DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin -0,02 % 64.298,69 USD 09:25:24 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Porsche streicht bis zu 9000 Stellen, viele auch am Traditionsstandort Weissach

Wirtschaft

Inhaltsverzeichnis close notice This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication. . Porsche verschärft seinen Sparkurs offenbar drastisch. Der Aufsichtsrat der Porsche AG hat seine Unterstützung für ein neues „Zukunftspaket“ zugesagt, das nach übereinstimmenden Medienberichten insgesamt nochmals 5000 bis 6000 weitere Arbeitsplätze bis 2035 kosten soll. Zusammen mit einer bereits laufenden Sparrunde und der Schließung dreier Tochterfirmen sind damit insgesamt fast 9000 Stellen betroffen. Weiterlesen nach der Anzeige Fokus auf Kerngeschäft Wie Porsche mitteilte, gehören zu diesem Paket auch die Schließung der Cellforce Group (Batteriezellen-Entwicklung, circa 50 Beschäftigte) und das Ende der Porsche eBike Performance GmbH (rund 350 Beschäftigte) sowie der Softwarefirma Cetitec (rund 90 Beschäftigte). CEO Michael Leiters begründete die Einschnitte damit, dass sich Porsche „wieder auf sein Kerngeschäft fokussieren“ müsse. Dies sei „die unabdingbare Grundlage für eine erfolgreiche strategische Neuausrichtung“, die auch „schmerzhafte Einschnitte“ bei Gesellschaften erzwinge. Bereits im vergangenen Jahr hatte Porsche eine erste Sparrunde eingeleitet und laut Reuters rund 3900 Arbeitsplätze gestrichen. Hinzu kamen etwa 2000 ausgelaufene befristete Verträge. Die neue Runde, deren Details der Aufsichtsrat am 22. Juli grundsätzlich billigte, soll nach Berichten von Bild und Manager Magazin weitere 5000 bis 6000 Stellen betreffen. Porsche selbst bestätigt die kolportierten Zahlen nicht, spricht aber von „den letzten Schritten“, die nun zu finalisieren seien. Ende 2025 beschäftigte Porsche weltweit rund 42.000 Mitarbeitende, über alle Sparrunden hinweg könnte also gut ein Fünftel bis ein Viertel der Belegschaft betroffen sein. Management und Verwaltung zuerst Die neue Sparrunde zielt laut Unternehmensangaben „zunächst bewusst auf die Management-Strukturen“. Ein Vorstandsposten wurde bereits gestrichen. Doch auch die Entwicklung steht unter erheblichem Druck: Der Standort Weissach, Herzstück der Porsche-Fahrzeugentwicklung mit Expertise in Fahrwerkstechnik, Prototypenbau und Fahrzeugarchitektur, soll seine Kapazitäten um rund 30 Prozent reduzieren. Verschiedene Quellen sprechen davon, dass ein Viertel bis ein Drittel der Weissacher Belegschaft betroffen sein könnte. Die Werke in Stuttgart-Zuffenhausen und Leipzig gelten hingegen als „nicht gefährdet“, sind laut Handelsblatt allerdings nur zur Hälfte ausgelastet. Mit der Schließung von Cellforce zieht sich Porsche faktisch aus der eigenen Batteriezellen-Entwicklung zurück. Die technologieoffene Antriebsstrategie des Unternehmens biete für das Startup „keine ausreichend tragfähige Perspektive mehr“. Das Ende von Cetitec, einem Spezialisten für Datenkommunikations-Software im Volkswagen-Konzern, könnte dazu führen, dass entsprechende Kompetenzen stärker auf zentrale Konzernplattformen verlagert werden. Einbruch in China und gescheiterte E-Auto-Strategie Weiterlesen nach der Anzeige Hintergrund des massiven Sparkurses ist eine „schwere Krise“, wie Reuters berichtet. Die Verkäufe in China, lange Zeit ein zentraler Wachstumsmarkt für Porsche, sind eingebrochen. Gleichzeitig hat die unter Leiters‘ Vorgänger Oliver Blume forcierte Elektroauto-Strategie hohe Kosten verursacht, die nun teilweise abgeschrieben werden müssen. Hinzu kommen Belastungen durch US-Zölle und geopolitische Unsicherheiten. Die operative Rendite, einst ein Aushängeschild des Unternehmens mit rund 15 Prozent, sackte im Vorjahr auf etwa 6 Prozent ab. Für das laufende Jahr peilt Porsche lediglich 5,5 bis 7,5 Prozent an. Leiters’ erklärtes Ziel ist es, „mit weniger Autos Geld zu verdienen“. Statt der zuletzt rund 280.000 verkauften Fahrzeuge pro Jahr strebt Porsche geringere Produktionskapazitäten an und will sich auf margenstarke Modelle wie den Porsche 911 und Luxus-SUVs konzentrieren. Ein verkleinertes Modellportfolio bei gleichzeitig reduzierten Fixkosten soll die Profitabilität wieder steigern. Langfristige Risiken Ob dieses Kalkül aufgeht, bleibt abzuwarten. Der Rückzug aus eigener Batterie- und Softwareentwicklung reduziert zwar kurzfristig Kosten, erhöht aber mittelfristig die Abhängigkeit von Konzernlösungen und externen Zulieferern. In einem Umfeld, in dem insbesondere chinesische Hersteller technologisch massiv aufholen, könnte weniger eigenständige Entwicklungskapazität in Weissach die Innovationszyklen verlangsamen. Zudem bewegt sich Porsche in einem Volkswagen-Konzernumfeld, das selbst unter enormem Restrukturierungsdruck steht: Konzernchef Blume hat bis zu 100.000 Jobs im Gesamtkonzern als gefährdet bezeichnet und prüft die Schließung von bis zu vier Werken in Deutschland. Für die verbleibenden Porsche-Beschäftigten soll im Tausch gegen eine Deckelung von Sonderzahlungen und Einschnitte beim Weihnachtsgeld eine Beschäftigungssicherung gelten, die betriebsbedingte Kündigungen bis 2035 ausschließt. Die Belegschaft soll auf einer Betriebsversammlung in Stuttgart informiert werden, bevor Porsche die Details öffentlich vorstellt.

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