Präsident postet bizarres Wahlkampfvideo mit stolpernder Melania
Knapp drei Wochen vor den US-Zwischenwahlen hat US-Präsident Donald Trump über ein Dutzend mitunter groteske Wahlkampfvideos gepostet. Darin kommt durchgehend nur er vor und nicht einer der zu wählenden, republikanischen Kandidaten. In einem dreiminütigen Clip wird er etwa – nicht zum ersten Mal – als religiös überhöhter Erlöser des Landes dargestellt und als „Schäfer der Menschheit“ bezeichnet.
Untermalt mit pathetischer Musik heißt es darin unter anderem: „Am 14. Juni 1946 (Trumps Geburtstag – d. Red.) schaute Gott auf sein geplantes Paradies und sagte: ‚Ich brauche einen Kümmerer.‘ Und so schuf Gott Trump. Gott sagte: ‚Ich brauche jemanden, der vor der Morgendämmerung aufsteht, dieses Land repariert, den ganzen Tag arbeitet, die Marxisten bekämpft, zu Abend isst, dann ins Oval Office geht und sich über Mitternacht hinaus mit Staatschefs trifft.‘ Und so schuf Gott Trump.“
Das Video ist eine Anspielung auf eine Rede von Paul Harvey aus dem Jahr 1978. Der konservative Radiomoderator sprach damals mit ähnlichen Worten über Farmer. Und so soll auch Trump angeblich „zart genug“ sein, „seine eigenen Enkel zu entbinden“ und zudem „aus Wasser Gold“ zu machen. Seine 40-Stunden-Woche habe er „dienstags um 12 Uhr“ erreicht. Auch verstehe er den „Unterschied zwischen Zöllen und Inflation“, was demnach offenbar eine große geistige Leistung darstellen soll.
Trump wartet „hungrig“ auf Melania, die beim „Mittagessen mit Freundinnen“ weilt
Melania Trump wird im Video beiläufig als faule, sich vergnügende und tollpatschige Ehefrau dargestellt, auf die Trump „hungrig“ warten müsse, bis sie „ihr Mittagessen mit Freundinnen“ beendet habe, und sie dann stützt, als sie umknickt.
In einem weiteren Video schwärmt eine Stimme von Trump als Mann, der mit „Staub, Schweiß und Blut“ in der „Arena“ seine Spur hinterlasse – ein Zitat des ehemaligen US-Präsidenten Theodore Roosevelt. Ein anderer Clip zeigt Abschüsse des US-Militärs, unterlegt mit einem Song mit den Textzeilen „Bang Bang Bang“ und „Boom Boom Boom“ sowie einer Rede Trumps, in der dieser verkündet, die „Stunde der Freiheit des iranischen Volkes“ stehe kurz bevor. Tatsächlich regiert das autokratische, iranische Regime auch nach Beginn des Iran-Krieges weiterhin das Land.
Am Mittwoch hatte Trump das Video eines tödlichen Tiger-Angriffs auf einen Mann in einem englischen Zoo verbreitet. Zudem veröffentlichte Trump eine KI-Version, in der er in einer ähnlichen Szene einen Tiger in die Schranken weist. Die Familie des am Samstag von dem Tier getöteten Opfers erklärte der Nachrichtenagentur PA zufolge, dass „zutiefst anstößige Medieninhalte“ ihnen schweren Seelenschmerz zufügten. Die zuständige Polizei hatte darum gebeten, Aufnahmen des Angriffs nicht weiterzuverbreiten.
Am Wochenende hatte Trump ein komplett gefälschtes Zitat des Schauspielers Denzel Washington geteilt, in dem dieser Trump angeblich als „großartigen Freund und noch besseren Präsidenten“ beschrieb. „Ich habe noch nie jemanden getroffen, der mutiger oder klüger ist oder dem Amerika mehr am Herzen liegt als Donald Trump“, hieß es darin weiter. Washington hat dies aber nie gesagt, wie auch sein Sprecher Alan Nierob der „Washington Post“ bestätigte.
„Sie stimmen zu, weil ich sage, dass sie zustimmen“
Fast zeitgleich verkündete Trump am Wochenende eine Energie-Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine, welche aber von keiner Seite bestätigt wurde. Der ukrainische Präsident Selenskyj sagte gar, er wisse von nichts. Darauf angesprochen erklärte Trump nur: „Sie stimmen dem zu. Wissen Sie, warum? Weil ich das sage. Sie stimmen zu, weil ich sage, dass sie zustimmen“.