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Preetz: Vermisste Dreijährige ertrunken - Gartenpool erst spät durchsucht

Nation

Preetz. Nun herrscht traurige Gewissheit im Fall des vermissten Mädchens in Preetz. Am Donnerstagvormittag war dort nach einer umfangreichen Suchaktion ein totes Kleinkind gefunden worden. Jetzt bestätigt die Staatsanwaltschaft, dass es sich dabei um die vermisste Dreijährige handelt. Nach Angaben des Kieler Oberstaatsanwalts Michael Bimler gibt es ein vorläufiges Obduktionsergebnis. Demnach ist das Kind durch Ertrinken gestorben. „Es gibt keine Anhaltspunkte, die auf eine Gewalttat hindeuten“, berichtet Bimler auf Nachfrage der Kieler Nachrichten. Fehler bei Großeinsatz: Pool erst gegen Mitternacht abgesucht Die Obduktion hat damit die Vermutung der Polizei bestätigt. Nach Angaben der Polizei ist das Mädchen bereits mehrere Stunden tot gewesen, bevor die Leiche im Gartenpool der Eltern geborgen wurde. Es sei laut Babette Weiß, Pressesprecherin der Polizeidirektion Kiel, jedoch nicht möglich, einen konkreteren Todeszeitpunkt zu nennen. Warum? Das teilt die Polizei nicht mit. Nun räumt die Polizei einen möglicherweise schwerwiegenden Fehler ein, der erklären könnte, warum das Kind mehr als 21 Stunden lang vermisst war und am Ende im Garten der Eltern gefunden wurde. Todeszeitpunkt unklar: Hat die Polizei das tote Kind übersehen? Am Mittwoch gegen 14 Uhr wurden demnach die Wohnung und das restliche Grundstück der Wohnanschrift durchsucht. „Entgegen vorheriger Angaben wurde der Pool auf dem Grundstück zu dieser Zeit nicht durchsucht. Es fand lediglich eine oberflächliche Sichtprüfung statt“, teilt Weiß mit. Warum dies so passiert ist, werde intern ermittelt. Nach weiteren Suchmaßnahmen im Umfeld, sei gegen Mitternacht erneut das Wohnhaus und der Garten abgesucht worden, „wobei der Pool erstmals eingehender abgesucht wurde“. Es werde derzeit noch ermittelt, ob das Mädchen zu dem Zeitpunkt bereits tot im Pool gelegen haben könnte. Der Pool sei „trüb und mit Algen bewachsen“, bestätigte Weiß den Kieler Nachrichten. Es stellt sich also die weiter unbeantwortete Frage, ob das Kind möglicherweise übersehen wurde oder gar hätte gerettet werden können. Wie es zu den Fehlern der Polizei kommen konnte, werde intern ermittelt. Die Behörden haben in dem Fall ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Das sei ein regulärer Prozess, um Beweise zu sichern. Erst nach dem Abschluss dieses Verfahrens könne entschieden werden, ob sich möglicherweise auch die Eltern wegen der Verletzung der Fürsorgepflicht verantworten müssen. Preetzer Anwohner trauern um dreijähriges Mädchen Dass die Feuerwehr und Polizei erst um 14 Uhr mit der Suche begonnen haben, obwohl die Eltern ihr Kind bereits kurz vor 13 Uhr als vermisst meldeten, sei jedoch ein gängiger Ablauf. Nach einer Vermisstenmeldung wird erstmal eine „normale Polizeistreife“ hingeschickt, um Informationen abzufragen, ob ein vermisstes Kind doch bei Freunden untergekommen sein kann. Auch eine erste Personenbeschreibung erfolgt zu dem Zeitpunkt. Eine kleine Gemeinde ist nach dem Großeinsatz in Trauer um das dreijährige Mädchen. Bereits am Donnerstagnachmittag – am selben Tag des Leichenfundes – brachten erste Anwohner Kuscheltiere und Blumen zu dem Haus des toten Mädchens. Dieser Text wird aktualisiert, sobald weitere Informationen vorliegen. KN

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