DAX +0,51 % 26.465,13 Pkt 10:07:17 MDAX +0,56 % 32.516,08 Pkt 10:07:19 Euro Stoxx 50 +0,08 % 6.550,43 Pkt 10:07:15 Dow Jones +0,09 % 53.840,00 Pkt 22:00:00 S&P 500 +0,92 % 7.798,99 Pkt 22:35:03 Nasdaq +1,35 % 26.803,03 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,59 % 68.713,80 Pkt 08:45:03 Gold +0,86 % 4.401,10 USD 10:12:14 Silber -0,15 % 64,78 USD 10:12:00 Brent +1,80 % 88,64 USD 10:12:15 WTI +2,04 % 82,91 USD 10:12:15 Bitcoin -0,88 % 62.843,72 USD 10:22:15 EUR/USD +0,21 % 1,15540 USD 10:21:21 EUR/GBP +0,08 % 0,85460 GBP 10:22:18 EUR/CHF +0,27 % 0,93990 CHF 10:22:20 EUR/JPY +0,12 % 183,898 JPY 10:22:19

Prämie hilft vor allem chinesischen Herstellern in Deutschland

Wirtschaft

Startseite Wirtschaft Auswertung zeigt: E-Auto-Prämie hilft vor allem chinesischen Herstellern in Deutschland Von: Lennart Niklas Johansson Schwenck Uns auf Google folgen Jedes vierte per Förderprämie gekaufte E-Auto stammt aus China. Damit wächst die Sorge um deutsche Hersteller. Kritiker sehen einen Webfehler im Programm. Berlin – Jedes vierte Elektroauto, das mit der staatlichen Kaufprämie erworben wurde, stammt aus chinesischer Produktion. Das ergibt eine aktuelle Auswertung der Wirtschaftswoche, für die Journalisten Zahlen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ausgewertet haben. Betrachtet man die 20 am häufigsten geförderten Modelle, liegt der Anteil in China gebauter Fahrzeuge bei 25 Prozent. Dazu zählen auch westliche Marken wie Tesla, Volkswagen oder Dacia, die einen Teil ihrer E-Autos in China fertigen lassen. Rechnet man nur die reinen chinesischen Marken, liegt deren Anteil an den bewilligten Förderanträgen nach Angaben von BAFA-Präsidentin Mandy Pastohr bei 15 Prozent, wie sie kürzlich im Handelsblatt-Podcast erklärte. Chinesische Marken wachsen schneller als der Gesamtmarkt Damit liegt der Wert deutlich über dem, was chinesische Hersteller sonst auf dem deutschen Markt erreichen, wo ihr Vormarsch ebenfalls an Tempo gewinnt. Der Marktanteil chinesischer Hersteller an sämtlichen Pkw-Neuzulassungen in Deutschland kletterte von 5,3 Prozent im Januar auf 7,4 Prozent im Juli, wie aus Zahlen der Beratungsgesellschaft EY hervorgeht. Im reinen Elektroauto-Segment fällt der Anstieg noch kräftiger aus. Dort wuchs der Anteil chinesischer Marken im gleichen Zeitraum von 10,4 auf 14 Prozent. Gleichzeitig verlieren deutsche Konzerne bei E-Autos an Boden. Lag ihr gemeinsamer Marktanteil im Januar noch bei 59,8 Prozent, waren es zuletzt nur noch 54,3 Prozent. Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung liegt im Zuschnitt der Prämie selbst. Sie richtet sich ausschließlich an private Käufer, gewerbliche Kunden sind ausgeschlossen. Genau diese Gruppe griff jedoch bereits 2025 spürbar häufiger zu deutschen Modellen als Privatpersonen, wie die EY-Analyse zeigt. Wer die Förderung auf Privathaushalte begrenzt, verschiebt die Nachfrage damit tendenziell in Richtung jener Marken, die bei privaten Käufern ohnehin gefragter sind, darunter chinesische Anbieter. Autohäuser melden Bestellboom bei MG und BYD Wie sich das in der Praxis niederschlägt, zeigt eine repräsentative Umfrage des Verbands der Automobilhändler Deutschlands (VAD) unter seinen Mitgliedern im Juni. Demnach profitieren vor allem Importmarken von der Kaufprämie, den größten Zuwachs an Bestellungen verzeichnen die chinesischen Marken MG und BYD mit einem durchschnittlichen Plus zwischen 50 und 75 Prozent. Wie kräftig BYD hierzulande zulegt, belegen auch die amtlichen Zulassungszahlen. Bis Ende Juli wurden 31.492 neue BYD-Fahrzeuge in Deutschland zugelassen, ein Zuwachs von 322,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Und ein großer Teil der Bestellungen wartet noch auf seine Auslieferung. Bei der Vorstellung der E-Auto-Prämie Mitte Januar zeigte sich Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) noch gelassen, was die Erfolgsaussichten chinesischer Hersteller betraf. „Ich kann den Großeinbruch chinesischer Hersteller nicht sehen – weder an den Zahlen noch auf den Straßen“, sagte er damals bei der Präsentation im eigenen Ministerium. Am 19. Januar hatte das Bundesumweltministerium die Eckpunkte der Förderung bekannt gegeben, die Fördersummen zwischen 1500 und 6000 Euro vorsehen, gestaffelt nach Fahrzeug, Einkommen und Familiengröße. Chinesische Modelle erobern deutschen Markt: Ministerium sieht bislang keinen belastbaren Trend Das Bundesumweltministerium selbst widerspricht bis heute der Deutung, chinesische Hersteller würden überproportional von der Förderung profitieren. Nach eigenen Angaben entfallen weniger als 15 Prozent der Förderanträge auf Fahrzeuge chinesischer Hersteller, bei rein batterieelektrischen Modellen liege der Anteil sogar noch niedriger als bei Plug-in-Hybriden. Zur Einordnung verweist das Ministerium darauf, dass rund 80 Prozent der 2025 neu zugelassenen E-Autos und Plug-in-Hybride aus europäischer Produktion stammten und sich unter den zehn meistzugelassenen reinen Elektroautos im Mai neben Tesla ausschließlich Fahrzeuge der drei deutschen Konzerne fanden. Man beobachte die Entwicklung aufmerksam und sei bereit nachzusteuern, sollte sich der Trend verstärken, heißt es dazu vom Ministerium. Bevorzugungen für europäische Fahrzeuge sind nach geltendem EU-Recht derzeit allerdings nicht ohne Weiteres zulässig, eine mögliche Änderung wird derzeit im Rahmen des von der EU-Kommission vorgeschlagenen Industrial Accelerator Act beraten.

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