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Potsdams stiller Wohltäter: Günther Jauch wird 70 Jahre alt

Allgemein

Das Fernsehpublikum liebt ihn als Entertainer, Moderator und natürlich Quizmaster von „Wer wird Millionär?“. Seiner Wahlheimat Potsdam ist er seit drei Jahrzehnten nicht nur treu, sondern auch tatkräftig verbunden: Ohne ihn, das darf man wohl sagen, würde die Landeshauptstadt heute anders aussehen. Am 13. Juli wird Günther Jauch 70 Jahre alt. Wie und wo er seinen Geburtstag verbringt, bleibt sein Geheimnis. Jauch will am liebsten nicht gefunden werden. „Also, es ist zu empfehlen, dass man an dem Tag nicht ans Telefon geht. Da werde ich versuchen, mich dran zu halten. Ich denke, es wird gelingen“, sagte er wenige Wochen vor seinem Geburtstag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Für mich sind genau solche Daten nicht so wichtig und ich neige dann auch nicht dazu, da ein großes Aufhebens zu machen.“ Kein großes Aufhebens: Das könnte auch als Motto über dem vielseitigen Wirken von Jauch in Potsdam stehen. Wo überall er sich engagierte und mitwirkte, ist vielen vielleicht gar nicht bewusst: Das von ihm finanzierte Fortunaportal am Alten Markt wurde einst zur Initialzündung für den Wiederaufbau des Stadtschlosses. Verliebt in Potsdam Der TV-Journalist und Unternehmer unterstützte nicht nur die Sanierung des Belvedere auf dem Pfingstberg, wo er 2006 seine langjährige Lebensgefährtin heiratete. Er spendierte der Schlösserstiftung auch die Restaurierung der Neptungrotte im Park Sanssouci, gab Geld für Sanierungsvorhaben im Marmorpalais und bei der Friedenskirche von Sanssouci. Auch vor umstrittenen Vorhaben schreckte er nicht zurück: Jauch war einer der Geldgeber für den Wiederaufbau des Garnisonkirchturms. Sein Verhältnis zu Potsdam darf man sich als Liebe auf den ersten Blick vorstellen: Geboren in Münster und aufgewachsen in Berlin, erkundete Jauch die Havelstadt auf der anderen Seite der deutsch-deutschen Grenze am Heiligabend des Umbruchsjahres 1989 bei einem Ausflug mit seiner späteren Frau – und war hin und weg, wie er selbst schildert. „Wir wollten uns Sanssouci anschauen und waren dann auch im Holländischen Viertel, das damals noch wüst aussah“, erzählte er einmal im Gespräch mit den Potsdamer Neuesten Nachrichten: „Trotzdem hat die Stadt schon damals einen ungeheuren Zauber auf uns ausgestrahlt, und wir haben uns gesagt: Hier wollen wir einmal leben.“ So sollte es einige Jahre später kommen. Wobei die Zuneigung auch auf die Probe gestellt wird. Als bekennender Fan des Livestreams der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung ist Jauch mit den mitunter so länglichen wie erbittert geführten Debatten bestens vertraut. Seiner Ungeduld oder dem Unmut über manche Entwicklung macht er aber nur äußerst wohldosiert Luft. Brandrede gegen Willkür in der Denkmalbehörde hatte Folgen Wenn er sich öffentlich zu Wort meldet, sorgt das mitunter für Wirbel im Rathaus: So etwa 2007, als seine Brandrede gegen eine willkürliche Genehmigungspraxis in der Potsdamer Denkmalbehörde Wellen schlug – und schließlich eine Umstrukturierung bewirkte. Mit der Behörde hatte er als Bauherr mehrerer Sanierungsvorhaben intensiv zu tun. Für seinen Beitrag zum Erhalt der historischen Bausubstanz wurde er erst im Juni von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) mit dem Landesverdienstorden geehrt. Woidke lobt ihn nun auch in einer Glückwunschadresse zum 70. Geburtstag: „Sie tragen dazu bei, das Stadtbild Potsdams wieder zum Strahlen zu bringen“, so der Ministerpräsident: „Dieses Engagement ist Ausdruck von Verantwortung für unsere Gesellschaft und für kommende Generationen.“ Jauch investiert nicht nur in Denkmäler, auch die Förderung benachteiligter Kinder ist ihm ein Anliegen: Er finanziert seit Jahren den Betrieb des christlichen Jugendwerks Die Arche im Plattenbaukiez Drewitz, dessen Gründung er angeregt hatte. Dort werden täglich bis zu 80 Kinder und Jugendliche aus dem Wohngebiet mit Fürsorge, Mahlzeiten und Betreuung versorgt. 2010 ist er auch unter die Winzer gegangen: Als Nachfahre der Gründer übernahm er das renommierte Weingut von Othegraven im rheinland-pfälzischen Kanzem an der Saar. Als Winzer sehe er sich aber nach all den Jahren nicht, sagte er der dpa: „Im Grunde bin ich ein ewiger Winzer-Azubi.“ Und auch wenn Jauch die Region als idyllisch und romantisch beschreibt und auch wenn er der Arbeit wegen oft in Köln ist: Sein erstes Zuhause bleibt weiterhin Potsdam.

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