Präsidentschaftswahl in Frankreich: Raphaël Glucksmann will in Frankreich für Präsidentschaft kandidieren
Der linksgerichtete EU-Parlamentsabgeordnete Raphaël Glucksmann hat angekündigt, er werde bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich kandidieren. Sein Ziel sei es, »Frankreich wieder aufzurichten«, sagte der 46-Jährige im Fernsehsender TF1. Vorwahlen im sozialdemokratischen Lager im Oktober sollen klären, ob Glucksmann als gemeinsamer Kandidat seiner Partei Place Publique und der sozialistischen PS antritt.
Der 46-Jährige sitzt seit 2019 im EU-Parlament. Er gründete dort einen Ausschuss zur ausländischen Einflussnahme, der die Manipulationen Russlands in der EU untersucht. Zuvor arbeitete Glucksmann als Schriftsteller. Er ist der Sohn des Philosophen André Glucksmann, der 2015 starb. Während der Ankündigung seiner Kandidatur im Fernsehen sagte Raphaël Glucksmann: »Wollen wir unser Land der extremen Rechten überlassen? Angesichts einer solchen Entscheidung konnte ich nicht tatenlos zusehen.«
Frankreichs Präsidentschaftswahl findet im April 2027 statt. Amtsinhaber Emmanuel Macron darf nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten. Aus seinem Lager will Ex-Premierminister Édouard Philippe antreten.
Obwohl Glucksmann einige der wirtschaftsfreundlichen Maßnahmen von Macron kritisiert, vertritt er eine ähnliche proeuropäische und proukrainische Linie und positioniert sich als Befürworter der liberalen Demokratie.
Der Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon hatte bereits im Mai seine Kandidatur verkündet und tritt damit nach 2012, 2017 und 2022 zum vierten Mal an. Glucksmann hatte bei den Europawahlen 2024 das Bündnis der Mainstream-Linken zu 14 Prozent der Stimmen geführt, er liegt in den Umfragen jedoch hinter Mélenchon. Eine zentrale Frage ist, ob er – oder andere potenzielle Kandidaten der Mitte-Links-Bewegung – die gemäßigten linken Kräfte vereinen könnte. »Die Linke kann die Präsidentschaftswahl gewinnen, wenn sie an ihren Prinzipien festhält«, sagte Glucksmann. »Wir dürfen keine Angst mehr vor Mélenchon haben.«
Starke Rechtspopulisten