicht vom Volumenmarkt. Aber genau diese Bandbreite macht die Aufgabe für mich so spannend. Wir haben die One-Off-Kunden, die hochexklusive Werksunikate kaufen. Und wir haben Kunden, die einen Macan wollen, einen Cayenne – und künftig eben vielleicht auch einen Sportwagen oberhalb des 911.

Lesen Sie auch: Mission S – dieser neue Supersportwagen soll Porsche retten

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